Im Sommer 2027 soll in Salzburg eines der größten Kunst- und Sensibilisierungsprojekte Österreichs umgesetzt werden. Unter dem Titel "Kunst gegen Krebs" ist geplant, rund 100 skulpturale Kunstwerke im öffentlichen Raum von Stadt und Land Salzburg zu präsentieren. Die Urban Art Experience steht unter der Schirmherrschaft der Region und verfolgt das Ziel, das Thema Brustkrebsvorsorge stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Initiiert wurde das Projekt von Martina Fleischer-Kücher, Geschäftsführerin der Agentur Brilliant Communications, gemeinsam mit der Salzburger Gynäkologin Angelika Graf. Die Verbindung von Kunst, Medizin und gesellschaftlichem Engagement soll Menschen außerhalb klassischer Gesundheitskampagnen erreichen.
"Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Gleichzeitig werden Vorsorgeangebote noch immer zu wenig genutzt. Wir wollten deshalb einen neuen Weg finden, Menschen außerhalb klassischer Gesundheitskampagnen zu erreichen. Kunst kann Aufmerksamkeit schaffen, Emotionen wecken und Gespräche auslösen – und genau darin liegt die Stärke dieses Projekts", erklärt Martina Fleischer-Kücher, Projektinitiatorin, und betont: "Der Reinerlös aus dem Projekt wird an die Österreichische Krebshilfe Salzburg gespendet."
Auch Mitinitiatorin Angelika Graf sieht großes Potenzial: "Wenn wir durch dieses Projekt erreichen, dass mehr Frauen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen oder Symptome früher abklären lassen, haben wir bereits viel erreicht. Früherkennung verbessert die Heilungschancen entscheidend."
Kunst im öffentlichen Raum als Zeichen für Vorsorge
Geplant ist, die Skulpturen auf eigens angefertigten Betonsockeln im öffentlichen Raum zu präsentieren. Die Kunstwerke sollen sich im Rahmen kuratorischer Vorgaben mit dem Projektthema auseinandersetzen. Informationstafeln an den Sockeln sollen nicht nur Angaben zu Werk, Künstler:innen und unterstützendem Unternehmen enthalten, sondern auch Informationen zur Brustkrebsvorsorge sowie Möglichkeiten zur Unterstützung von Betroffenen.
Die Ausstellung ist für einen Zeitraum von rund zwölf Wochen zwischen Mitte Juni und Mitte September 2027 vorgesehen. Den Abschluss bildet eine Benefizgala mit Charity-Auktion am 1. Oktober 2027, dem Internationalen Weltbrustkrebstag, im Schloss Leopoldskron. Der Reinerlös kommt der Österreichischen Krebshilfe Salzburg zugute.
Unterstützung aus Politik und Gesellschaft
Das Projekt wird von Vertreter:innen aus Politik, Kultur und Gesundheitswesen unterstützt. Bürgermeister Bernhard Auinger, Schirmherr des Projekts für die Stadt Salzburg, sieht darin eine besondere Verbindung von Kultur und gesellschaftlicher Verantwortung: "'Kunst gegen Krebs' ist ein Projekt, das Salzburg auf besondere Weise verbindet: Es bringt Menschen im gesamten Stadtgebiet zusammen, zeigt künstlerische Qualität auf höchstem Niveau und setzt zugleich ein starkes Zeichen für Gesundheit und Prävention. Diese Kombination aus kulturellem Anspruch und gesellschaftlicher Verantwortung macht das Projekt zu einem wertvollen Beitrag für unsere Stadt."
Auch Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, Schirmherrin auf Landesebene, unterstreicht die Bedeutung der Initiative: "'Kunst gegen Krebs' setzt ein starkes Zeichen für Bewusstsein, Vorsorge und Zuversicht. Es erinnert uns daran, dass ohne Gesundheit alles nichts ist und wie wichtig es ist, Warnsignale ernst und Vorsorgeangebote wahrzunehmen. Früherkennung rettet Leben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, welche Spuren eine Krebserkrankung in der Familie hinterlässt. Gerade deshalb ist es mir ein großes Anliegen, Initiativen zu unterstützen, die informieren, sensibilisieren und Mut machen."
Landeshauptfrau-Stellvertreter und Kulturreferent Stefan Schnöll begleitet das Projekt ebenfalls von Beginn an und sieht darin eine wertvolle Verbindung zwischen Salzburg als internationalem Kulturstandort und einem gesellschaftlich hochrelevanten Thema.
Vorsorge bleibt eine Herausforderung
Nach Angaben der Initiatorinnen erkranken in Österreich jährlich rund 7.000 Frauen an Brustkrebs. Gleichzeitig nehmen derzeit lediglich rund 41 Prozent der Frauen im Alter zwischen 45 und 74 Jahren die Mammografie zur Früherkennung in Anspruch.
Für Anton Graf, Präsident der Österreichischen Krebshilfe Salzburg, ist Bewusstseinsbildung daher entscheidend: "Aufklärung und Bewusstseinsbildung sind entscheidend, damit Menschen Vorsorgeangebote frühzeitig wahrnehmen und im Ernstfall rasch die bestmögliche Unterstützung erhalten. 'Kunst gegen Krebs' schafft auf eindrucksvolle Weise Aufmerksamkeit und kann dazu beitragen, das Bewusstsein für Vorsorge und Früherkennung nachhaltig zu stärken."
Neben der medizinischen Aufklärung soll das Projekt auch dazu beitragen, offen über Krebs zu sprechen und bestehende Berührungsängste abzubauen. "Über Krebs zu sprechen, fällt vielen Menschen schwer – aus Angst, aus Scham, aus Sprachlosigkeit, nicht zuletzt, weil die Erkrankung noch immer stigmatisiert ist. Kunst kann diese Mauer möglicherweise durchbrechen. Sie kann berühren, zum Nachdenken anregen und Räume öffnen, in denen Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Wenn 'Kunst gegen Krebs' dazu beiträgt, Brustkrebs zu entstigmatisieren und Menschen zur Früherkennung zu motivieren, dann verdient die Initiative jede Unterstützung", betont Matthias Vavrovsky, Präsident der Ärztekammer Salzburg.
Künstler:innen und Unternehmen können sich beteiligen
Das Projekt versteht sich als offenes Gemeinschaftsprojekt. Künstler:innen sollen sich im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung bewerben können. Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen erhalten die Möglichkeit, sich als Projektpartner:innen einzubringen und einzelne Kunstwerke zu finanzieren.
Die Teilnahme umfasst unter anderem die Bereitstellung des Fundaments, die Aufstellung der Skulptur, deren Beschriftung, die kuratorische Begleitung sowie die Einbindung in die Kommunikation und Veranstaltungen des Projekts. Künstler:innen können entweder aus einem Projektpool ausgewählt oder von Projektpartner:innen vorgeschlagen werden. Voraussetzung ist die Einhaltung der kuratorischen Vorgaben.
Vorbereitungen laufen bis 2027
Bis zur Umsetzung arbeiten die Initiatorinnen gemeinsam mit Expert:innen an der weiteren Ausgestaltung des Projekts. Dazu gehören die Besetzung eines unabhängigen Kuratoriums, die Ausarbeitung der künstlerischen Ausschreibung, die Auswahl der Standorte sowie behördliche Genehmigungen und die Finanzierung.
Parallel dazu soll ein Netzwerk aus Unternehmen, Institutionen, Förderpartner:innen und privaten Unterstützer:innen aufgebaut werden. Interessierte können bereits jetzt Kontakt mit dem Projektteam aufnehmen. Weitere Informationen zu Teilnahmebedingungen, Standorten und dem Ablauf der Urban Art Experience sollen im Laufe der Projektentwicklung veröffentlicht werden.
Einen Eindruck von der Pressekonferenz rund um "Kunst gegen Krebs" können Sie zudem mittels Galerie gewinnen.
www.kunst-gegen-krebs.at
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