Der Immobilienmarkt in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und Salzburg hat sich im Jahr 2026 deutlich stabilisiert. Nach einer Phase der Zurückhaltung bei Käufer:innen nimmt die Nachfrage inzwischen wieder zu. Der neue Immo-Guide Ost von s Real (siehe Infobox) gibt einen Überblick über die aktuelle Preisentwicklung und regionale Unterschiede in den vier Bundesländern.
Bereits zu Jahresbeginn hatte s Real eine Stabilisierung des Marktes prognostiziert. Zuvor hatten vor allem steigende Zinsen, strengere Kreditvergaberichtlinien und eine allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit viele potenzielle Käufer:innen dazu veranlasst, geplante Immobilienkäufe aufzuschieben.
Mittlerweile zeigt sich jedoch laut den Expert:innen wieder mehr Bewegung am Markt. "Realistische Preisvorstellungen, bessere Rahmenbedingungen bei der Finanzierung sowie gestiegene Einkommen lassen viele wieder an den Haus- oder Wohnungskauf denken", sagt Martina Hirsch, Geschäftsführerin von s Real und fügt hinzu: "Schnellentschlossenen steht in den nächsten Monaten noch eine große Auswahl an Immobilien zur Verfügung. Allen, auch jenen, die noch abwarten, geben wir mit dem neuen Immo-Guide Ost 2026 eine Markteinschätzung direkt von unseren Expert:innen in den Regionen an die Hand."
Preisniveau im Burgenland stabil mit regionalen Unterschieden
Im Burgenland zeigt sich das Preisniveau insgesamt stabil, allerdings mit deutlichen regionalen Differenzen. Besonders das nördliche Burgenland weist höhere Preise auf als der Süden des Bundeslands, so s Real.
"Das Burgenland bleibt insgesamt preislich attraktiv, zeigt jedoch klare regionale Unterschiede. Während das nördliche Burgenland höhere Preisniveaus als der günstige Süden aufweist, zählt insbesondere die Region Neusiedl am See zu den stärksten Lagen", betont Bernhard Klikovits, Leitung Region NÖ Süd & Burgenland.
Die Preise für Eigentumshäuser bewegen sich in der mittleren Wohnkategorie je nach Region zwischen rund 1.300 und 2.500 Euro pro Quadratmeter. Rückgänge beim Hauskauf verzeichnen derzeit die Bezirke Mattersburg und Rust.
Während einige südliche Regionen Preisrückgänge beobachten, sind die Preise in den Bezirken Oberwart und Jennersdorf gestiegen. Vor allem Oberwart gewinnt durch eine gute Infrastruktur und vergleichsweise moderate Preise an Attraktivität.
Niederösterreich profitiert von Nähe zu Wien
In Niederösterreich steigen die Preise vor allem in jenen Regionen, die gut an Wien angebunden sind oder direkt an die Bundeshauptstadt angrenzen.
"Am niederösterreichischen Immobilienmarkt entwickeln sich vor allem die an Wien angrenzenden sowie gut angebundenen Regionen preislich weiter nach oben. Trotz gestiegener Preise bleibt die Nachfrage hoch", sagt Nino Lutz, s Real Prokurist und Leiter der Regionen Wien und NÖ Nord/Mitte/Ost und fügt hinzu: "Viele Käufer:innen schätzen die Kombination aus urbaner Nähe, guter Infrastruktur und hoher Lebensqualität im Umland von Wien."
Preissteigerungen im Haussegment zeigen sich in mehreren Regionen, darunter im Bezirk Bruck an der Leitha, im Bezirk und in der Stadt Wiener Neustadt, in St. Pölten Land sowie im Bezirk Tulln. Auch in den Bezirken Hollabrunn und Korneuburg sowie in Krems Stadt sind steigende Preise zu beobachten.
Eine Ausnahme bildet der Bezirk Mödling, der zu den teuersten Regionen Niederösterreichs zählt. Dort zeigen sich die Preise für Häuser, Wohnungen und Baugrundstücke aktuell stabil bis leicht rückläufig. Laut Einschätzung könnte hier eine Preisobergrenze erreicht sein, die potenzielle Käufer:innen noch zu zahlen bereit sind. Sinkende Preise sind in Niederösterreich insgesamt selten und finden sich vor allem im Wald- und Weinviertel. Besonders der Bezirk Zwettl verzeichnet in mehreren Segmenten Preisrückgänge. Auch in Gmünd, Waidhofen an der Thaya und Mistelbach werden einzelne Immobilienkategorien wieder günstiger.
Salzburg bleibt ein Hochpreisstandort
Im Bundesland Salzburg bewegt sich das Preisniveau weiterhin auf hohem Niveau. Sowohl bei Häusern als auch bei Wohnungen zeigt sich eine stabile bis steigende Entwicklung.
In der Stadt Salzburg liegen die Preise für Häuser derzeit zwischen rund 3.900 und 5.200 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen kosten dort etwa zwischen 3.800 und 6.000 Euro pro Quadratmeter. "Das Preisniveau in Salzburg bleibt über alle Assetklassen hinweg traditionell hoch. Gleichzeitig sehen wir einen moderaten Anstieg der Kaufpreise sowie eine zunehmende Marktaktivität – ein Zeichen für eine wieder wachsende Nachfrage", erklärt Martina Hirsch.
Eigentum wird in Salzburg weiterhin nicht nur als Wohnform geschätzt, sondern auch als langfristige Anlage und Altersvorsorge betrachtet. Preisrückgänge zeigen sich vereinzelt bei Baugrundstücken, unter anderem in Hallein, Salzburg Umgebung, Sankt Johann im Pongau, Tamsweg sowie in Zell am See.
Wien mit stabiler Nachfrage nach Eigentum
Auch in Wien bleibt Wohneigentum weiterhin gefragt. Die Preise entwickeln sich laut s Real stabil, wobei bestimmte Bezirke besonders hohe Werte aufweisen. "Wohneigentum bleibt in Wien stark nachgefragt und die Preise zeigen eine stabile Entwicklung. Besonders der 1. Bezirk sowie Währing und Döbling zählen weiterhin zu den preisstärksten Lagen der Stadt", erklärt s Real Geschäftsführer Michael Molnar.
In der Wiener Innenstadt kosten Wohnungen aktuell zwischen etwa 6.000 und 8.000 Euro pro Quadratmeter. Bei Erstbezug können die Preise bis zu 17.000 Euro pro Quadratmeter erreichen. Auch in den Bezirken Währing und Döbling bewegen sich die Wohnungspreise auf hohem Niveau und liegen meist zwischen 3.000 und 5.000 Euro pro Quadratmeter, wobei Döbling in allen Kategorien etwas teurer ist. Für Neubauwohnungen im Erstbezug liegen die Preise im 18. und 19. Wiener Gemeindebezirk bei rund 9.000 Euro pro Quadratmeter.
Neue Entwicklungen prägen zudem andere Bezirke. Der 20. Bezirk profitiert von der Bebauung des Nordwestbahnhofgeländes, während im 15. Bezirk neue Wohnprojekte entlang der Äußeren Mariahilfer Straße entstehen. Beide Bezirke liegen aktuell mit durchschnittlich rund 3.200 Euro pro Quadratmeter in Brigittenau und etwa 3.000 Euro pro Quadratmeter in Rudolfsheim-Fünfhaus auf einem ähnlichen Preisniveau wie viele andere Wiener Bezirke.
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