Planbarkeit schlägt Bedarf
Warum bei Batteriespeichern Kapital nur in ausgewählte Märkte fließt

Kapitalgeber:innen bevorzugen beim weltweiten Ausbau Märkte mit stabilem Regulierungsumfeld, gesichertem Netzzugang und kalkulierbaren Erlösmodellen – Planbarkeit schlägt also den Bedarf.

Im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien entwickelt sich der weltweite Markt für Batteriespeicher weiter dynamisch. Laut einer aktuellen Studie von DLA Piper fließt Kapital jedoch nicht automatisch dorthin, wo der Bedarf am größten ist. Entscheidend für Investitionsentscheidungen seien vielmehr stabile regulatorische Rahmenbedingungen, ein verlässlicher Netzzugang sowie nachvollziehbare Erlösmodelle.

Für die Studie "Capital Unlocks Capacity" wurden laut der Wirtschaftskanzlei Anfang 2026 weltweit 550 Private-Equity- und institutionelle Investor:innen, Projektentwickler:innen, Finanzberater:innen, Geschäftsbanken, Energiespeicherentwickler:innen sowie unabhängige Stromerzeuger befragt.

USA und Großbritannien führen das Ranking an

Als attraktivsten Markt für Investitionen in Batteriespeicher nennen demnach 25 Prozent der Befragten die USA. Trotz politischer Unsicherheiten behaupten sie damit ihre Spitzenposition. Auf Rang zwei folgt das Vereinigte Königreich mit 19 Prozent, dahinter liegt China mit 14 Prozent. Deutschland zählt mit elf Prozent ebenfalls zu den bevorzugten Investitionsstandorten und liegt gleichauf mit Kanada und Australien.

Den Studienautor:innen zufolge investieren Kapitalgeber:innen bevorzugt in Länder, in denen sich erfolgreiche Geschäftsmodelle gut skalieren lassen. Märkte mit einem höheren Bedarf an Energiespeichern würden dadurch nicht automatisch stärker berücksichtigt.

Risiko und Rendite sollen im Gleichgewicht bleiben

Die Studie zeigt außerdem, dass Investor:innen Risiken zunehmend sorgfältig abwägen. So konzentrieren sich 43 Prozent auf sogenannte "Goldilocks"-Projekte, die weder besonders risikoreiche Greenfield-Vorhaben noch vollständig abgesicherte Bestandsprojekte sind.

Die Hälfte der Befragten strebt eine interne Rendite zwischen elf und zwölf Prozent an. Lediglich drei Prozent wären bereit, höhere Risiken für Renditen von mehr als 15 Prozent einzugehen. Gleichzeitig akzeptieren 44 Prozent Erlösschwankungen zwischen 21 und 40 Prozent, sofern diese durch geeignete Erlösmodelle abgefedert werden.

Österreich kann von klaren Rahmenbedingungen profitieren

Birgit Kraml, Partnerin und Head of Real Estate bei DLA Piper Österreich, sieht darin auch Chancen für den heimischen Markt. Die Studie zeige, dass heute vor allem stabile regulatorische Rahmenbedingungen, rasche Behördenverfahren, ein verlässlicher Netzzugang und transparente Erlösmodelle ausschlaggebend seien. Kapital sei grundsätzlich vorhanden, werde jedoch deutlich selektiver investiert als noch vor wenigen Jahren.

Kraml betont, Österreich könne sich als attraktiver Standort für Investitionen in Batteriespeicher positionieren, wenn investitionsfreundliche Rahmenbedingungen konsequent weiterentwickelt würden. Mit dem Fortschreiten der Energiewende werde die Bedeutung von Energiespeichern weiter steigen. Für Investitionsentscheidungen seien jedoch weniger der reine Speicherbedarf als vielmehr Planbarkeit und Rechtssicherheit ausschlaggebend.

www.dlapiper.com

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