Mit 88,67 Prozent gewählt
Wirtschaftsbund Niederösterreich bestätigt Wolfgang Ecker im Amt

| Janet Teplik 
| 17.09.2026

Bei der 20. Landesgruppen-Hauptversammlung erhielt der WKNÖ-Präsident 88,67 Prozent der Stimmen. Unter dem Titel "WB NÖ neu denken" soll zugleich eine jüngere Generation stärker in die Organisation eingebunden werden.

Der Wirtschaftsbund Niederösterreich setzt an seiner Spitze weiterhin auf Wolfgang Ecker. Die 150 Delegierten bestätigten den Präsidenten der Wirtschaftskammer Niederösterreich bei der 20. Landesgruppen-Hauptversammlung in der Spitzenfabrik St. Pölten mit 88,67 Prozent als Landesgruppenobmann. Parallel zur personellen Kontinuität kündigte die Organisation einen internen Erneuerungsprozess an.

"Ich nehme dieses Vertrauen mit großer Dankbarkeit an, aber vor allem mit einem klaren Auftrag. Unsere Betriebe stehen wirtschaftlich unter enormem Druck, und gleichzeitig müssen auch wir als Interessenvertretung bereit sein, uns weiterzuentwickeln. Wir müssen zuhören, ändern, was nicht mehr funktioniert, und mit aller Kraft vertreten, was unsere Unternehmer:innen brauchen. Genau diesen Weg möchte ich gemeinsam mit unserem Team und unseren Mitgliedern gehen", erklärte Ecker nach seiner Wiederwahl.

Der Steinmetzmeister steht seit 2018 an der Spitze des Wirtschaftsbundes Niederösterreich und ist seit 2020 Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich. In dieser Funktion wurde er im Mai 2025 für eine weitere Periode bestätigt (LEADERSNET berichtete). 

Entwicklungsteam soll Erneuerung begleiten

Unter dem Titel "WB NÖ neu denken" will der Wirtschaftsbund seine Strukturen und Arbeitsweisen überprüfen. Ein neu eingesetztes Entwicklungsteam soll die Zwischenergebnisse des Prozesses hinterfragen und eigene Vorschläge einbringen. Ihm gehören zwölf Mitglieder und Funktionär:innen des Wirtschaftsbundes an, die jünger als 45 Jahre sind.

Welche konkreten organisatorischen Änderungen daraus hervorgehen und bis wann erste Ergebnisse vorliegen sollen, wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Ecker betonte jedoch, dass jüngere Unternehmer:innen und Funktionär:innen frühzeitig Verantwortung übernehmen sollen. "Wir wollen keine neue Fassade, sondern auf einem starken Fundament weiterbauen. Erfahrung und neue Ideen sind dabei kein Widerspruch. Wir brauchen beides, wenn wir auch in Zukunft die starke Stimme der niederösterreichischen Wirtschaft sein wollen", sagte der wiedergewählte Landesgruppenobmann.

WBNÖ-Direktor Harald Servus, Abgeordneter zum Nationalrat, bezeichnete die personelle und organisatorische Neuausrichtung als Reaktion auf die wirtschaftlich schwierige Lage: "Gerade in solchen Zeiten braucht es Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Das wird kein Schönwettersegeln in den nächsten Jahren." Die Mitglieder sollten den Veränderungsprozess nicht nur verfolgen, sondern sich aktiv daran beteiligen: "Wir brauchen unsere Mitglieder nicht als Publikum eines Veränderungsprozesses. Wir brauchen sie als Teil davon."

Wirtschaftsbund verweist auf politische Vorhaben

Neben der internen Weiterentwicklung stand auch die politische Interessenvertretung im Mittelpunkt der Hauptversammlung. Servus verwies unter anderem auf die ab 2028 vorgesehene Senkung des Dienstgeberbeitrags zum Familienlastenausgleichsfonds von 3,7 auf 2,7 Prozent. Damit soll ein Teil der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt reduziert werden.

Zudem führte er die sogenannte Aktivpension als umgesetzte Forderung des Wirtschaftsbundes an. Das betreffende Gesetzespaket soll längeres Arbeiten nach Erreichen des Regelpensionsalters unter anderem durch einen steuerlichen Freibetrag attraktiver machen. Beim Bürokratieabbau und bei der Wettbewerbsfähigkeit sieht der Wirtschaftsbund hingegen weiteren Handlungsbedarf. Bei der Wirtschaftskammerwahl 2025 erreichte der Wirtschaftsbund Niederösterreich 64,21 Prozent der Stimmen und 72,99 Prozent der Mandate. Die Wahlbeteiligung lag bei 23,99 Prozent.

Neuer Landesgruppenvorstand gewählt

Neben Ecker wurden Kurt Hackl, Ingeborg Dockner, Jochen Flicker und Thomas Welser zu dessen Stellvertreter:innen gewählt. Jürgen Sykora übernimmt die Funktion des Finanzreferenten. Mit der Abschlussprüfung wurde Baldinger & Partner Wirtschaftsprüfung, vertreten durch Martin Riedl, betraut.

Dem ständigen Schiedsgericht gehören Hans-Jörg Haftner und Michaela Steinacker an. Kraft Statuts sind Harald Servus und Elisabeth Zehetner im Landesgruppenvorstand vertreten. Mit Stimmrecht kooptiert wurden Christian Moser, Erich Moser, Monika Eisenhuber, Vera Sares und Michaela Habinger.

An der Hauptversammlung nahmen laut Wirtschaftsbund unter anderem Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, WKÖ- und WBÖ-Präsidentin Martha Schultz, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sowie Staatssekretärin Elisabeth Zehetner teil.

www.wbnoe.at

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