Fotos der Preisverleihung
Ö3-Verkehrsaward machte couragierten Einsatz sichtbar

| Janet Teplik 
| 16.09.2026

Christian Engel löschte einen Fahrzeugbrand im Gleinalmtunnel, zwei Polizisten retteten eine Frau aus einem Bach. Die 24. Ö3-Verkehrsawards würdigten Zivilcourage, rasche Infrastrukturhilfe und ein noch in Erprobung befindliches Warnsystem.

Der 24. Ö3-Verkehrsaward wurde am 15. September im Ö3-Haus am Wiener Küniglberg verliehen. Ausgezeichnet wurden Einsätze von Ersthelfer:innen, Polizei, Feuerwehr und Straßenmeisterei sowie ein technisches System, das Menschen bei Arbeiten auf Autobahnen vor Kollisionen warnen soll.

Hitradio Ö3 vergab die Preise gemeinsam mit dem Innenministerium sowie dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. Überreicht wurden sie vom designierten ORF-Generaldirektor Clemens Pig, Ö3-Senderchef Michael Pauser, Innenminister Gerhard Karner und Mobilitätsminister Peter Hanke.

Christian Engel brachte Tunnelbrand unter Kontrolle

Zum "Ö3ver:in des Jahres" wurde Christian Engel aus Lessach im Salzburger Lungau gewählt. Der Lkw-Fahrer bemerkte am 26. Juni während einer Fahrt durch den Gleinalmtunnel Brandgeruch. Kurz darauf kam der Verkehr zum Stillstand, weil ein Pkw Feuer gefangen hatte. Der Lenker konnte sich in eine Rettungsnische bringen. Engel ist seit rund 30 Jahren bei der Feuerwehr. Er stellte seinen Lkw so ab, dass die Zufahrt für Einsatzkräfte frei blieb, holte einen Löschschlauch aus einer Tunnelnische und brachte den Brand noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand. 

Smartwatch setzte automatisch einen Notruf ab

In der Kategorie "Einsatzhelfer:innen des Jahres – Polizei" wurden Alexander Mayr und Markus Edlbauer von der Polizei Oberösterreich ausgezeichnet. Sie waren am 24. Februar kurz vor 23 Uhr durch den automatischen Alarm einer Smartwatch auf einen Verkehrsunfall aufmerksam geworden. Eine Lenkerin war auf der B134 bei Fraham im Bezirk Eferding von der Straße abgekommen. Ihr Auto prallte gegen den Betonsockel einer Brücke, überschlug sich und blieb im Lengauer Bach auf dem Dach liegen. Die Frau hing kopfüber im Sicherheitsgurt, während Wasser in das Fahrzeug eindrang.

Mayr stieg in den Bach, öffnete die Autotür und durchschnitt den klemmenden Gurt. Edlbauer verständigte Rettung und Feuerwehr und unterstützte anschließend die Bergung. Gemeinsam brachten die beiden Polizisten die Frau ans Ufer. Sie wurde in das Unfallkrankenhaus Linz eingeliefert und überlebte.

Sieben Feuerwehren bargen Flugzeug von der A2

Der Preis in der Kategorie "Einsatzhelfer:innen des Jahres – Feuerwehr" ging an das Bezirksfeuerwehrkommando Villach-Land. Anlass war die Notlandung eines Motorseglers auf der A2 im Raum Arnoldstein am 29. November 2025. Wegen eines technischen Problems am Motor musste der Pilot das Kleinflugzeug auf der Südautobahn landen. Er und seine Mitfliegerin blieben unverletzt. Laut Einsatzbericht wurden weder das Flugzeug noch Einrichtungen der Autobahn beschädigt.

Sieben Feuerwehren rückten aus. Da ein neuerlicher Start nicht möglich war, wurde der Motorsegler mit dem schweren Rüstfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Arnoldstein in Schrittgeschwindigkeit zu einem ehemaligen Zollamtsplatz geschleppt. Einsatzkräfte begleiteten das Flugzeug zu Fuß neben den Tragflächen. Mehrere Verkehrszeichen mussten vorübergehend entfernt und anschließend wieder montiert werden. 

Ersatzstraße erschloss das hintere Pitztal

Die Straßenmeisterei Zams wurde für die Errichtung einer Ersatztrasse im Pitztal geehrt. Nach Unwettern und Murenabgängen Ende Juni 2026 war die L16 Pitztalstraße bei St. Leonhard schwer beschädigt. Unter anderem wurden die Bichlbachbrücke und angrenzende Straßenabschnitte zerstört. Die Straßenmeisterei baute innerhalb weniger Tage eine Ersatzstraße zwischen den Weilern Eggenstall und Hairlach. Am Abend des 6. Juli wurde sie einspurig mit Ampelregelung freigegeben. Damit konnten auch Reisebusse, Lkw mit Anhängern und Sattelkraftfahrzeuge wieder in das hintere Pitztal fahren.

Die Ersatztrasse verkürzte zugleich den Umfahrungsweg und die Wartezeiten an den Ampeln. Die Wiederherstellung der ursprünglichen Straßenführung sollte nach damaliger Einschätzung des Landes Tirol mehrere Monate dauern.

"CollisionEye" warnt Beschäftigte und Lenker

Der Innovationspreis ging an die EYYES GmbH, Asfinag und ÖAMTC. Gemeinsam erproben sie das kamerabasierte Kollisionswarnsystem "CollisionEye", das Beschäftigte bei Arbeiten auf Autobahnen schützen soll. Eine an einem Einsatzfahrzeug oder Warnleitanhänger montierte Kamera erfasst herannahende Fahrzeuge. Eine Software berechnet anhand von Fahrtrichtung und Geschwindigkeit, ob eine Kollision droht. Erkennt das System eine Gefahr, werden Lenker:innen durch ein akustisches Signal gewarnt. Die Beschäftigten erhalten gleichzeitig über einen am Körper getragenen Funkempfänger einen Vibrationsalarm.

Asfinag und ÖAMTC testen das System seit Herbst 2025. Nach Angaben des Autobahnbetreibers sind mittlerweile mehr als 20 Fahrzeuge damit ausgestattet. Der Testbetrieb soll ausgeweitet werden.

LEADERSNET begleitete die Preisverleihung. Einen Eindruck können Sie sich mittels Galerie verschaffen. 

www.oe3.orf.at

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