Europ Assistance Urlaubsbarometer
Trotz Krisen bleibt die Reiselust bei acht von zehn Österreichern hoch

Steigende Lebenshaltungskosten und geopolitische Unsicherheiten ändern wenig daran, dass der Urlaub für viele Menschen ein Fixpunkt bleibt. Rund 2.489 Euro wollen die Österreicher:innen heuer im Schnitt dafür ausgeben. Zugleich gewinnt Künstliche Intelligenz bei der Planung an Bedeutung.

Trotz geopolitischer Unsicherheiten und Konflikte sowie hoher Lebenshaltungskosten bleibt der Urlaub für viele Menschen ein wichtiger Fixpunkt im Kalender. Weltweit freuen sich heuer acht von zehn Befragten auf eine Urlaubsreise. Und auch unter den Österreicher:innen ist die Reiselust ungebrochen, wie die 25. Ausgabe des Europ Assistance Urlaubsbarometers (siehe Infobox) zeigt: Insgesamt 80 Prozent der hierzulande Befragten bezeichnen sich als urlaubsbegeistert, 43 Prozent sogar als "sehr begeistert". Mit Blick auf Europa plant zudem die Hälfte der Reisenden, ihr Urlaubsbudget gegenüber dem Vorjahr zu erhöhen.

Sicherheit wird zum entscheidenden Reisefaktor

Neben Inflation und gestiegenen Preisen beeinflussen vor allem bewaffnete Konflikte die Urlaubsplanung. In Europa nennen 30 Prozent der Befragten Sicherheit als Grund für die Wahl eines Reiseziels, in Österreich sind es 29 Prozent. Entsprechend kommen für österreichische Reisende derzeit vor allem Afghanistan (18 %), Iran (16 %), die USA (14 %), Israel (14 %), Russland (9 %) und die Vereinigten Arabischen Emirate (6 %) nicht infrage.

Aber auch Asien verliert an Attraktivität. Bei europäischen Reisenden wird die Region nur noch von sieben Prozent als Reiseziel genannt – ein Rückgang um acht Prozentpunkte. Laut Studie könnte das direkt mit dem Konflikt im Iran und den Störungen an mehreren großen Flughafen-Drehkreuzen am Golf zusammenhängen.

Österreich und Mittelmeerziele bleiben beliebt

Mehr als ein Drittel der reisefreudigen Österreicher:innen (36 %) plant Urlaub im Inland. Bei Auslandsreisen liegen klassische Mittelmeerziele wie Italien (23 %), Kroatien (15 %) und Griechenland (12 %) vorn. Damit liegt Österreich im europäischen Trend, wo Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland zu den beliebtesten Reisezielen zählen. Ausschlaggebend für die Wahl des Reiseziels sind vor allem Wetter, frühere Aufenthalte und die Sicherheit vor Ort.

Bei der Frage nach dem idealen Urlaubsziel zeigt sich zudem, dass es die meisten Österreicher:innen ans Meer zieht: 63 Prozent nennen diese Option, während 25 Prozent eine Stadt, 21 Prozent das Land und 19 Prozent die Berge bevorzugen (Mehrfachnennungen waren möglich).

Das geplante Urlaubsbudget liegt in Österreich 2026 bei durchschnittlich 2.489 Euro und damit über dem europäischen Schnitt von 2.089 Euro. Gegenüber 2025 (2.584 Euro) ist es leicht gesunken. Gleichzeitig rechnen 51 Prozent der Befragten mit leicht bis wesentlich höheren Ausgaben. Finanzielle Gründe bleiben zudem der wichtigste Faktor, warum Menschen auf den Sommerurlaub verzichten.

KI hilft bei der Planung, gebucht wird lieber selbst

Künstliche Intelligenz ist 2026 schon deutlich stärker in der Urlaubsplanung angekommen. 27 Prozent der Österreicher:innen haben KI bereits dafür genutzt, 2025 waren es erst 13 Prozent. Verwendet wird sie vor allem zur Recherche von Routen, Aktivitäten oder Ausflugszielen. Den gesamten Urlaub würden allerdings nur zehn Prozent von einer KI buchen lassen. Weitere 27 Prozent wären dazu bereit, wenn sie alle Schritte vorab selbst prüfen und freigeben könnten.

International sind andere Märkte bereits deutlich weiter: In Indien haben 69 Prozent KI für die Reisevorbereitung eingesetzt, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten (60 %) sowie Malaysia und Saudi-Arabien (jeweils 54 %). Auch die Offenheit für eine vollständig KI-gestützte Planung ist dort höher: In Indien liegt sie bei bis zu 79 Prozent, im Nahen Osten bei 70 Prozent.

Kosten und Risiken überlagern Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bleibt zwar relevant, wird bei der Urlaubsentscheidung aber von Kosten- und Sicherheitsfragen überlagert. Der ökologische Impact des Reisens bremst die Reiselust von 38 Prozent der Österreicher:innen, deutlich weniger als Inflation (73 %) sowie Kriege und bewaffnete Konflikte (63 %). Auch während der Reise selbst stehen andere Themen im Vordergrund: Der eigene CO₂-Fußabdruck beschäftigt rund ein Viertel der Befragten, liegt aber hinter Sicherheits-, Gesundheits- und Wetterrisiken.

Bei den gewählten Verkehrsmitteln dominieren nach wie vor das Flugzeug (50 %) und das eigene Auto (46 %), während gerade einmal 20 Prozent die Bahn nutzen (Mehrfachnennungen waren möglich). Darüber hinaus sichern sich 72 Prozent der Österreicher:innen mit einer Reiseversicherung ab, insbesondere gegen den Verlust persönlicher Gegenstände, Unfälle oder Pannen sowie Krankheitsfälle. Damit soll der Urlaub möglichst sorgenfrei bleiben und im Ernstfall rasch Unterstützung verfügbar sein.

Grafik Europ Assistance Urlaubsbarometer - Zusammenfassung© Europ Assistance

"Aufbauend auf den Rekordwerten des Vorjahres ist die Reiselust trotz schwieriger Abwägungen und der weiterhin hohen Lebenshaltungskosten, die weltweit eine zentrale Rolle spielen, ungebrochen. Was sich jedoch verändert, ist die Reiselandschaft selbst. Sicherheitsaspekte beeinflussen die Wahl des Reiseziels immer stärker, und Risikobewertungen bestimmen zunehmend die Entscheidungen. Gleichzeitig ist Künstliche Intelligenz für einen wachsenden Anteil der Reisenden weltweit zu einem echten Planungsinstrument geworden und verzeichnet insbesondere in Schwellenländern und Wachstumsmärkten ein rasantes Wachstum", fasst Virginie Babinet, CEO Travel Insurance & Assistance bei Europ Assistance, die Studienergebnisse abschließend zusammen.

www.europ-assistance.at

Über die Studie

Für das Europ Assistance Urlaubsbarometer 2026 wurden zwischen dem 27. Februar und dem 7. April 2026 insgesamt 11.001 Personen aus Europa (Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Italien, Spanien, Österreich, Belgien, Schweiz, Polen, Tschechische Republik und Portugal) und 15.000 Personen außerhalb Europas vom internationalen Marktforschungsunternehmen Ipsos via Online-Erhebung befragt. Die Stichprobe wurde nach dem Quotenverfahren zusammengestellt (Geschlecht, Alter und Beruf der Haupterwerbsperson bei vorheriger Unterteilung nach Region und Größe des Wohnorts). 

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Über die Studie

Für das Europ Assistance Urlaubsbarometer 2026 wurden zwischen dem 27. Februar und dem 7. April 2026 insgesamt 11.001 Personen aus Europa (Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Italien, Spanien, Österreich, Belgien, Schweiz, Polen, Tschechische Republik und Portugal) und 15.000 Personen außerhalb Europas vom internationalen Marktforschungsunternehmen Ipsos via Online-Erhebung befragt. Die Stichprobe wurde nach dem Quotenverfahren zusammengestellt (Geschlecht, Alter und Beruf der Haupterwerbsperson bei vorheriger Unterteilung nach Region und Größe des Wohnorts). 

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