Österreich-Standorte schließen
Pizzeria-Betreiber schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 21.06.2026

Das italienische Gastronomiekonzept "Rossopomodoro" zieht sich wieder aus Österreich zurück. Die zuständige Franchisenehmerin hat am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren beantragt.

Das Vorhaben, die neapolitanische Restaurantmarke Rossopomodoro in österreichischen Einkaufszentren zu etablieren, ist gescheitert. Die operative Franchisenehmerin, die Polparossa Due GmbH, hat am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren beantragt. Wie die Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV vermelden, führt die Insolvenz zur sofortigen Schließung der beiden heimischen Standorte im Designer Outlet Center Parndorf sowie in Wals-Himmelreich bei Salzburg. 

Hohe Fixkosten und schwache Kundenfrequenz

Das erst im März 2024 gegründete Unternehmen betrieb die beiden Standorte im Franchise-System der italienischen Sebeto S.p.A. Als primären Insolvenzgrund führt der Geschäftsführer eine drastische Fehleinschätzung des Konsumentenverhaltens an. Demnach hätten die Restaurants eine unerwartet geringe Auslastung verzeichnet. Demgegenüber sei ein massiver Kostenblock aus hohen Grundmieten, Marketing- und Servicepauschalen der Outlet-Center-Betreiber sowie Personalkosten gestanden. Die Löhne und Gehälter der 24 Dienstnehmer:innen wurden den Gläubigerschützern zufolge bis inklusive Mai 2026 bedient.

Gescheiterter Rettungsversuch

Ein außergerichtlicher Rettungsversuch scheiterte im Frühjahr. Den Angaben zufolge war der italienische Franchisegeber Sebeto S.p.A. zwar bereit, die Restaurants zu übernehmen, knüpfte dies jedoch an deutliche Mietnachlässe durch den Vermieter. Anfang Juni habe sich Sebeto überraschend aus den Verhandlungen zurückgezogen.

Die Gesamtverbindlichkeiten von Polparossa Due belaufen sich laut Antrag auf rund 2,45 Millionen Euro. Davon entfallen 1,13 Millionen Euro auf ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen der Muttergesellschaft Polparossa S.r.l. Die restlichen 1,32 Millionen Euro betreffen demnach unbesicherte Forderungen von Vermietern und Lieferanten. Dem stehen liquide Mittel von rund 38.400 Euro sowie Kücheneinrichtungen mit einem Buchwert von 1,15 Millionen Euro gegenüber. Eine Fortführung sei nicht geplant, der Betrieb werde liquidiert. 

Zur Insolvenzverwalterin wurde Katharina Pitzal bestellt. Gläubiger:innen können ihre Forderungen bis zum 13. August 2026 anmelden.

www.akv.at

www.ksv.at

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