Wohnungskäufe gehen zurück – Mietanteil steigt

| Redaktion 
| 03.04.2023

Einen ähnlich niedrigen Wert gab es zuletzt 2013. Unsicherheiten am Immobilienmarkt stärken den Mietmarkt.

Der Immobilienmarkt ändert sich markant. "Seit Herbst 2022 ist ein Rückgang bei Immobilientransaktionen zu sehen – erstmals seit zehn Jahren", kommentiert Martina Hirsch, Geschäftsführerin von sREAL das Ergebnis einer neuen Analyse des Wohnungsmarktes.

Inflation bremst Nachfrage

Demnach sind steigende Zinsen, Inflation und verschärfte Kreditvergaberegeln für die gebremste Nachfrage verantwortlich. Während bislang Zweizimmerwohnungen im Fokus der Nachfrage lagen, geht der Trend nun zu größeren Wohneinheiten. Ebenfalls zu bemerken ist eine verstärkte Tendenz von Bauträger:innen, ihre Projekte mit Mietkauf-Option anzubieten, um leistbares Eigentum zu ermöglichen.

"Die Schmerzgrenze – also der Betrag, der für Eigentumsanschaffung leistbar scheint, liegt in Österreich durchschnittlich bei 400.000 bis 500.000 Euro", so Hirsch. Eine rückläufige Nachfrage nach Eigentum über diesem Wert sei in der Branche spürbar. Für Wohnimmobilien im Luxusbereich gelten dabei natürlich andere Parameter und Rahmenbedingungen. Durch geplante Erleichterungen in der Kreditvergabe und Zwischenfinanzierung ab 1. April 2023 soll der Eigentumserwerb wieder vereinfacht werden (LEADERSNET berichtete).

Sicher in Miete

"Die Menschen in Österreich leben gerne im Eigentum – das Verhältnis Eigentum zu Miete ist ca. 60:40", so Hirsch, "bedingt durch Unsicherheiten am Immobilienmarkt gibt es deutliche Änderungen. Das zeigt sich unter anderem in längeren Prozessen, z.B. bei der Suche und Auswahl von Immobilien im Eigentum. Und nicht wenige entscheiden sich in der aktuellen, volatilen Situation dann für Mietimmobilien."

Denn die Mietimmobilie sei die kurzfristige Alternative. Zugunsten der Miete würden sich für Konsument:innen auch Regelungen wie das Bestsellerprinzip auswirken.

www.sreal.at

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