Insolvenzverfahren eröffnet
Elektrotechnik-Spezialist schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 12.05.2026

Dem Unternehmen wurden massive Preissteigerungen infolge des Iran-Krieges und verschobene Großprojekte zum Verhängnis.

Die wirtschaftlichen Verwerfungen infolge internationaler Krisen erreichen einmal mehr den heimischen Mittelstand. So wurde beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz über das Vermögen der CT&E GmbH & Co KG mit Sitz in Raaba-Grambach ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. 

Laut Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) belaufen sich die Passiva auf knapp 1,16 Millionen Euro. Die genaue Bewertung der Aktiva ist Gegenstand des nun anlaufenden Verfahrens. Von der Pleite sind 18 Dienstnehmer:innen betroffen.

Das auf Elektroinstallationen und Projektmanagement spezialisierte Unternehmen wurde 2015 gegründet und bietet neben klassischen Elektroinstallationen auch den Softwarevertrieb und hoch spezialisiertes Projektmanagement an.

Gründe für die Insolvenz 

Als Hauptursache für den Liquiditätsengpass nennt das Unternehmen eine unglückliche Kombination aus exogenen Schocks und Auftragsrückgängen. Insbesondere der Iran-Krieg habe zu drastischen Preissteigerungen bei Vorlieferanten von bis zu 20 Prozent geführt. Aufgrund bestehender Verträge mit Fixpreischarakter konnten diese Mehrkosten nicht rechtzeitig an die Endkund:innen weitergegeben werden.

Zusätzlich sei es ab Ende 2025 zu einem deutlichen Einbruch der Betriebsleistung gekommen. Einsparungsmaßnahmen im öffentlichen Sektor sowie die Verschiebung bereits einkalkulierter Bauprojekte und Großaufträge belasteten die Cashflow-Situation der CT&E erheblich.

Fortführung angestrebt

Trotz der angespannten Lage plant die Geschäftsführung die Fortführung des Betriebs. Den Gläubiger:innen wird derzeit das gesetzliche Mindestangebot eines Sanierungsplans unterbreitet: Eine Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.

Als Insolvenzverwalterin wurde die Grazer Rechtsanwältin Ramona Chiara Rumpold bestellt. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 14. Juli 2026 angesetzt, während die Gläubiger:innen am 4. August 2026 über den Sanierungsplan abstimmen sollen.

www.akv.at

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