Interview mit Philipp Hochmair
"Die Leute wollen einen Skandal im Sommerloch"

Im LEADERSNET-Interview gibt Schauspieler Philipp Hochmair tiefe Einblicke in seine Interpretation des "Jedermann" und seine Sicht auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Zudem thematisiert er seinen markanten, viel diskutierten Nacktauftritt im Rahmen der Festspiele.

Der von der Industriellenvereinigung Österreich (IV) organisierte Salzburg Summit fand heuer vom 22. bis 24. Juli 2026 bereits zum siebten Mal statt (LEADERSNET berichtete). Im Umfeld des Summits organisierten Crif Austria und Opinion Leaders Network ein Business-Breakfast auf der Terrasse des Hotels Sacher Salzburg (LEADERSNET berichtete). Schauspieler Philipp Hochmair, derzeit erneut in der Rolle des "Jedermann" zu sehen, war ebenfalls Teil der Veranstaltung und sprach im exklusiven LEADERSNET-Interview mit Paul Leitenmüller, CEO Opinion Leaders Network, unter anderem über seine enge Verbindung zum "Jedermann" und seine Motivation, Menschen für das Theater zu begeistern. Außerdem erzählte er von experimentellen Bühnenformaten und der Diskussion um seinen Nacktauftritt (LEADERSNET berichtete). 

Zwischen Jedermann und Wirklichkeit

Für Hochmair ist die Figur des Jedermann nicht nur eine Bühnenrolle, sondern eine Aufgabe, die er während der Festspielzeit bewusst verkörpert. "In der Festspielsaison versuche ich schon, diese Aufgabe so anzunehmen und zu verkörpern, dass da kaum Grenzen sind zwischen mir privat und der Rolle", erklärt er.

Dabei ist es ihm besonders wichtig, die Distanz zwischen Kunst und Publikum abzubauen. Er möchte Menschen dazu ermutigen, ins Theater zu gehen und Kultur ohne Berührungsängste zu erleben: "Mein Ziel ist es, den Leuten die Angst zu nehmen, ins Theater zu gehen und sich dafür zu interessieren."

Seine Nähe zu den Menschen sieht Hochmair als wichtigen Bestandteil seiner Arbeit. Auch wenn es manchmal anstrengend sei, auf der Straße erkannt und angesprochen zu werden, überwiege für ihn der positive Austausch. "Diese Distanz möchte ich gern brechen", sagt er und erinnert daran, dass Schauspieler:innen früher oft als unerreichbare Persönlichkeiten wahrgenommen wurden. Gerade in einer zunehmend digitalen Welt sei die persönliche Begegnung wichtiger denn je: "Theater muss ja besucht werden."

Neben den Salzburger Festspielen (LEADERSNET berichtete) sucht Hochmair bewusst neue Formen und ungewöhnliche Spielorte. Er erzählt von Projekten außerhalb klassischer Bühnenräume, etwa einer Aufführung seines "Jedermann Reloaded" auf dem Salzburgring oder von Schillerballaden in einer Galerie mit elektronischer Musik. "Ich suche immer wieder experimentelle Räume, wo ich etwas ausprobieren kann", beschreibt er seinen Zugang zur Kunst.

Nackte Tatsachen

Auch die Diskussion um seinen Nacktauftritt im "Jedermann" kommt zur Sprache. Für ihn handelt es sich nicht um einen Skandal, sondern um einen wichtigen künstlerischen Moment: "Für mich ist es eine Art Vertreibung aus dem Paradies", erklärt er. Die Szene zeige den Jedermann vollkommen schutzlos und allein – ein Bild, das für Hochmair zu den stärksten Momenten des Abends gehöre.

Zum Abschluss spricht Hochmair über die Zukunft und die Herausforderungen der Gegenwart. Trotz vieler Krisen möchte er den Blick nach vorne richten: "Wir sollten uns tendenziell immer auf die Zukunft freuen." Gleichzeitig fordert er einen verantwortungsvollen Umgang mit den kommenden Herausforderungen: "Wir müssen auf jeden Fall mit großem Respekt und großer Vorsicht in die Zukunft gehen." Nur durch gemeinsames Handeln könne man die großen Probleme bewältigen: "Wenn man da nicht zusammenhält und gemeinsam nach einer Strategie sucht, wüsste ich nicht, wie die Erde zu retten ist."

Das gesamte Interview finden Sie in unserem Video. 

Fotos rund um die Salzburger-Festspiele-Eröffnung sowie die "Jedermann"-Premiere finden Sie zudem hier, hier, hier und hier.

www.philipphochmair.com

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