Fotos von der Präsentation der Halbjahresbilanz 2026
Erste Group steigert Gewinn und baut Marktposition in Zentraleuropa weiter aus

| Redaktion 
| 30.07.2026

Angesichts des kräftigen Wachstums hebt der Finanzdienstleister seine Prognosen für das Gesamtjahr an und bekräftigt seine langfristigen Wachstumsziele.

Die Erste Group hat ihre Geschäftszahlen im ersten Halbjahr 2026 deutlich verbessert und hebt vor diesem Hintergrund ihre Erwartungen für das Gesamtjahr an. Das Kredit- und Einlagengeschäft entwickelte sich dynamisch, die Erträge und der Nettogewinn legten zu und auch die Integration der Erste Bank Polska machte Fortschritte. Nach Angaben der Bank trug die Konsolidierung der polnischen Tochtergesellschaft wesentlich zum Halbjahresergebnis bei. Gleichzeitig habe sich aber auch das organische Wachstum in den etablierten Kernmärkten weiterhin robust gezeigt. Das zeigt die am Donnerstag bei einer Pressekonferenz präsentierte Halbjahresbilanz 2026. 

"Das kräftige Wachstum unseres Kreditportfolios in den vergangenen sechs Monaten hat uns bereits an unser ursprüngliches Kreditvolumenziel von 285 Milliarden Euro herangeführt. Daher erhöhen wir dieses nun auf 290 Milliarden Euro", sagte Erste Group-CEO Peter Bosek und ergänzt: "Mit diesem Wachstumsanspruch und unserer einzigartigen Präsenz mit acht führenden Banken in Zentraleuropa festigen wir unsere Position als unangefochtener Kreditgeber und Finanzierungspartner der Region."

Kredit- und Einlagengeschäft wachsen deutlich

Das Kreditvolumen entwickelte sich im ersten Halbjahr in nahezu allen Kernmärkten positiv. Ohne Berücksichtigung Polens stiegen die Kundenkredite seit Jahresbeginn um 4,0 Prozent. Besonders hoch war die Nachfrage nach Finanzierungen in Tschechien, Ungarn, Kroatien und Österreich. Einschließlich der Erste Bank Polska erhöhte sich das Kreditvolumen um 21,9 Prozent auf insgesamt 282,7 Milliarden Euro.

Zum Wachstum trugen auch rund 60.000 neu vergebene Wohnbaukredite außerhalb Polens bei. Im Firmenkundengeschäft spiegelte ein Neugeschäft von mehr als vier Milliarden Euro die gestiegene Nachfrage nach Investitionsfinanzierungen wider.

Auch das Einlagengeschäft entwickelte sich positiv. Auf vergleichbarer Basis ohne Polen stieg das Volumen um 4,5 Prozent. Einschließlich der polnischen Tochtergesellschaft erhöhten sich die Einlagen um 27,9 Prozent auf 323,7 Milliarden Euro.

Kundengeschäft sorgt für höhere Erträge

Das Wachstum im Kundengeschäft wirkte sich laut Unternehmen positiv auf die Kernerträge aus. Der Zinsüberschuss stieg einschließlich der polnischen Tochtergesellschaft gegenüber dem Vorjahr um 42,3 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 25,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Dazu hätten neben der Einbeziehung der polnischen Bank auch höhere Erträge aus dem Wertpapiergeschäft beigetragen.

Das von der Erste Asset Management verwaltete Vermögen wuchs seit Ende 2025, ohne Polen, um 7,6 Prozent auf knapp 112 Milliarden Euro. Gleichzeitig nahm die Zahl der monatlichen Fondssparpläne gegenüber dem Vorjahr um 21,4 Prozent auf 2,2 Millionen zu.

Die Betriebserträge erhöhten sich inklusive Polen um 40,4 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro. Trotz höherer Personalaufwendungen und Fremdwährungseffekte verbesserte sich das Betriebsergebnis deutlich. Die Kosten-Ertrags-Relation sank auf 44,4 Prozent.

Gewinn steigt trotz höherer Belastungen

Der Nettogewinn der Erste Group erhöhte sich laut Bericht im ersten Halbjahr auf 2,0 Milliarden Euro und lag damit um 18,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Zwei Drittel des Ergebnisses wurden weiterhin in den Märkten Zentral- und Osteuropas erwirtschaftet, die damit der wichtigste Ergebnistreiber der Gruppe blieben.

Die Integration der Erste Bank Polska führte erwartungsgemäß zu höheren Risikokosten, die auf 583 Millionen Euro stiegen. Dennoch blieb die Qualität des Kreditportfolios stabil. Die Quote notleidender Kredite (NPL) lag mit 2,3 Prozent weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Auch die Bankensteuern belasteten das Ergebnis stärker als im Vorjahr. Sie erhöhten sich auf 392 Millionen Euro und fielen insbesondere in Ungarn, Rumänien und erstmals auch in Polen höher aus.

Die harte Kernkapitalquote (CET1) belief sich zum Halbjahr auf 15,2 Prozent.

Finanzvorstand Stefan Dörfler erklärte, die Konsolidierung der neuen polnischen Tochterbank habe sich wie erwartet positiv auf die ausgewiesenen Zahlen ausgewirkt. Gleichzeitig sei das Kerngeschäft in den etablierten Märkten kräftig gewachsen. Die Ergebnisse würden den notwendigen Spielraum schaffen, um weiterhin konsequent in die Plattform der Gruppe zu investieren und diese effizienter und skalierbarer weiterzuentwickeln.

Integration in Polen verläuft planmäßig

Nach dem Abschluss der Übernahme eines beherrschenden 49-Prozent-Anteils im Jänner 2026 schreitet die Integration der Erste Bank Polska laut Unternehmen planmäßig voran. Nach dem Rebranding konzentriert sich die Bank nun auf die technische Anbindung an die Infrastruktur der Gruppe sowie auf die rechtliche und organisatorische Integration der Tochtergesellschaften.

Mehr als 300.000 Neukund:innen gewann die Erste Bank Polska im ersten Halbjahr, so die aktuellen Zahlen. Darin sieht das Institut einen Beleg für das Vertrauen der Kund:innen sowie weiteres Wachstumspotenzial im Privat- und Firmenkundengeschäft.

Ausblick für 2026 angehoben

Für die sieben etablierten Kernmärkte erwartet die Erste Group nun ein Kreditwachstum von sechs bis acht Prozent und hebt damit ihre bisherige Prognose an. Auch beim Zinsüberschuss und beim Provisionsüberschuss rechnet das Institut mit einer stärkeren Entwicklung als bisher. Die Kosten-Ertrags-Relation soll auf unter 47 Prozent sinken, während die Risikokosten auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Vorjahr bleiben sollen.

Unter Einbeziehung Polens geht die Bank nun von einem Kreditvolumen von rund 290 Milliarden Euro aus. Die Eigenkapitalverzinsung (ROTE) soll mehr als 20 Prozent erreichen, das Ergebnis je Aktie gegenüber dem bereinigten Vergleichswert des Jahres 2025 um mehr als 20 Prozent steigen.

Finanzziele bis 2030

Neben dem verbesserten Ausblick für 2026 veröffentlichte die Erste Group auch ihre langfristigen Finanzziele. Bis 2030 soll sich das Ergebnis je Aktie auf mehr als 15 Euro erhöhen. Daraus ergibt sich eine angestrebte durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von rund 15 Prozent. Gleichzeitig hält die Bank an ihrem Ziel fest, im gesamten Prognosezeitraum eine Eigenkapitalverzinsung von mehr als 20 Prozent zu erzielen.

Erreicht werden sollen diese Ziele durch nachhaltiges Wachstum im Kredit-, Einlagen- und Asset-Management-Geschäft, die wirtschaftliche Entwicklung in Zentraleuropa, mögliche Akquisitionen sowie weitere Effizienzgewinne. Den Prognosen liegen nach Angaben der Erste Group ein weiterhin positives Zinsumfeld, eine weitgehend stabile geopolitische Lage sowie unveränderte regulatorische und steuerliche Rahmenbedingungen zugrunde.

LEADERSNET war bei der Pressekonferenz. Einen Eindruck können Sie sich hier machen. 

www.erstegroup.com

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