AIT entwickelt Blaupause
Lienz wird zur Modellstadt für klimafitte Kommunen

| Janet Teplik 
| 09.08.2026

Gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology hat die Stadt Lienz einen praxistauglichen Fahrplan zur Klimaneutralität entwickelt, der als Blaupause für ganz Österreich dienen soll.

Städte spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz. Die Stadt Lienz hat gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) einen Fahrplan entwickelt, der aufzeigen soll, wie Klimaschutz, Stadtentwicklung und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbunden werden können.

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Frage, welche Maßnahmen notwendig sein könnten, um die Energieversorgung, Mobilität und weitere relevante Bereiche langfristig nachhaltiger auszurichten.

Energie- und Treibhausgasbilanz als Grundlage

Eine zentrale Grundlage des Projekts war eine Energie- und Treibhausgasbilanz für das Jahr 2023. Diese zeigt, in welchen Bereichen in Lienz derzeit Emissionen entstehen. Analysiert wurden unter anderem Gebäude, Mobilität, Energieversorgung und Industrie. Auf Basis dieser Daten wurden zwei Zukunftsszenarien bis 2040 entwickelt. Ein Basisszenario berücksichtigt die bereits geplanten energiepolitischen Entwicklungen der Stadt. Ein weiteres Szenario betrachtet eine Entwicklung hin zu einem nachhaltigen städtischen Energiesystem mit dem Ziel der Klimaneutralität. Die Szenarien sollen eine bessere Einschätzung ermöglichen, welche Maßnahmen welche Auswirkungen haben könnten.

Zusammenarbeit mit lokalen Akteur:innen

Ein weiterer Bestandteil des Projekts war die Einbindung verschiedener Gruppen aus der Stadt. Vertreter:innen aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft arbeiteten an möglichen Lösungsansätzen mit.

Nach Angaben der Projektverantwortlichen sollen dadurch Maßnahmen entwickelt worden sein, die sowohl fachlich fundiert als auch praktisch umsetzbar seien. Klimaneutralität werde dabei als gemeinsamer Prozess verstanden, an dem unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche beteiligt sind.

Maßnahmenkatalog und Monitoring

Der Klimaneutralitätsfahrplan umfasst einen Maßnahmenkatalog für verschiedene Handlungsfelder sowie ein Monitoringkonzept mit Kennzahlen. Dieses System soll der Stadt ermöglichen, Fortschritte regelmäßig zu überprüfen und die Umsetzung einzelner Maßnahmen anzupassen. Ob die angestrebten Klimaziele tatsächlich erreicht werden können, wird von der weiteren Umsetzung abhängen.

Projekt mit möglicher Vorbildwirkung

Nach Einschätzung der Projektpartner könnte der Ansatz auch für andere Gemeinden interessant sein. Eine Kombination aus Datengrundlage, klaren Zielsetzungen und Beteiligung lokaler Gruppen soll dabei als Grundlage für kommunale Klimastrategien dienen.

Für den "Klimaneutralitätsfahrplan Lienz 2040" wurden die Stadt Lienz und das AIT mit dem ÖGUT-Umweltpreis in der Kategorie "Nachhaltige Kommune" ausgezeichnet.

AIT als Partner der angewandten Forschung

Das AIT Austrian Institute of Technology arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Technologie und praktischer Anwendung. Ziel der Organisation ist es, Forschungsergebnisse in technische Lösungen und Anwendungen zu überführen. Nach Angaben des AIT orientiert sich die Forschung an den Bedürfnissen der Industrie sowie an gesellschaftlichen Herausforderungen.

Fahrplan für weitere Schritte

Mit dem "Klimaneutralitätsfahrplan Lienz 2040" verfügt die Stadt über eine strategische Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit Klimaschutz und Energiefragen. Die nächsten Schritte werden zeigen, wie die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt und weiterentwickelt werden können.

www.ait.ac.at

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