Die neue Folge "Peter & Paul" dreht sich dieses Mal rund um das Thema "Energie und Wirtschaft – Wege in die Zukunft". Dazu spricht Paul Leitenmüller (CEO Opinion Leaders Network) mit seinen beiden Gästen Leonhard Schitter (Vorstandsvorsitzender Energie AG Oberösterreich) und Rudolf Krickl (Territory Senior Partner & CEO PwC Österreich). Gedreht wurde die aktuelle Folge am VIP-Terminal des Flughafen Wiens.
Energiewende als Schlüssel zur Souveränität
Leonhard Schitter ist Vorstandsvorsitzender der Energie AG Oberösterreich, einem Energie- und Dienstleistungskonzern, der Strom, Gas, Wärme und Wasser sowie Entsorgungs- und IKT-Services anbietet. Im Stromgeschäft deckt das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über die Verteilung bis zum Vertrieb ab und versorgt über seine Netze mehr als 450.000 Kund:innen. Zusätzlich bietet die Energie AG österreichweit Entsorgungsdienstleistungen und unterstützt im Wasserbereich mehr als 1.000 Gemeinden.
Schitter betont gleich zu Beginn des Gesprächs, dass es "zur Energiewende keine Alternative" gebe. Die vergangenen Jahre hätten klar gezeigt, was passiert, wenn sich Staaten in der Energieversorgung von anderen Ländern abhängig machen: "Abhängigkeit bedeutet immer Erpressbarkeit." Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sei Energie zur politischen Waffe geworden, weshalb es aus seiner Sicht bei der Energiewende nicht nur um Klimaziele, sondern auch um Sicherheit geht: "Wir müssen die Energiewende als Projekt zur Friedenssicherung verstehen – damit schaffen wir die Souveränität, die wir für Österreich brauchen", appelliert der Energie AG-Vorstandsvorsitzende.
Die Challenge der heutigen Zeit
Dem schließt sich Rudolf Krickl an, der als Territory Senior Partner & CEO von PwC Österreich gemeinsam mit seinem Team zahlreiche Unternehmen bei diesem und weiteren Transformationsprozess begleitet. Bei PwC handelt es sich konkret um ein weltweit tätiges Unternehmensnetzwerk, das Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Unternehmensberatung anbietet. In 149 Ländern arbeiten mehr als 370.000 Mitarbeitende für Kund:innen aus dem öffentlichen Sektor, der Finanzbranche sowie für Unternehmen jeder Größe. In Österreich ist PwC an fünf Standorten vertreten und unterstützt mit über 1.450 Expert:innen und mehr als 65 Partner:innen Organisationen vom Familienbetrieb bis zum internationalen Konzern.
Laut Krickl herrsche in Österreichs Wirtschaft derzeit bedauerlicherweise eine eher pessimistische Grundhaltung. "Das finde ich überaus schade, weil wir eigentlich viele Möglichkeiten hätten, positiv in die Zukunft zu gehen." So hätten Transformationsprojekte wie die Energiewende, aber auch die Skalierung neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), das Potenzial, durch die Masse an Investitionen belebend auf den Wirtschaftsstandort Österreich zu wirken. "Transformation gibt es auf vielen Ebenen – das alles systematisch strukturiert unter einen Hut zu bringen, ist die Challenge der heutigen Zeit", so der PwC Österreich-CEO. Wer diese Herausforderung meistere, eröffne seinem Unternehmen jedenfalls große Chancen: Alleine der gezielte Einsatz von KI könne die Wertschöpfung bedeutend steigern sowie dem Fachkräftemangel entgegenwirken und in weiterer Folge langfristig zur Wohlstandssicherung beitragen. Zunächst gelte es aber insgesamt, "eine positive Grundstimmung zu schaffen, wirklich anzupacken und gemeinsam echte Lösungen zu finden".
Wer bremst, verliert
Zusammenarbeit sei auch bei der Energiewende ein Schlüsselfaktor, erklärt Schitter: "Die Energiewende ist ein Gemeinschaftsprojekt – daran müssen alle mitarbeiten, denn die Ziele, die wir uns gesteckt haben, sind sehr ambitioniert." Für die Energieversorger bedeute das nun, verstärkt zu investieren und zu bauen: "Wenn Trump 'Drill, baby, drill' sagt, muss die europäische Antwort darauf 'Build, baby, build' sein – wir müssen erneuerbare Energien dringend ausbauen." Allerdings dürfe man die Österreicher:innen dabei nicht ausklammern, denn die Energiewende sei ebenso ein gesellschaftlicher Auftrag, hinter dem die Bevölkerung stehen müsse, damit er gelingen kann. "Unsere Aufgabe ist es nun, mit Mut voranzugehen und etwa auch neue Technologien auszuprobieren, denn nur so können wir langfristig Wohlstand sowie die Jobs für unsere Kinder und nächsten Generationen sichern", betont Schitter, und ergänzt: "Aktuell verstecken wir uns hier aber fast immer ein wenig, mit der Begründung, dass andere Themen momentan wichtiger wären. Aber wer jetzt bremst, verliert. Wer handelt, gewinnt."
Um in dieser Hinsicht voranzukommen, brauche es unter anderem aber auch Deregulierung, meint Krickl: "Wir sind definitiv zu sehr reguliert. Die Vorschriften müssen klarer und zugänglicher werden – das betrifft insbesondere auch die Förderlandschaft, die derzeit zu fragmentiert ist. Für Innovation ist das nicht sonderlich hilfreich." Als Positivbeispiel hebt er die Forschungsprämie hervor, die auf einem objektivierten Verfahren basiere: "Die FFG (Anm: Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) schaut über die Anträge, und die Prämie ist für alle einfach und schnell zugänglich. Solche Verfahren brauchen wir – und zwar im richtigen Tempo."
Was Leonhard Schitter und Rudolf Krickl zum Thema "Energie und Wirtschaft – Wege in die Zukunft" noch sagen, sehen Sie in unserem Video und hören Sie in unserem Podcast. Zwischen den Themenblöcken gibt es im Video wie gewohnt ein Business-Event, dieses Mal von den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des Olympiasiegs von Franz Klammer.
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Fotos vom Dreh sehen Sie in der Galerie.
www.energieag.at
www.pwc.at
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