Wiener Start-up tischt Lachs aus dem 3D-Drucker auf

"Legendary Vish" druckt vegetarische Fischfilets aus rein pflanzlichen und nachhaltigen Stoffen – derzeit noch in der Pilotphase, soll er bis spätestens 2022 serienreif auf den Tischen landen.

Es war nur eine Frage der Zeit: Nachdem die Nachfrage an pflanzlichen Alternativen zu Fleisch immer größer wird und Unternehmen wie Beyond Meat und Co. erfolgreich mit Hochdruck an – sowohl in Opitk und Textur als auch Geschmack – täuschend echten Steaks aus dem 3D-Printer arbeiten, steht nun auch das gedruckte Veggie-Lachsfilet in den Start-up-Startlöchern und soll schon bald auf den Tellern der ganzen Welt landen.

Legendary Vish: Dreiköpfiges junges Start-up aus Wien bringt bald Veggie Fisch auf den Tisch

Besonders spannend ist, dass eines der allerersten serienreifen vegetarische Fischfilet aus Österreich kommen könnte, genauer gesagt aus Wien: ein junges Start-up aus der Bundeshauptstadt befindet sich gerade in der Pilotphase ihres Projektes zur Herstellung rein pflanzlicher, gesunder und nachhaltiger Lachsfilets, die nach Angaben des CEO Robin Simsa auch noch wie echter Lachs schmecken sollen.

Simsa, der Biotechnologie und Nahrungsmitteltechnologie studiert hat, hat bereits an der Entwicklung von zellbasiertem Fleisch und anderen alternativen Proteinen gearbeitet und  ist einer der drei Gründer von "Legendary Vish". Seine Co-Founder Theresa Rothenbücher und Hakan Gürbüz sind ebenso höchst fähige junge Wissenschaftler: Rothenbücher macht gerade ihren PhD in Gewebezucht (Tissue Engineering) und ist als Chief of Scientific Operations (CSO) für die Produktentwicklung zuständig. Gürbüz ist Experte auf dem Gebiet des 3D-Drucks und als Chief Technology Officer (CTO) dafür verantwortlich, die Legendary Vish Produkte serienreif zu machen.

Die Idee zum Unternehmen kam den drei jungen Wissenschaftlern im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts mit "Bioprinting", also dem 3D-Druck organischer Substanzen, auseinandergesetzt haben.

"Gesund, nachhaltig und rein pflanzlich"

Das "Legendary Vish"-Filet enthält, analog zu bereits erhältlichen vegetarischen bzw. veganen Burgerpatties, pflanzliche Proteine. Um dem Fischgeschmack besonders nahe zu kommen, setzt das junge Biofood-Start-up auf eine Mischung aus Algen und Gemüse, gleichzeitig will man auch den Nährwert von Lachs wiedergeben.

Erste Geschmacktests, die im Rahmen der laufenden Pilotphase durchgeführt wurden, verlaufen laut Legendary Vish sehr vielversprechend. Auf seinem Instagram-Profil teilt das junge Start-up News und Insights zum Fortschritt sowie zur Verkostung – von vegetarischem Lachssushi bis zum Veggie-Lachsaufstrich. Noch ist das Produkt allerdings noch nicht serienreif. Aktuell wird intensiv an der Prozesstechnologie gearbeitet, um das Gewebe und somit die Konsistenz des Fisches so gut wie möglich zu imitieren. 

Nachhaltige Alternative und 75 Prozent weniger CO2-Ausstoß

Das Projekt von Legendary Fish bekommt vor dem Hintergrund der Entwicklung des weltweiten Fischkonsums auch mehrere Umweltschutzaspekte: Denn die Menschen essen nicht nur immer mehr Fleisch, sondern auch immer mehr Fisch. Der jährliche Fischkonsum ist auf 20,5 Kilogramm Fisch pro Kopf angestiegen, wie die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) im Juni vermeldete – das ist ein Rekordwert. Die Folgen sind dramatisch, denn durch die stetig steigende Nachfrage werden im Mittelmeer mehr Tiere gefangen als reproduziert werden können. Pflanzliche Alternativen zu Fisch sind im Gegensatz zu Fleischersatzprodukten aktuell noch eine absolute Randerscheinung, weshalb Legendary Vish sich eine lukrative Nische bauen könnte.

Laut eigener Berechnung würde sich durch den vermehrten Konsum von Fischalternativen der CO2-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlicher Fischproduktion um 75 Prozent verringern. Der Fisch aus dem Drucker könnte aber auch deshalb eine gesunde Alternative zur konventionellen Massenware darstellen, weil viele Fische aufgrund der Verschmutzung von Gewässern durch Mikroplastik und Schwermetalle verunreinigt werden bzw. in Aquakulturen oft Antibiotika und Wachstumshormone zum Einsatz kommen.

Rollout in ein bis zwei Jahren geplant

Dass der vegetarische Lachs aus dem 3D-Drucker großes Potenzial hat, steht somit fest: Schon jetzt haben potenzielle Investoren und Inkubatorprogramme Interesse an Legendary Vish bekundet, und auch Gespräche mit verschiedenen Investoren laufen bereits. In eineinhalb bis zwei Jahren will Legendary Vish mit Partner-Restaurants mit dem Vertrieb der eigenen Produkte beginnen. (rb)

www.legendaryvish.com

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