Island geht gegen rücksichtslose Influencer vor

Breite Aufklärungskampagne auf Facebook und Twitter zeigt respektloses Verhalten.

Island hat ein Problem mit rücksichtslosen Influencern. Diese wollen offenbar keine Regeln beachten, nur um sich in sozialen Online-Medien mit möglichst spektakulären Naturaufnahmen in Szene zu setzen. Um dem fragwürdigen Trend ein Ende zu setzen, haben lokale Aktivisten und Tourismusanbieter wie Visit Iceland nun auf Facebook und Instagram eine eigene Aufklärungskampagne gestartet, bei der Einheimische das respektlose Verhalten mit Bildern und Videos dokumentieren können.

"Alles dreht sich ums perfekte Foto"

"Das unbesonnene Handeln einer einzigen berühmten Person kann ein ganzes Land dramatisch beeinflussen, wenn die Masse diesem Trend folgt", zitiert BBC News den isländischen Minister für Umwelt und natürliche Ressourcen, Gudmundur Ingi Gudbrandsson. Der nordische Inselstaat, der für seine von Vulkanen, Geysiren, Thermalquellen und Lavafeldern geprägte Landschaft bekannt sei, wird aktuell von Influencern geradewegs überflutet. Allein auf Instagram finden sich mehr als zehn Millionen Fotos, die Touristen aus aller Welt dort aufgenommen und online gestellt haben.

Das Problem dabei: Die meisten davon kennen entweder die geltenden Gesetze des Landes nicht oder wollen sich einfach nicht daran halten. "Heute dreht sich alles nur darum, das perfekte Foto zu bekommen. Ich habe noch nie so viel dummes und verantwortungsloses Verhalten erlebt wie hier in Island. Man muss diese Leute informieren, was sie da tun, dass sie damit aufhören", bringt die Fotografin Michalina Okreglicka den zunehmenden Ärger unter der Bevölkerung auf den Punkt.

Geldstrafe für russischen Blogger

Um Influencer, die nach Island reisen wollen, schon vor ihrer Ankunft über die örtlichen Regeln aufzuklären, wurde nun eine eigene Initiative auf Facebook und Instagram ins Leben gerufen. Dort finden sich zum Beispiel Fotos von Übeltätern, die betrunken ein Auto fahren, in geschützten Gletscherzonen oder Mooslandschaften herumspazieren, vorgegebene Touristenrouten verlassen oder mit ihren mitgebrachten Drohnen Pferde aufscheuchen.

Für besondere Aufregung sorgte ein Vorfall Anfang des Monats, als ein russischer Reise-Blogger im Norden des Landes mit einem gemieteten SUV einen Ausflug zum Vulkansee Myvatn machen wollte und dabei die Straße verlassen hatte. Beim Querfeldeinfahren, das in Island aufgrund der empfindlichen Landschaft und Pflanzenwelt strengstens verboten ist, blieb sein Auto im sandigen Boden stecken. Die Aktion brachte ihm eine Geldstrafe und heftige Proteste von Instagram-Usern ein. (pte)

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