Fotos vom Climate Business Circle-Pressegespräch
Carbon Management soll Teil der österreichischen Industriestrategie werden

Beim Pressegespräch des Climate Business Circle wurde hervorgehoben, dass Investitionen in Technologien zur Abscheidung und Speicherung von CO₂ entscheidend für die Transformation der Industrie sind.

Am Dienstag fand ein Pressegespräch des Climate Business Circle im Café Museum in Wien statt. Dabei betonten Christiane Brunner, Initiatorin des Climate Business Circle und Vorständin von CEOs for Future, sowie Haimo Primas, CEO von Holcim Österreich, die Bedeutung klarer industriepolitischer Rahmenbedingungen für Transformation der Industrie. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Technologie zur Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO₂ zur Reduktion schwer vermeidbarer Emissionen beitragen können und welche Investitionssignale Unternehmen dafür benötigen. 

"Die Transformation unserer Industrie ist bereits im Gang. Unternehmen investieren und entwickeln Lösungen. Was sie jetzt brauchen, sind klare Investitionssignale und verlässliche Rahmenbedingungen", sagte Christiane Brunner und ergänzte: "Gerade in unsicheren Zeiten dürfen wir den Kurs nicht in Frage stellen – wer langfristig wettbewerbsfähig sein will, muss jetzt konsequent in Dekarbonisierung investieren."

Carbon Management als Teil der Dekarbonisierung

Einige industrielle Emissionen lassen sich laut den Expert:innen auch langfristig nicht vollständig vermeiden, etwa in der Zementproduktion oder in der Abfallwirtschaft. Für diese sogenannten "hard-to-abate“-Bereiche sei daher eine Strategie für Carbon Management notwendig, also für die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO₂. 

Unternehmen arbeiten bereits an entsprechenden Technologien und investieren in deren Entwicklung. "Carbon Management ist kein Ersatz für Dekarbonisierung, sondern ein notwendiger Teil davon – dort, wo Emissionen technisch nicht vermeidbar sind", erklärte Holcim-CEO Haimo Primas und weiter: "Es braucht eine klare Rolle dieser Technologien innerhalb einer Gesamtstrategie für die Dekarbonisierung der Industrie."

Planungssicherheit für Investitionen

Aus Sicht der Industrie ist eine langfristig verlässliche Strategie entscheidend, da Investitionen in neue Produktionsprozesse und Technologien über lange Zeiträume getroffen werden. Laut Primas sei vor allem ein unklarer politischer Kurs ein Risiko für den Standort. 

"Das größte Risiko für den Standort ist ein unklarer Kurs. Investitionen in neue Technologien und Produktionsprozesse werden über Jahrzehnte getroffen. Unternehmen brauchen deshalb Klarheit über die langfristige Strategie – sowohl bei der Dekarbonisierung als auch bei der Wettbewerbsfähigkeit Europas. Mit klaren Rahmenbedingungen kann Österreich zu einem Vorreiter für klimafreundliche Industrie werden", so Primas. 

Eine klare industriepolitische Strategie könne zugleich Innovationen fördern, Wertschöpfung stärken und neue Märkte für klimafreundliche Produkte eröffnen.

Drei zentrale Schritte für Österreich 

Aus Sicht der Unternehmen sind vor allem drei Maßnahmen entscheidend, um die Transformation der Industrie voranzubringen:

  1. Ein Gesamtplan für die Dekarbonisierung der Industrie mit klar definierten Zielen, Prioritäten und Instrumenten.
  2. Der Aufbau einer Infrastruktur für Carbon Management, etwa durch CO₂-Pipelines, Transport- und Speicherlösungen sowie Anbindungen an europäische Netze.
  3. Verlässliche Investitionssignale, etwa durch Fördermechanismen für erste großtechnische CO₂-Abscheidungsprojekte und ein stabiles CO₂-Preissignal.

Energiewende als Grundlage

Als zentrale Voraussetzung für die Transformation der Industrie gilt weiterhin der Ausbau erneuerbarer Energie. "Die Energiewende ist und bleibt die Basis. Ausreichende Mengen erneuerbarer Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen sind der wichtigste Standortfaktor für die Industrie der Zukunft", betonte Brunner. 

Umsetzung der Industriestrategie im Fokus

Die kürzlich präsentierte Industriestrategie der Bundesregierung (LEADERSNET berichtete hier und hier) wird von den Beteiligten als wichtiger Schritt bewertet. Entscheidend sei nun die Umsetzung konkreter Maßnahmen sowie eine klare Kommunikation der Projekte.

"Denn Investitionsentscheidungen für die Industrie von morgen werden heute getroffen", sagte Primas. Zudem sei es wichtig, die Bedeutung solcher Vorhaben für Klimaschutz, Innovation und den Industriestandort verständlich zu vermitteln, um frühzeitig gesellschaftliche Akzeptanz zu schaffen.

LEADERSNET war bei der Pressekonferenz. Einen Eindruck können Sie sich hier machen. 

www.ceosforfuture.at

www.holcim.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV