Steuer-Hammer bei Stromern?
Massive Kritik an geplanten Steuern für E-Dienstwagen

Die geplante Einführung eines Sachbezugs für Firmenstromer stößt auf breiten Widerstand. Wirtschaftsverbände warnen vor einem Vertrauensverlust am Standort und negativen Folgen für die nationalen Klimaziele.

Im Zuge der Sparmaßnahmen für das Doppelbudget 2027/28 (LEADERSNET berichtete) plant die Bundesregierung die Einführung eines Sachbezugs für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge. Der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, Günther Kerle, übt deutliche Kritik an diesem Vorhaben. Die derzeitige Befreiung sei ein "zentrales Instrument der österreichischen Klima-, Mobilitäts- und Standortpolitik". Eine Änderung dieser Regelung würde nicht nur den Umstieg auf emissionsfreie Mobilität bremsen, sondern dem gesamten Wirtschaftsstandort Österreich schaden.

Hebelwirkung für den Klimaschutz

Laut Kerle leisten Elektrofahrzeuge im betrieblichen Einsatz einen messbaren Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen und zur Verbesserung der Luftqualität. Dienstwagen fungierten hierbei als besonders wirksamer Hebel, da sie überdurchschnittlich oft genutzt würden und über den Gebrauchtwagenmarkt zeitnah privaten Haushalten zugänglich gemacht würden. Zudem trage die Elektromobilität wesentlich dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern.

Sorge um Investitionssicherheit und KMU

Besonders für Unternehmen stelle die aktuelle Regelung ein Signal für Verlässlichkeit dar. Da Flottenentscheidungen langfristig getroffen würden, führten Änderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen zu massiver Unsicherheit und verzögerten Investitionen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitierten von den stabilen Anreizen. "Die Sachbezugsbefreiung ist oftmals ein langfristig zugesicherter Lohnbestandteil für Mitarbeiter:innen und kein Privileg für wenige", betont Kerle. Zudem würden Betriebe durch niedrigere Lohnnebenkosten entlastet, wenn das Fahrzeug bei der Einkommensberechnung unberücksichtigt bleibe.

Leasing-Wirtschaft warnt vor Attraktivitätsverlust

In dieselbe Kerbe schlägt der Verband österreichischer Leasing-Gesellschaften (VÖL). Rund 70 Prozent aller neu zugelassenen Elektroautos werden laut Verband von Unternehmen beschafft. VÖL-Präsident Alexander Nekolar gibt zu bedenken, dass die geplante Änderung den Vorteil niedrigerer Lohnnebenkosten reduziere, wodurch die Attraktivität von Elektrofahrzeugen im Firmenbereich sinken dürfte. Da Elektroautos in der Anschaffung oft teurer seien als Verbrenner, relativiere dies zudem den geplanten, prozentual niedrigeren Sachbezug.

Gefahr für die Planungssicherheit

Besonders betroffen seien jene Betriebe, die bereits frühzeitig in Elektromobilität investiert hätten. Für diese Beschäftigten und Unternehmen veränderten sich die Rahmenbedingungen nun nachträglich. "Unternehmen brauchen klare und verlässliche Rahmenbedingungen, damit sie ihre Fahrzeugflotten langfristig und wirtschaftlich planen können", hält Nekolar fest. Auch aus Sicht des VÖL sollte die Sachbezugsbefreiung als bewährtes Instrument der Mobilitätswende erhalten bleiben, um den Umstieg auf emissionsarme Technologien weiterhin zu unterstützen.

www.automobilimporteure.at

www.leasingverband.at

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