Konkurs betrifft mehr als 55 Mitarbeiter
Metall- und Kunststoffspezialist schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 02.07.2026

Vom Konkurs des traditionsreichen Industriebetriebs sind mehr als 55 Dienstnehmer:innen betroffen.

Ein etablierter Industriebetrieb aus Oberösterreich steht vor einer ungewissen Zukunft: Über das Vermögen der Heson Metall- und Kunststofftechnik GmbH mit Sitz in Vorchdorf wurde am 2. Juli 2026 am Landesgericht Wels ein Konkursverfahren eröffnet. Wie die Gläubigerschutzverbände KSV1870 und AKV übereinstimmend bekannt gaben, lösten akute Liquiditätsengpässe den Eigenantrag des Traditionsunternehmens aus. Von der Pleite des auf den Behälterbau spezialisierten Betriebs sind 56 Dienstnehmer:innen (31 Angestellte, 23 Arbeiter:innen und zwei Lehrlinge) direkt betroffen.

Kostenwelle und 30 Prozent weniger Aufträge

Das Unternehmen gilt als traditionsreicher Spezialist für Serienprodukte und kundenindividuelle Lösungen aus Metall und Kunststoff, inklusive Berechtigungen im Industrieanlagen-, Rohrleitungs- sowie Lagerbehälterbau. Laut eigenen Angaben liegen die Ursachen für das finanzielle Abgleiten in den seit der Corona-Pandemie massiv gestiegenen Personal-, Energie- und Materialkosten, die nicht ausreichend an die Kundschaft weitergegeben werden konnten.

Im ersten Halbjahr 2026 sei der Auftragseingang schließlich um rund 30 Prozent kollabiert. Diese Flaute konnte zwar vorübergehend durch einen Großauftrag aus Kanada überbrückt werden, eine nachhaltige Fortführung war jedoch nicht mehr sichergestellt. Die mit Ende Juni 2026 fälligen Löhne, Gehälter und Urlaubsgelder konnten nicht mehr bedient werden.

Abweichungen bei den Vermögenswerten 

Hinsichtlich der genauen Finanzlage zeigen die Antragsdaten der Gläubigerschützer:innen teils deutliche Diskrepanzen bei den Bewertungen. Während der KSV1870 erste klassische Verbindlichkeiten von rund 1,9 Millionen Euro nennt, schlüsselt der AKV die Schulden detaillierter auf und beziffert diese mit rund 1,44 Millionen Euro an reinen Verbindlichkeiten sowie zusätzlichen Abfertigungsrückstellungen von rund 1,2 Millionen Euro, was Gesamtpassiva von bis zu 2,64 Millionen Euro bedeuten würde. Auch bei den Vermögenswerten weichen die Zahlen voneinander ab: Erste KSV-Meldungen sprachen von Aktiva in der Höhe von rund 908.000 Euro, wohingegen der AKV den Wert der Aktiva im konkreten Liquidationsfall mit höchstens 360.000 Euro beziffert, dem allerdings noch offene Forderungen von rund 548.000 Euro gegenüberstehen.

Zum Insolvenzverwalter wurde der Gmundner Rechtsanwalt Günther Eybl bestellt. Betroffene Gläubiger:innen können ihre Forderungen über den KSV1870 bis zum 3. September 2026 anmelden. 

www.ksv.at

www.akv.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV