Das Ministerienroulette auf einen Blick: Das sind die Neuen

Bundeskanzler Karl Nehammer hat nach den Rücktritten von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck die Neuaufstellung im ÖVP-Regierungsteam präsentiert.

Wie nicht anders zu erwarten, gab es am Dienstag eine heftige Drehung im Ministerienroulette. Um nicht den Überblick zu verlieren, hat LEADERSNET die wichtigsten Neubesetzungen, Änderungen und Agendenübersiedlungen zusammengetragen:

Der (alte) Arbeits- und nun auch (neue) Wirtschaftsminister

Es wurde schon von vielen Medien kolportiert und stellte sich auch als wahr heraus: Arbeitsminister Martin Kocher wird nach dem Rücktritt von Margarete Schramböck (LEADERSNET berichtete) zusätzlich die Wirtschaftsagenden übernehmen.

Arbeitsminister Martin Kocher © LEADERSNET

Kocher wurde bereits unter Sebastian Kurz in die Regierung geholt, ist allerdings kein ÖVP Mitglied. Das Wirtschaftsressort wird ab sofort eingespart, dafür gibt es eine neue Staatssekretärin und einen neuen Staatssekretär.

Tourismus-Staatssekretärin

Nach dem Rücktritt von Elisabeth Köstinger werden außerdem die Tourismusagenden vom Landwirtschafts- in das neue große Arbeits- und Wirtschaftsministerium transferiert. Mit Susanne Kraus-Winkler werde Kocher die neue Tourismusstaatssekretärin zur Seite gestellt. Gegenwärtig ist sie als Obfrau des Fachverbands Hotellerie in der Wirtschaftskammer tätig.

Digitalisierungs-Staatssekretärin

Ein Staatssekretariat für Digitalisierung und Breitband kommt ebenfalls. Diese Agenden wird Florian Tursky, bisher Büroleiter des Tiroler Landeshauptmanns Günther Platter, übernehmen. Die Digitalisierungsagenden wandern damit wieder vom Wirtschafts- in das Finanzministerium von Magnus Brunner.

Auch die Rolle von Jugend-Staatssekretärin Claudia Plakolm wird aufgewertet. Zu ihr wandern die Zuständigkeit für den Zivildienst. Plakolm leiste einen wesentlichen Beitrag, damit die Interessen der Jugend ernstgenommen werden und die Jugend eine Stimme in der Regierung habe, sagte Nehammer.

 

Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm © JVP

Der neue Landwirtschaftsminister

Der Osttiroler Bauernbunddirektor, Norbert Totschnig, wird das Landwirtschaftsministerium übernehmen. Er gilt als "schwarzer" ÖVPler, wird also nicht der Gruppe um Sebastian Kurz, zu der Köstinger zählte, zugeordnet.

Geboren unweit von Lienz, wuchs er mit fünf Geschwistern auf dem elterlichen Hof auf. Seine politische Karriere begann Totschnig als parlamentarischer Mitarbeiter von Georg Schwarzenberg, dann als Assistent der EU-Abgeordneten Agnes Schierhuber. Im Mai 2002 übernahm er die Rolle des Generalsekretärs der Bauernbundjugend. Diesem blieb er bis jetzt erhalten und war seit 2017 dessen Direktor.

In den Jahren versuchte sich Totschnig immer wieder in der Bundespolitik. Von seiner ersten Station als Klubreferent für Ökologie im ÖVP-Parlamentsklub, ging es in das Kabinett vom damaligen Finanzminister Michael Spindelegger und auch ins Wissenschaftsministerium des damaligen Vizekanzlers Reinhold Mitterlehner.

Vorschusslorbeeren

Nehammer war voll des Lobes für seine neuen Teammitglieder. Totschnig sei ein etwa "großer, leidenschaftlicher Kämpfer für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern", Tursky ein "Experte und bewährter Krisenmanager", und Kocher ein "absolut erfahrener Experte".

Plakolm habe in Fragen der Jugend schon bisher einen wesentlichen Beitrag geleistet und erhalte mit dem Zivildienst nun eine positive thematische Abrundung. Kraus-Winkler sei eine, die die Ängste, Nöte und Zukunftshoffnungen der Tourismusbranche aufnehmen könne. (ca)

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