Großes Misstrauen
Router aus China und Russland fallen bei Österreichern durch

| Larissa Bilovits 
| 14.06.2026

Einer aktuellen Umfrage zufolge ist das Misstrauen gegenüber außereuropäischen Herstellern groß. Dementsprechend legen viele Verbraucher:innen Wert auf europäische Herkunft, wissen aber oft nicht, woher ihre Geräte tatsächlich stammen.

Der Router ist in vielen Haushalten hierzulande das Gerät im Mittelpunkt der digitalen Infrastruktur. Umso wichtiger scheint für viele Europäer:innen die Frage zu sein, wem sie bei dieser Technologie vertrauen. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov hat zu ebendiesem Thema mehr als 16.000 Menschen in 14 europäischen Ländern befragt (siehe Infobox). Das Ergebnis: Europäische Hersteller genießen einen deutlichen Vertrauensvorsprung, während Geräte aus China, Russland und den USA vielerorts auf Skepsis stoßen.

Österreicher:innen besonders kritisch

Europaweit sprechen 60 Prozent der Befragten europäischen Routerherstellern ihr Vertrauen aus. Gleichzeitig äußern 67 Prozent Misstrauen gegenüber russischen Anbietern und 52 Prozent gegenüber chinesischen Herstellern. Auch US-amerikanische Unternehmen werden kritisch gesehen – 38 Prozent der Befragten stehen ihnen skeptisch gegenüber. Europäischen Herstellern misstrauen hingegen lediglich zehn Prozent.

YouGov-Umfrage in 14 Ländern: Misstrauen in Routerhersteller nach RegionenMisstrauen in Routerhersteller nach Regionen. © YouGov

In Österreich fällt die Haltung gegenüber außereuropäischen Anbietern ähnlich deutlich aus. Knapp die Hälfte der Befragten (48 %) misstraut chinesischen Routerherstellern, während 42 Prozent US-amerikanischen Marken skeptisch gegenüberstehen. Am größten ist das Misstrauen gegenüber russischen Unternehmen mit 59 Prozent. Europäische Hersteller schneiden hingegen deutlich besser ab, denn nur zwölf Prozent der Österreicher:innen äußern Vorbehalte.

Angesichts dieser Zahlen wenig verwunderlich gibt jede:r zweite Befragte in Europa (55 %) an, dass ihm:ihr "wichtig" oder gar "sehr wichtig" ist, ob ein Netzwerkgerät in Europa entwickelt und gefertigt wurde. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern fallen dabei vergleichsweise gering aus.

Herkunft vieler Geräte bleibt für Nutzer:innen oft unklar

Trotz der hohen Bedeutung, die Verbraucher:innen der Herkunft von Netzwerkgeräten beimessen, herrscht bei vielen Marken Unsicherheit. So weiß europaweit nur ein kleiner Teil der Befragten (14 %), dass der Hersteller TP-Link aus China stammt. 16 Prozent halten das Unternehmen fälschlicherweise für europäisch, und 51 Prozent können die Herkunft nicht eindeutig zuordnen. Auch bei Netgear sind sich 49 Prozent unsicher. Anders sieht es bei Starlink und Huawei aus: Starlink wird von 55 Prozent korrekt den USA zugeordnet, Huawei von 77 Prozent China.

Bei Fritz!, dem größten europäischen Hersteller, fällt die Zuordnung in Österreich vergleichsweise klar aus: 65 Prozent erkennen das Unternehmen korrekt als europäischen Hersteller, neun Prozent halten Fritz! jedoch für nicht-europäisch und 24 Prozent können die Herkunft nicht einordnen. Ohne den deutschen Markt ordnen in den übrigen 13 europäischen Ländern lediglich 27 Prozent Fritz! richtig Europa zu.

Auch bei Mietgeräten von Internetanbietern ist vielen Nutzer:innen offenbar nicht bewusst, von welchem Hersteller die Geräte tatsächlich stammen. Europaweit gehen viele Befragte davon aus, dass es sich dabei um Router aus europäischer Herstellung handelt. In Österreich ist diese Annahme besonders verbreitet: 72 Prozent der A1-Kund:innen und 70 Prozent der Magenta-Telekom-Kund:innen halten die jeweiligen Mietgeräte für europäische Produkte.

www.yougov.com

Über die Studie

Die Daten dieser Befragung basieren auf einer repräsentativen Onlineumfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov in vierzehn europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Niederlande, Belgien, Vereinigtes Königreich, Spanien, Frankreich, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Polen). Im April 2026 wurden insgesamt 16.474 Personen befragt, davon 1.043 in Österreich. Die Erhebung wurde je Land nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung ab 18 Jahren des jeweiligen Landes.

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Über die Studie

Die Daten dieser Befragung basieren auf einer repräsentativen Onlineumfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov in vierzehn europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Niederlande, Belgien, Vereinigtes Königreich, Spanien, Frankreich, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Polen). Im April 2026 wurden insgesamt 16.474 Personen befragt, davon 1.043 in Österreich. Die Erhebung wurde je Land nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung ab 18 Jahren des jeweiligen Landes.

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