Vom Werkzeug zum Entscheidungsträger
Wenn KI Entscheidungen trifft und Unternehmen reagieren müssen

| Redaktion 
| 26.03.2026

Mit Agentic AI entstehen Systeme, die nicht nur unterstützen, sondern eigenständig Handlungen ableiten und Prozesse steuern. Welche Auswirkungen das auf Betriebe hat und warum klare Strukturen jetzt entscheidend sind, erklärt eine Expertin.

Künstliche Intelligenz hat durch generative Anwendungen in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Mit Agentic AI zeichnet sich nun eine neue Entwicklungsphase ab, in der Systeme nicht mehr nur unterstützen, sondern eigenständig handeln sollen. 

"Während viele Unternehmen KI noch immer als 'nice to have' betrachten, zeigt sich in Branchen wie Immobilien, Handel oder Service längst ein konkreter Mehrwert, von Effizienzsteigerung und Kostensenkungen bis hin zu besseren Entscheidungsgrundlagen", sagt Elaheh Momeni, Co-Founderin von eMentalist und KI-Expertin bei Advicum Consulting.

Von reaktiven Systemen zu autonomen Prozessen

Im Unterschied zu klassischen Anwendungen agieren KI-Agenten nicht mehr nur auf Anfragen, sondern planen und steuern Aufgaben eigenständig. Dadurch verschiebt sich ihre Funktion von einer unterstützenden hin zu einer steuernden Rolle.

Unternehmen stehen gleichzeitig unter wachsendem Druck, effizienter und digitaler zu arbeiten. Agentic AI soll genau hier ansetzen, indem sie datenintensive Abläufe automatisiert, Fehler reduziert und neue Entscheidungsstrukturen ermöglichen soll. "Viele Unternehmen haben ihre Daten digitalisiert, aber oft fragmentiert abgelegt. Agentic AI vernetzt diese Systeme und ermöglicht erstmals durchgängige Automatisierung", so Momeni.

Breite Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Branchen

Die Anwendungsmöglichkeiten reichen laut der Expertin von der Immobilienwirtschaft bis zum Kundenservice. In der Immobilienbranche kann die Technologie etwa Wartungsprotokolle automatisiert erfassen, strukturieren und mit regulatorischen Anforderungen abgleichen. Auch in anderen Bereichen soll sie für effizientere Abläufe sorgen, indem Informationen strukturiert und manuelle Arbeitsschritte reduziert werden.

"Agentic AI ermöglicht durchgängige Automatisierungsprozesse und datenbasierte Entscheidungen. Das schafft neue Möglichkeiten, Abläufe, Steuerungsmöglichkeiten und mehr Transparenz entlang der gesamten Prozesskette", fasst die KI-Expertin zusammen.

Mehr Autonomie erfordert klare Verantwortlichkeiten

Mit der steigenden Eigenständigkeit der Systeme gewinnt die Frage nach Verantwortung an Bedeutung. Unternehmen müssen nachvollziehen können, wie Entscheidungen zustande kommen, und entsprechende Kontrollmechanismen etablieren.

"Es ist entscheidend, zu verstehen, wie die KI zu ihren Ergebnissen kommt. Deshalb braucht es klare Governance-Strukturen und den gezielten Einsatz von Human-in-the-Loop-Konzepten, um Kontrolle und Qualität sicherzustellen und zu gewährleisten", betont Momeni die Wichtigkeit des Menschen als letzte Kontrollinstanz.

Technologischer Fortschritt als Wettbewerbsfaktor

Viele Unternehmen unterschätzen laut eMentalist den Entwicklungsstand von Agentic AI. Gleichzeitig entstehen durch die Nutzung dieser Technologien Wettbewerbsvorteile, während fehlendes Know-how dazu führt, dass Potenziale ungenutzt bleiben.

Digitale Kompetenz wird zunehmend zur Voraussetzung, um Erwartungen von Investor:innen, Kund:innen und Geschäftspartner:innen zu erfüllen. Agentic AI wird dabei als langfristige Entwicklung gesehen, die zu stärker automatisierten Organisationsstrukturen führt.

"Mit klaren Governance-Strukturen, Transparenz und menschlicher Einbindung wird sie zum zentralen Baustein moderner Unternehmensstrategien und zum entscheidenden Hebel, um Transformation aktiv zu gestalten", schließt Momeni ab.

www.advicum.com

www.ementalist.ai

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV