ASFINAG-Chef Klaus Schierhackl geht mit Ende Jänner

Schenkung und Belästigung: Schwerwiegende Vorwürfe bewegen den Manager zum Rückzug.

ASFINAG-Vorstandsdirektor Klaus Schierhackl wird Ende Jänner seinen Sessel räumen. Nachdem der ASFINAG-Aufsichtsrat um Peter Franzmayer in den vergangenen Woche intensiv mit Schierhackl verhandelt hatte, konnte man sich auf eine einvernehmlichen Vertragsauflösung einigen.

Gabriele Csoklich übernimmt interimistisch

Bereits im November war Vorstandschefin Karin Zipperer überraschend zurückgetreten (LEADERSNET berichtete). Sie hatte dabei angedeutet, dass es Differenzen mit Schierhackl gegeben habe. Der staatseigene Autokonzern muss nun seine Führungsriege neu aufstellen. ""Der Rückzug von Dr. Schierhackl macht nunmehr eine komplette Neuaufstellung des Vorstandes notwendig. Diese nehmen wir umgehend in Angriff. Nach einer ersten erfolgreichen Ausschreibung gehen wir davon aus, zeitnah wieder einen Finanzvorstand besetzen zu können", so der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Franzmayr.

Für die Zeit unmittelbar nach dem 31. Jänner 2019 hat der Aufsichtsrat Gabriele Csoklich, Gesamtprokuristin und Geschäftsführerin der ASFINAG European Toll Service GmbH, mit der interimistischen Wahrnehmung der Vorstandsagenden beauftragt.Csoklich leitet seit 2008 den Bereich Finanzierung in der ASFINAG, im Jahr 2010 wurde sie zur Geschäftsführerin der ASFINAG European Toll Service GmbH bestellt, zusätzlich verantwortet sie seit Jänner 2015 das Konzern-Rechnungswesen.

"Öffentliche Diskussion erschwert gedeihliche Fortsetzung"

"Ich habe über viele Jahre erfolgreich Verantwortung für die ASFINAG getragen. Ich muss heute erkennen, dass die öffentliche Diskussion rund um meine Person eine gedeihliche Fortsetzung dieser Tätigkeit erheblich erschwert. Mit meinem Rückzug möchte ich einen Neubeginn im Unternehmen ermöglichen", kommentiert Schierhackl seine Entscheidung.

Die von Schierhackl zitierte "öffentliche Diskussion" war in Gang gesetzt worden, nachdem der Kurier über einen angeblich verbalen sexuellen Vorwurf einer Asfinag-Mitarbeiterin gegen Schierhackl berichtete. Vorstand Schierhackl hat dies jedoch bestritten. Zugleich kam durch einen weiteren Kurier-Bericht ans Tageslicht, dass die Vermieterin der Wiener ASFINAG-Zentrale Schierhackl privat ein 1,3 Millionen Euro schweres Privathaus in Niederösterreich geschenkt hatte.

"Die letzten Monate mit den auch öffentlich gewordenen Diskussionen rund um Vorstandsdirektor Klaus Schierhackl waren eine große Herausforderung. Ich bedanke mich beim Aufsichtsrat unter der Führung von Peter Franzmayr für das besonnene Handeln. Die ASFINAG ist eines der bedeutendsten Infrastrukturunternehmen des Landes. Umso wichtiger ist es, die Ruhe im Unternehmen wieder herzustellen. Ich bin zuversichtlich, dass dies mit der Neuaufstellung des Vorstandes gelingen wird", erklärt Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ)

Hervorragender Ruf erarbeitet

Klaus Schierhackl begann seine Karriere 1997 in der ASFINAG als Abteilungsleiter Maut. Von 2005 bis 2007 war er Geschäftsführer der ASFINAG Maut Service GmbH, ehe er 2007 zum Vorstand der ASFINAG bestellt wurde. "In diesen letzten Jahren hat sich die ASFINAG weiter positiv entwickelt und sich unter europäischen Autobahnbetreibern einen hervorragenden Ruf erarbeitet", so das Unternehmen in einer Aussendung. Peter Franzmayr: "Dafür spreche ich Dr. Schierhackl im Namen des gesamten Aufsichtsrates meinen Dank aus." (as/ots)

www.asfinag.at

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