World Competitiveness Ranking
Österreich verliert weiter an Wettbewerbsfähigkeit

| Redaktion 
| 21.06.2026

Im aktuellen World Competitiveness Ranking ist Österreich erneut zurückgefallen. Der Handelsverband sieht darin einen weiteren Beleg für Reformbedarf bei Bürokratie, Verwaltung und staatlicher Effizienz.

Österreich rutscht im internationalen Wettbewerb weiter ab. Im aktuellen World Competitiveness Ranking des International Institute for Management Development (IMD) belegt die Republik nur noch Rang 29 unter 70 untersuchten Staaten. Zum Vergleich: 2007 lag Österreich noch auf Platz elf, 2020 immerhin auf Rang 16. Besonders kritisch bewertet der Handelsverband das Abschneiden bei der staatlichen Effizienz. In dieser Kategorie landet Österreich nur noch auf Platz 43 und verliert damit weiter an Boden gegenüber internationalen Wettbewerbern.

"Österreich ist Weltmeister im Ankündigen von Reformen, bei der Umsetzung aber seit Jahren in der Abstiegszone", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Das Ranking bestätige viele Probleme, mit denen Unternehmen seit Jahren konfrontiert seien.

Bürokratie als Standortnachteil

Nach Ansicht des Handelsverbands verfügt Österreich weiterhin über starke Grundlagen wie qualifizierte Fachkräfte, eine leistungsfähige Infrastruktur und innovative Unternehmen. Gleichzeitig würden aber hohe Lohnnebenkosten, umfangreiche Regulierung und langsame Verfahren die Wettbewerbsfähigkeit zunehmend beeinträchtigen.

"Seit dem Höchststand 2007 hat Österreich im IMD-Ranking 18 Plätze verloren, allein seit 2020 ging es um 13 Plätze nach unten. Seit Jahren werden dieselben Schwachstellen identifiziert: hohe Lohnnebenkosten, überbordende Bürokratie, langwierige Verfahren und eine wachsende regulatorische Belastung", so Will.

Besonders kritisch sieht der Handelsverband langwierige Genehmigungsprozesse sowie Verzögerungen bei Verwaltungsverfahren. Unternehmen müssten häufig monatelang auf Bau- und Betriebsanlagengenehmigungen oder auf Steuerrückzahlungen warten.

Schnellere Verfahren gefordert

Aus Sicht des Handelsverbands ließen sich Verbesserungen vor allem durch effizientere Verwaltungsabläufe erreichen. Gefordert werden ein konsequenter Bürokratieabbau, eine stärkere Digitalisierung der Verwaltung sowie kürzere Verfahrensdauern.

"Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Budgets muss der Staat dort ansetzen, wo Verbesserungen ohne hohe Zusatzkosten möglich sind: bei Effizienz und Geschwindigkeit", sagt Will.

Positiv bewertet der Handelsverband die von der Bundesregierung angekündigten Bemühungen zur Beschleunigung von Behördenverfahren. Entscheidend werde jedoch sein, ob daraus tatsächlich spürbare Verbesserungen für Unternehmen entstehen.

Ruf nach Strukturreformen

Über kurzfristige Maßnahmen hinaus sieht der Handelsverband Bedarf für umfassende Strukturreformen. Genannt werden unter anderem eine Modernisierung des Föderalismus, der Abbau von Doppelgleisigkeiten zwischen Gebietskörperschaften sowie Reformen im Bildungsbereich. "Österreich verfügt über engagierte Unternehmer, qualifizierte Fachkräfte und eine starke Innovationskraft. Damit Investitionen auch künftig in Österreich stattfinden, müssen die Rahmenbedingungen wettbewerbsfähiger werden", sagt Will.

www.handelsverband.at

www.imd.org

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