"CISO of the Year 2026"
Cybersecurity-Branche zeichnete drei Experten aus

Beim CIS Compliance Summit 2026 wurden besondere Leistungen in der Informationssicherheit gewürdigt. Im Mittelpunkt standen Projekte aus kritischer Infrastruktur, Versicherungswirtschaft und Rundfunk.

Drei Persönlichkeiten aus der österreichischen Informationssicherheit sind beim CIS Compliance Summit 2026 in Wien ausgezeichnet worden. Sofie Mallinger von der Linz AG und Florian Polt von der Uniqa Insurance Group erhielten den Branchenaward "CISO of the Year 2026". Jörg Scheiblhofer vom ORF wurde für die Cybersecurity rund um den 70. Eurovision Song Contest mit dem Sonderpreis "Special CISO of the Year 2026" geehrt.

CIS zeichnet Österreichs Cybersecurity-Experten aus

Vergeben wurden die Auszeichnungen von der CIS Certification & Information Security Services GmbH. Mit dem Award sollen Persönlichkeiten gewürdigt werden, die durch technische Kompetenz, strategische Planung und organisatorische Maßnahmen zur Cyberresilienz ihrer Unternehmen beitragen. Über die diesjährigen Preisträger:innen entschied eine Fachjury unter dem Vorsitz von Simon Tjoa, IT-Sicherheitsforscher an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten.

Für CIS-Geschäftsführer Thomas Mann hat die Bedeutung der Informationssicherheit für Unternehmen deutlich zugenommen. Gleichzeitig würden regulatorische Vorgaben wie NISG 2026, RKEG und DORA die Anforderungen an Organisationen verschärfen. CISOs müssten daher unterschiedliche Aufgabenbereiche von Risikomanagement und Business Continuity über Datenschutz bis zu Notfallplänen zusammenführen.

"Mit der Auszeichnung wollen wir jene Expert:innen vor den Vorhang holen, die maßgeblich zur Sicherheit und Innovationskraft unserer Wirtschaft beitragen", so Mann.

Linz AG baut Informationssicherheit konzernweit aus

Sofie Mallinger wurde für die Weiterentwicklung der Informationssicherheit bei der Linz AG ausgezeichnet. Im Mittelpunkt stand dabei die Etablierung eines konzernweiten Informationssicherheitsmanagementsystems nach ISO/IEC 27001.

Gemeinsam mit ihrem Security-Team habe Mallinger eine Organisationsstruktur geschaffen, die ein zentrales CISO-Team mit dezentralen Koordinatoren in den einzelnen Unternehmenseinheiten verbindet. Darüber hinaus seien ein konzernweites Security Operations Center aufgebaut und eine umfassende Awareness-Initiative gestartet worden. Zu dieser gehörte auch der erste Linz AG Cybersecurity Day.

Weitere Maßnahmen umfassten ISO/IEC 27001-Zertifizierungen in ausgewählten Unternehmenseinheiten sowie die zentrale Steuerung regulatorischer Anforderungen wie NISG 2026 und RKEG.

Jury-Vorsitzender Simon Tjoa hob insbesondere die Bedeutung dieser Entwicklung für ein Unternehmen der kritischen Infrastruktur hervor. "Sofie Mallinger hat in einem Unternehmen der kritischen Infrastruktur den Bereich Informationssicherheit von dezentralen Einzelbestrebungen zu einem konzernweiten, strategisch verankerten Steuerungsinstrument weiterentwickelt", sagte Tjoa. 

Die Leistung sei auch deshalb von besonderer gesellschaftlicher Relevanz, weil der Konzern mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden in der Region unter anderem die Versorgung mit Strom, Wärme, Wasser und Telekommunikation sowie den öffentlichen Verkehr sicherstelle, erläuterte Tjoa.

Uniqa macht Security zur Management-Disziplin

Eine zweite Auszeichnung "CISO of the Year 2026" ging an Florian Polt, Chief Security & Resilience Officer der Uniqa Insurance Group. Gewürdigt wurde die Entwicklung einer zuvor fragmentierten Sicherheitsfunktion hin zu einer unternehmensweit standardisierten und messbaren Management-Disziplin.

Eine wesentliche Grundlage dafür bilde laut den Verantwortlichen der Security & Resilience Blueprint. Ein gruppenweites Tiering-Modell, einheitliche Reporting- und Eskalationswege sowie klar definierte Verantwortlichkeiten über die Three Lines of Defense sollen die Resilienz systematisch steuerbar machen. Sicherheitskennzahlen seien mittlerweile auch Bestandteil des Austauschs zwischen dem Group-CFRO und den Länder-CFROs.

"Unter der Leitung von Florian Polt hat sich Security bei Uniqa von einem reinen Kontroll- und Compliance-Thema hin zu einer echten Management-Funktion entwickelt", erklärt Tjoa.

Die geschaffenen Strukturen hätten sich laut Jury-Vorsitzendem insbesondere während der Ukraine-Krise unter realen Extrembedingungen bewährt. Geschäftsbetrieb, Kundenbetreuung und kritische IT-Services seien dabei nicht beeinträchtigt worden.

Sonderpreis für die Absicherung des Eurovision Song Contest

Mit Jörg Scheiblhofer wurde zudem der CISO des ORF ausgezeichnet. Er erhielt den Sonderpreis "Special CISO of the Year 2026" für die Informationssicherheit beim 70. Eurovision Song Contest.

Die Cybersecurity des Großevents stellte laut der Jury besondere Anforderungen: Technische Dienstleister:innen, internationale Partner:innen, unterschiedliche Gewerke und mobile Infrastrukturen mussten unter hohem Zeitdruck sicherheitstechnisch koordiniert werden. Hinzu kamen eine erhöhte geopolitische Bedrohungslage und mehrere konkrete Cyberangriffe während der Veranstaltung.

Sicherheitsrelevante Vorfälle seien früh erkannt, behandelt und erfolgreich abgewehrt worden. Dadurch habe der störungsfreie Ablauf der Veranstaltung gewährleistet werden können.

CIS-Geschäftsführer Thomas Mann sieht in dem Projekt auch eine Grundlage für künftige Großveranstaltungen: "Der Preisträger hat gezeigt, dass Informationssicherheit auch in einem hochdynamischen, temporären und internationalen Live-Produktionsumfeld nicht als Blocker, sondern als Enabler funktioniert."

Die dabei entwickelten Ansätze für Lieferantenmanagement und interdisziplinäre Sicherheitskoordination würden laut Mann nachhaltige Maßstäbe für zukünftige Großveranstaltungen setzen.

www.cis-cert.com

www.uniqa.at

www.linzag.at

www.orf.at

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