Das Wiener Rösthaus im Wiener Prater blickt auf eine Geschichte zurück, die eng mit der Wiederbelebung der Wiener Kaffeerösttradition verbunden ist. Im Rahmen eines Medien-Café-Talks am 26. März 2026 präsentierte das Unternehmen etwa die neue Kaffeelinie "Lost Faces", die als Hommage an das kulturelle Erbe der Produktionsländer den Menschen hinter der Kaffeebohne ein Gesicht geben soll (LEADERSNET berichtete). Nun blickt Wien erneut auf das Rösthaus, denn dieses feiert heuer sein zehnjähriges Bestehen.
Erste Röstversuche in der Wohnung zur Prater-Rösterei
Die Anfänge des Wiener Rösthauses liegen nicht an seinem heutigen Standort. Gegründet wurde der Betrieb 2013 im 8. Wiener Gemeindebezirk. Die ersten Röstversuche fanden zunächst in den eigenen vier Wänden statt, bevor sich mit dem Prater eine neue Möglichkeit eröffnete, erinnert sich Röstmeisterin Silvia Maino und fügt hinzu: "Einige Zeit später wurde Michael Prohaska, Geschäftsführer des Wiener Praters, auf uns aufmerksam und bot uns die Möglichkeit, eine Rösterei im Prater zu eröffnen. Anfangs war ich noch etwas unsicher, doch nachdem Helmut Brem (Marketingleitung) das Gebäude besichtigt hatte, war schnell klar, dass sich hier eine außergewöhnliche Chance bot."
Der Standort im Prater erwies sich als prägend für die weitere Entwicklung. Das historische Gebäude, das nach dem Original der Weltausstellung errichtet wurde, verbindet bis heute industrielle Architektur mit dem Charakter einer traditionellen Rösterei. 2016 wurde das Wiener Rösthaus eröffnet, zwei Jahre später folgte eine Erweiterung um das angrenzende Gebäude. Später kamen zusätzliche Außenplätze und ein Verkaufsshop hinzu. "Wir blicken mit Stolz auf zehn erfolgreiche Jahre Prater-Rösterei zurück – ein Ort, an dem Geschichte, Handwerkskunst und Kaffeekultur auf einzigartige Weise miteinander verbunden sind. Zum Jubiläum stehen drei Themen im Mittelpunkt: die Rückkehr und Weiterentwicklung der Wiener Rösttradition, die kompromisslose Qualität vom Ursprung bis zur Tasse sowie der Prater als lebendiger Treffpunkt für moderne Kaffeekultur", betont Brem.
Wiener Rösttradition als Antrieb
Die Wiener Kaffeehauskultur ist weltweit bekannt, die handwerkliche Rösttradition dahinter wurde jedoch über viele Jahre weniger stark wahrgenommen. Das Wiener Rösthaus möchte diesen Teil der Kaffeekultur wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Dabei setzt die Rösterei auf eine Verarbeitung in vergleichsweise kleinen Mengen. Rund 15 bis 20 Tonnen Rohkaffee werden jährlich verarbeitet. Zum Vergleich: Große industrielle Röster:innen arbeiten häufig mit deutlich höheren Volumen. Für das Wiener Rösthaus steht jedoch laut eigenen Angaben nicht die Menge, sondern die Qualität der einzelnen Bohne im Vordergrund. "Guter Kaffee entsteht nicht durch Geschwindigkeit, sondern durch Aufmerksamkeit. Jede Bohne bringt ihre eigene Geschichte mit – unsere Aufgabe ist es, diese Geschichte durch die richtige Röstung zum Ausdruck zu bringen", so Maino.
Die Röstmeisterin absolvierte ihre Ausbildung bei Professor Edelbauer, einer prägenden Persönlichkeit des österreichischen Kaffeehandwerks. Dort legte sie die Grundlage für ihr Verständnis von Rohkaffee, Sensorik und unterschiedlichen Röstprofilen.
Qualität vom Ursprung bis zur Tasse
Das Sortiment des Wiener Rösthauses umfasst Arabica-Kaffees aus verschiedenen Regionen der Welt. Darunter finden sich Herkunftsländer wie Äthiopien, Kolumbien und Brasilien sowie besondere Ursprünge wie Bali, Thailand oder die Dominikanische Republik. Ein Schwerpunkt liegt auf der sortenreinen Röstung. Jede Kaffeesorte wird laut den Röster:innen individuell behandelt, um die jeweiligen Eigenschaften der Bohnen hervorzuheben. Zusätzlich bietet das Unternehmen sogenannte Microlots an. Dabei handelt es sich um besonders limitierte Kaffees aus kleinen Anbauflächen, bei denen Faktoren wie Boden, Klima und Erntejahr eine entscheidende Rolle spielen.
Auch entkoffeinierter Kaffee gehört zum Angebot. Der "Galeras Nariño Decaf" aus der Region Nariño in Kolumbien wird nicht mit chemischen Lösungsmitteln hergestellt, sondern mithilfe eines CO₂-Verfahrens entkoffeiniert.
Ein Ort zum Erleben
Neben der Röstung selbst spielt auch die Vermittlung von Kaffeewissen eine wichtige Rolle. Besucher:innen sollen nicht nur Kaffee kaufen, sondern den Weg von der Bohne bis zur fertigen Tasse nachvollziehen können. "Genau diese Verbindung aus Handwerk und Gastfreundschaft macht den besonderen Charakter des Wiener Rösthauses aus", erklärt Brem abschließend.
www.wienerroesthaus.at
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