CFO-Umfrage von PwC
Finanzchefs sehen Digitalisierung als Top-Priorität

| Tobias Seifried 
| 21.06.2026

Obwohl das Thema bei CFOs in der DACH-Region ganz oben auf der Agenda steht, sehen sich laut einer aktuellen Studie nur gut 20 Prozent der Finanzfunktionen als stark digitalisiert.

Die Digitalisierung gehört für Finanzverantwortliche in Unternehmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zu den wichtigsten Prioritäten. Dennoch bezeichnen sich laut der Studie Digital CFO 2026 nur etwas mehr als 20 Prozent der befragten CFOs ihre Finanzfunktion als stark oder sehr stark digitalisiert. Ebenso viele stufen den eigenen Digitalisierungsgrad als gering ein. Bei der Analyse handelt es sich um eine Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management, die gemeinsam mit PwC durchgeführt wurde. Grundlage sind demnach die Angaben von 207 CFOs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Trotz umfangreicher Investitionen in Digitalisierungsprojekte fehlten vielerorts klare Strategien und Roadmaps. Laut Studie liegen die entsprechenden Zustimmungswerte mit 4,6 Punkten für das Gesamtunternehmen und 4,8 Punkten für die Finanzfunktion deutlich unter der Bedeutung, die CFOs dem Thema beimessen.

Zwischen Investitionsbereitschaft und Umsetzungslücke

Michael Schachermayr, Finance Transformation Lead bei PwC Österreich, sagt: "In vielen Finanzfunktionen steht die Digitalisierung ganz oben auf der Agenda. Gleichzeitig werden die vorhandenen Technologien noch nicht konsequent genug umgesetzt – beispielsweise bei der Automatisierung von Standardprozessen oder beim Einsatz datengetriebener Analytik." Es gebe insbesondere bei der Entwicklung eines klaren und skalierbaren Zielbilds für die Finanzfunktion noch Verbesserungspotenzial.

Untersucht wurde unter anderem der Einsatz von Predictive Analytics, Prozessautomatisierung und Process Mining. Die durchschnittliche Nutzung dieser Technologien liege meist zwischen zwei und 3,5 Punkten auf einer siebenstufigen Skala. Bei acht der neun abgefragten Technologien gaben die meisten Befragten an, diese derzeit überhaupt nicht einzusetzen. Für die kommenden drei Jahre erwarteten die CFOs jedoch durchgängig eine intensivere Nutzung, schreiben die Studienautor:innen.

KI-Einsatz in Finanzfunktionen noch ausbaufähig

Auch bei künstlicher Intelligenz und Large Language Models (LLM) zeige sich Nachholbedarf. Während die durchschnittliche Nutzungsintensität von LLM-Anwendungen unternehmensweit bei 4,1 Punkten liegt, erreichen die Finanzfunktionen der Studie zufolge lediglich 3,8 Punkte. Der Einsatz beschränke sich häufig noch auf einzelne Aufgaben, während eine systematische Integration in zentrale Steuerungs- und Berichtsprozesse bislang die Ausnahme sei.

Martin Glaum, Studienleiter und Professor an der WHU – Otto Beisheim School of Management, erwartet, dass die Nutzung von LLM und anderen KI-Anwendungen in den kommenden Jahren deutlich zunehmen werde. Entscheidend sei, die Technologien aus der Experimentierphase herauszuführen und systematisch in operative Prozesse wie Forecasting, Reporting oder Working Capital Management zu integrieren.

Fachkräftemangel bremst die Transformation

Als weiteres Hindernis nennt die Studie den Mangel an qualifizierten Fachkräften. In den untersuchten Finanzbereichen verfügen durchschnittlich nur 6,9 Prozent der Mitarbeitenden über vertiefte Kenntnisse in IT, Digitalisierung oder Data Science. Viele CFOs berichteten, dass diese Fachkräfte nur schwer zu finden seien.

Gleichzeitig dürften die finanziellen Mittel für die Digitalisierung weiter steigen. Knapp 70 Prozent der befragten CFOs rechnen damit, in den kommenden Jahren über höhere Budgets für die Digitalisierung ihrer Finanzfunktionen zu verfügen. Bei den Mitarbeiter:innen erwarteten die meisten hingegen stabile oder leicht sinkende Werte.

Schachermayr betont abschließend, der nächste Produktivitätsschub werde weniger durch zusätzliche Budgets als vielmehr durch den gezielten Einsatz von Technologie, insbesondere KI-basierter Lösungen, sowie durch den Aufbau entsprechender Kompetenzen erreicht werden.

Weitere Informationen zur Studie gibt es hier.

www.pwc.at

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