GenAI Impact Report 2026
Nur noch drei Prozent der Unternehmen entwickeln Software vollständig ohne KI

| Larissa Bilovits 
| 20.09.2026

Eine aktuelle Erhebung des IT-Dienstleisters adesso zeigt, welche Produktivitätsgewinne generative KI heimischen Entwicklungsteams bereits bringt – und warum es bei Sicherheit, Schulungen und Nachwuchs noch hakt.

Wer in Österreich Software entwickelt, spürt den Einfluss generativer KI inzwischen meist deutlich in der eigenen Produktivität. So berichten 68 Prozent der Unternehmen von einem Produktivitätsplus zwischen elf und 25 Prozent, weitere elf Prozent kommen auf noch höhere Werte. Bemerkenswert ist die geringe Streuung der Ergebnisse, denn weder Betriebe ganz ohne messbaren Effekt noch solche mit außergewöhnlich hohen Sprüngen sind nennenswert vertreten. Der Nutzen verteilt sich damit relativ gleichmäßig über die Unternehmen.

Das geht aus dem aktuellen GenAI Impact Report Austria 2026 von adesso Austria hervor, für den 100 Führungskräfte sowie mehr als 750 Verbraucher:innen befragt wurden. Demnach setzen bereits 60 Prozent der Betriebe hierzulande agentische Systeme ein, die Code selbstständig schreiben, testen und verbessern, während nur noch drei Prozent in der Entwicklung komplett auf KI verzichten.

Compliance und Sicherheit als größte Baustelle

Beim Blick auf die Rahmenbedingungen zeigen sich allerdings deutliche Lücken. Drei von zehn Unternehmen haben keine oder nur wenige Regeln für den Einsatz generativer KI-Anwendungen festgelegt, und ein ähnlich großer Teil hat die eigenen Mitarbeiter:innen noch nicht entsprechend geschult. Auch bei der Frage nach den größten Hindernissen landen organisatorische Themen weit vorne. An der Spitze stehen mit 52 Prozent Compliance und Sicherheit, mit großem Abstand folgen mangelnde Kompetenzen im Team (31 Prozent) und überholte IT-Architekturen (28 Prozent). Rein technische Probleme wie komplexe Toolchains oder ein eingeschränkter Zugang zu Daten fallen hingegen kaum ins Gewicht.

"Die Frage ist längst nicht mehr, ob KI in der Softwareentwicklung eingesetzt wird, sondern ob Unternehmen die Voraussetzungen schaffen, um davon zu profitieren", erklärt Jens Richter, Teamleiter Data & AI bei adesso Austria. "Was wir in unseren Projekten sehen und was die Studie bestätigt: Wer Governance, klare Prozesse und die richtigen Leitplanken mitdenkt, erzielt messbar mehr. So entsteht die Basis, um agentische Entwicklung wirklich zu skalieren. Wer das ignoriert, investiert nicht nachhaltig."

Weniger Einstiegsjobs könnten zum Fachkräfteproblem werden

Neben den organisatorischen Fragen wirft die Studie auch einen Blick auf die personelle Zukunft der Branche. 35 Prozent der befragten Unternehmen nehmen heute weniger Berufseinsteiger:innen und Junior-Mitarbeiter:innen auf als noch vor zwei bis drei Jahren, darunter neun Prozent, die hier deutlich zurückgefahren haben. Viele Tätigkeiten, die früher typische Lernaufgaben für den Einstieg waren, übernimmt inzwischen die KI. Mittelfristig hat das Folgen für den Fachkräftepool. Wer heute weniger junge Entwickler:innen einstellt und ausbildet, hat in einigen Jahren auch weniger erfahrene Fachkräfte zur Verfügung.

Den vollständigen GenAI Impact Report 2026 finden Sie hier.

www.adesso.at

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