Gastbeitrag von Herbert Fritsch-Richter
Die Kunst der Unternehmensführung im Zeitalter der Transformation

Gastbeitrag von Herbert Fritsch-Richter, Director EO Austria, über die derzeit äußerst vielfältigen Anforderungen an Führungskräfte.

Die Anforderungen an Führungskräfte sind aktuell mindestens so vielfältig wie die Krisen, die wir derzeit erleben. Unternehmen sollen sich rasch in Richtung Nachhaltigkeit/ESG, Diversität und Digitalisierung transformieren und dabei auch noch mit multiplen Krisen wie Lieferkettenproblemen, hohen Energiekosten, Inflation, Wertewandel u.ä. umgehen können. Dabei sollen alle Unternehmensvorteile und die bewährte Unternehmenskultur der Vergangenheit bestmöglich erhalten bleiben, um die Zufriedenheit aller Stakeholder zu gewährleisten. Die derzeitigen, fast unrealistischen Anforderungen an Führungskräfte sind enorm und eine erfolgreiche Umsetzung im Sinne aller Beteiligten scheint beinahe unmöglich.

Eine unmögliche Aufgabe, eine neue Führung

Ein/e "Wunderwuzzi" muss somit her, der bzw. die sowohl die "alte" als auch die neue Welt versteht, Krisen bewältigen, das Unternehmen erfolgreich in das neue Zeitalter führen und dabei noch alle Stakeholder zufriedenstellen kann. Widerstände und Schwierigkeiten kommen jedoch rasch von vielen Seiten, sei es von den Eigentümern, dem Betriebsrat, externen Beratern oder Vorstands- bzw. Geschäftsführungskolleg:innen. Der Rückhalt der Stakeholder wird rasch auf die Probe gestellt und das Management fühlt sich im schlechtesten Fall im Stich gelassen.

Für eine erfolgreiche Transformation sind Zeit, Geld, eine klare Strategie und vor allem oftmals ein neues Management erforderlich. Top-Besetzungen mit großen Erfolgsaussichten kommen hier eher aus dem externen Umfeld als aus dem Unternehmen selbst. Hier ist es von höchster Bedeutung, dass Vertrauen aufgebaut wird und alle an einem Strang ziehen.

Top-Manager:innen erwarten Einblicke

Die Top-Manager:innen hinterfragen bereits im Einstellungsprozess die Struktur der Stakeholder und deren Motive sehr detailliert. Unklare Antworten und unkonkrete Strategien führen oft zu einer Absage. Ein guter Executive Search Berater hinterfragt gewissenhaft die Motivation des Auftraggebers und die Anforderungen an die Führungskraft. Als neutrale Stelle stellen wir auch sensible Fragen und hinterfragen die Motivation und Ziele des Unternehmens genau. Ein erfolgreicher "Match" mit einer neuen Führungskraft ist nur möglich, wenn auch unangenehme Szenarien durchgespielt und die Kenntnisse und Motivation des Managers für die Aufgabe genau hinterfragt werden. Wichtig ist hier, dass Vertrauen bereits im Zuge des Einstellungsprozesses aufgebaut wird.

Ein bewährter Ansatz zur Transformation

Ein Ansatz, den bereits viele Unternehmen erfolgreich umgesetzt haben, besteht darin, am Beginn nur einen Teilbereich des Unternehmens neu auszurichten und damit einen Kulturwandel herbeizuführen, denn kleinere Veränderungen sind leichter zu bewältigen. Dies kann beispielsweise durch die Schaffung neuer Unternehmen im Unternehmensverbund (z.B. Start-ups) geschehen, in denen andere Regeln gelten (Homeoffice, Organisationsstruktur, Unternehmenskultur usw.). Die erfolgreiche Umsetzung kann als Best-Practice-Beispiel dienen, um das gesamte Unternehmen auf die neue Zeit vorzubereiten. Alternativ können bestehende Unternehmensbereiche, Firmen, Organisationen oder Teams, die stark transformiert werden sollen, sozusagen als Versuchsobjekt dienen.

Fazit

Eine erfolgreiche Integration erfordert eine Symbiose zwischen der alten und der neuen Welt, wobei die besten Elemente beider Welten erhalten, Neue hinzugefügt und beide weiterentwickelt und optimiert werden müssen. Eine Mammutaufgabe für das heutige Management, die einen holistischen, strategischen Blick, hohe emotionale Intelligenz, die Fähigkeit, beide Welten zu bedienen, sowie ein starkes Nervenkleid erfordert.

www.eoexecutives.at


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