Jubiläumsausstellung
Das Lebenswerk von Hans Giegerl im Kunsthaus Köflach

| Gerhard Krispl / LEADERSNET-ART Herausgeber 
| 02.02.2026

Ein Leben in Farbe und Form: Das Kunsthaus Köflach widmete dem Künstler anlässlich seines 80. Geburtstags im Jahr 2025 eine umfassende Jubiläumsausstellung.

Der Versuch, sichtbar zu machen, wie außergewöhnlich vielseitig und konsequent Hans Giegerls künstlerisches Schaffen über beinahe sechs Jahrzehnte hinweg war und andauernd ist, erwies sich als großartige und äußerst erfolgreiche Schau.

Ein Œuvre wie von mehreren Künstlern

Hans Giegerl, 1945 in Pichling bei Köflach geboren, ist ein künstlerischer Autodidakt im besten Sinne. Von Beruf Fotograf entdeckte er früh seine wahre Passion in der bildenden Kunst. Seine künstlerische Reise begann mit einem Malkasten voller Ölfarben vom Großvater – ein Geschenk, das den Grundstein für ein jahrzehntelanges kreatives Schaffen legte.

Die Ausstellung zeigte Materialbilder, Collagen, Acrylgemälde und Zeichnungen – ein Œuvre, das mühelos mehreren Künstlerpersönlichkeiten zugeordnet werden könnte. Doch Giegerl ließ sich nie in ein Korsett künstlerischer Strömungen und Vereinigungen zwängen. Seine Unabhängigkeit und sein experimenteller Geist machen seine Arbeiten so einzigartig.

Hans Giegerl
Freuen sich über die gelungene Ausstellungseröffnung: Ulrike Janach, Leiterin des Kunsthauses Köflach und Künstler Hans Giegerl. © Foto: Agathon Koren

Drei Räume, drei Dimensionen

Die Ausstellung war kuratorisch klug in drei Räume gegliedert: Ein Raum bot einen repräsentativen Querschnitt durch das Gesamtwerk, ein weiterer widmete sich einer biografisch wie künstlerisch prägenden Phase von Verlust und Schmerz – insbesondere nach dem Tod seiner Mutter 1999 –, während ein dritter Raum spirituell im Ausdruck war.

Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang

Besondere Aufmerksamkeit erhielten die pointillistisch anmutenden Metallrasterbilder, eine Technik, in der Hans Giegerl als Pionier gilt. Durch das zugrunde liegende Raster entstehen oszillierende Farbverläufe, die imaginäre, schwebende Räume im Auge des Betrachters erschaffen. Ebenso beeindruckten farbintensive kosmische Bildwelten voller Fantasie. Seine jüngsten Bilder zeigen Sonnenuntergänge, die ebenso als Sonnenaufgänge gelesen werden können – Abschied und Aufbruch, Melancholie und Hoffnung liegen dabei eng beieinander. Der Künstler selbst spricht vom Lebensabend, doch mit einem unübersehbaren Hoffnungsschimmer.

Hans Giegerl
Arbeiten aus den frühen 1970er-Jahren bis zu Werken aus dem Jahr 2025 verdeutlichten das Credo des Künstlers: "Ich male jeden Tag". © Foto: Agathon Koren

Berührung und Bewunderung

Die Reaktionen des Publikums waren ebenso vielfältig wie emotional: Erinnerungen wurden wach, tiefe Berührung und große Bewunderung waren spürbar. Giegerls Werk schafft es, Menschen direkt zu erreichen – unabhängig von kunsttheoretischem Vorwissen. Das Kunsthaus Köflach hat mit dieser Retrospektive mehr als nur eine Werkschau präsentiert. Es ist eine Hommage an einen Künstler, der seiner Heimatstadt treu geblieben ist, der sich nie verbiegen ließ und der bis heute jeden Tag zur Farbe greift. Ein künstlerisches Leben, das inspiriert.

www.kunsthaus-k.at

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Herausgeber von LEADERSNET-ART ist Gerhard Krispl.

 

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