Untertitel und Audio-Deskription
ORF macht erstmals auch Werbung barrierefrei

| Larissa Bilovits 
| 27.07.2026

Die ORF-Enterprise bietet Unternehmen ab sofort die Möglichkeit, ihre Bewegtbildkampagnen mit Untertiteln und Audio-Deskription im ORF-Fernsehen, im ORF.at-Network und auf ORF On auszuspielen.

Rund 300.000 Menschen in Österreich leben mit Blindheit oder einer starken Sehbeeinträchtigung, und bis zu 1,7 Millionen sind von einer Hörbeeinträchtigung betroffen. Dementsprechend ist der ORF gesetzlich zu umfangreichen Initiativen im Bereich der Untertitelung, Audio-Deskription, Gebärdensprache oder Nachrichten in einfacher Sprache verpflichtet. Während das Programm des öffentlich-rechtlichen Senders nun seit Jahren schrittweise barrierefrei aufbereitet wird, blieben Werbeblöcke von dieser Entwicklung bislang ausgenommen. Genau diese Lücke will man nun schließen: Über die Vermarktungstochter ORF-Enterprise können Unternehmen ihre Bewegtbildkampagnen ab sofort so buchen, dass sie auch für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen vollständig erfassbar sind.

Inklusive Werbung im Fernsehen und Internet

Technisch stützt sich das Angebot auf zwei Werkzeuge. Zum einen lassen sich Spots mit Untertiteln versehen, zum anderen mit einer Audio-Deskription, die über den Zweikanalton transportiert wird. Zuseher:innen, die diesen Kanal an ihrem Gerät aktiviert haben, erhalten die Beschreibung automatisch mitgeliefert und müssen selbst nichts weiter einstellen. Verfügbar ist die Funktion auf allen Ausspielwegen des ORF-Fernsehens, im ORF.at-Network sowie in der Streamingplattform ORF On.

"Teilhabe für alle Menschen ist ein wesentlicher Auftrag des öffentlich-rechtlichen ORF", erklärt ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher. Inklusive Werbung sei nun ein "weiterer großer Schritt in der Bestrebung des ORF, seine Angebote zu 100 Prozent barrierefrei und inklusiv zu gestalten", so Thurnher.

"Die Angebote des ORF in Fernsehen, Radio und digital sind für viele Menschen das Fenster zur Welt. Mit barrierefreier Bewegtbild-Werbung öffnet die ORF-Enterprise dieses Fenster einen Spalt weiter und trägt zu einem inklusiven Medienerlebnis bei. Werbetreibende bringen wir durch diesen Schritt näher, effektiver und empathischer in Kontakt mit ihrer Zielgruppe", so Matthias Seiringer, der die ORF-Enterprise seit Anfang Juli interimistisch leitet (LEADERSNET berichtete). "Bei der Konzeption der inklusiven Werbemöglichkeiten im Qualitätsumfeld des öffentlich-rechtlichen ORF haben wir großen Wert darauf gelegt, von Anfang an alle Nutzungsmöglichkeiten auf allen Devices mitzudenken und ein durchgängiges Medienerlebnis zu schaffen."

P&G steigt als erster Werbekunde ein

Die ersten inklusiven Kampagnen laufen bereits im Werbeumfeld des ORF. Den Anfang macht der Konsumgüterkonzern P&G, der die barrierefreien Formate derzeit für Marken wie Ariel, Head & Shoulders, Kytta und Old Spice nutzt.

Kristina Bulle, CMO für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei P&G, begründet die Entscheidung mit der Strategie des Konzerns. "Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass unsere Unternehmens- und Markeninhalte für alle Konsument:innen verfügbar und verständlich sind. Wir möchten allen den gleichen Zugang zu Informationen – auch durch die Werbung – ermöglichen."

www.enterprise.orf.at

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