karriere.at-Umfrage
Bei jeder zweiten Bewerbung ist bereits KI im Spiel

| Larissa Bilovits 
| 27.07.2026

Laut einer aktuellen karriere.at-Umfrage kommen KI-Tools am häufigsten beim klassischen Bewerbungsschreiben zum Einsatz. Doch wer die generierten Ergebnisse ungeprüft übernimmt, könnte sich damit selbst aus dem Rennen nehmen.

Der Arbeitsmarkt unterliegt einem rasanten technologischen Wandel. Während sich viele HR-Abteilungen intensiv mit der Integration von KI-Lösungen ins Recruiting auseinandersetzen, greifen längst auch Jobsuchende zu digitalen Helfern, allen voran bei der Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen. Eine aktuelle Umfrage von karriere.at unter 1.005 User:innen der Plattform zeigt, wie selbstverständlich generative Tools in diesem Bereich inzwischen eingesetzt werden.

Bewerbungsschreiben bleibt die Kerndomäne

Laut der Erhebung hat bereits die Hälfte der befragten User:innen Künstliche Intelligenz für ihre Unterlagen verwendet. Bemerkenswert ist dabei vor allem das Tempo der Entwicklung: Vor zwei Jahren lag der Anteil noch bei 27 Prozent, das entspricht einem Zuwachs von 23 Prozentpunkten in einem relativ kurzen Zeitraum.

GRAFIK 1© karriere.at

Am häufigsten kommen KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini beim klassischen Bewerbungsschreiben zum Einsatz. 87 Prozent der KI-Nutzer:innen haben damit bereits ihr Anschreiben verfasst. Der Lebenslauf folgt als zweiter Einsatzbereich, und hier hat sich besonders viel bewegt: Aktuell greifen 56 Prozent dafür auf KI zurück, während es 2024 erst 23 Prozent waren. Deutlich seltener wird die Technologie für Bewerbungsfotos genutzt, doch auch dieser Bereich wächst. Elf Prozent der KI-Nutzer:innen haben schon einmal ein Bewerbungsfoto generieren lassen.

GRAFIK 2© karriere.at

Authentizität und Qualität als entscheidende Faktoren

Der Griff zu ChatGPT und ähnlichen Anwendungen bedeutet allerdings nicht automatisch bessere Chancen im Recruiting-Prozess. Für Georg Konjovic, CEO von karriere.at, hängt alles an einer Bedingung: "Am Einsatz von KI bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen ist nichts auszusetzen, solange das Ergebnis authentisch ist. Personaler:innen erkennen sehr schnell, wenn die Person und die Bewerbung nicht zusammenpassen." Konkret sollte das Ergebnis die eigene Persönlichkeit, die Erfahrungen und Werte widerspiegeln. "Denn gerade beim Bewerbungsschreiben geht es um einen authentischen ersten Eindruck, als Ergänzung zum Lebenslauf und zu dessen Einordnung."

Umgekehrt kann in manchen Branchen auch der Verzicht auf die Technologie zum Nachteil werden, wie Konjovic ergänzt: "Wenn ein Bewerbungsschreiben heute generisch klingt und ein Lebenslauf Rechtschreibfehler enthält, deutet das darauf hin, dass Bewerber:innen die Technologie nicht oder nicht erfolgreich einsetzen. Beides ist in manchen Jobs ein Knock-out-Kriterium, wenn dort der Einsatz von KI-Anwendungen mittlerweile zum Standard gehört. Neben der Authentizität ist die Qualität der Unterlagen letztlich ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg der Bewerbung."

www.karriere.at

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