Fotos & Reportage vom Festival of Speed 2026
Wie Porsche in Goodwood 75 Jahre Markengeschichte inszenierte

Mit einem eindrucksvollen Auftritt, historischen Sportwagen und neuen Hochleistungsmodellen stand der deutsche Autobauer beim diesjährigen Festival of Speed besonders im Mittelpunkt. LEADERSNET war vor Ort und erlebte, warum die Veranstaltung längst als wichtigste automobile Bühne Großbritanniens gilt.

Schon weit vor Öffnung des Festivalgeländes rollen hunderte Sportwagen und Hypercars, darunter zahlreiche Porsche-Modelle, in Richtung Goodwood House. Auf den Parkplätzen reiht sich ein seltenes Fahrzeug an das nächste, während sich die Besucher:innen auf den Weg zum legendären Hillclimb machen. Dass Porsche beim Goodwood Festival of Speed zu den prägenden Marken zählt, wird bereits vor dem ersten Blick auf das eigentliche Veranstaltungsgelände deutlich. In diesem Jahr gab es dafür einen besonderen Anlass: Die Sportwagenmarke feierte 75 Jahre Porsche in Großbritannien.

Eine Bühne, die perfekt zur Marke passt

Das Goodwood Festival of Speed gilt seit Jahrzehnten als Fixpunkt im internationalen Automobilkalender. Anders als klassische Automessen verbindet die Veranstaltung historische Rennfahrzeuge, aktuelle Serienmodelle, Weltpremieren und Motorsport zum Anfassen. Hersteller aus Europa, Asien und den USA nutzen das Festival mittlerweile als Bühne für neue Modelle und Innovationen, während Motorsportgrößen, Rennteams und Sammler:innen auf hunderttausende Besucher:innen treffen. Unter dem Motto "The Rivals – Epic Racing Duels" standen heuer legendäre Duelle der Motorsportgeschichte im Mittelpunkt. Gleichzeitig feierten zahlreiche Hersteller Weltpremieren und präsentierten ihre neuesten Modelle – vom elektrischen Konzeptfahrzeug bis zum Supersportwagen.

Porsche gehört dabei längst zu den prägenden Marken des Festivals. Bereits seit der ersten Ausgabe im Jahr 1993 ist der Sportwagenhersteller in Goodwood vertreten. Das Porsche Le Mans Café ist bis heute das einzige Restaurant, das der Duke of Richmond während des Festivals dauerhaft auf seinem Gelände zulässt – ein Zeichen der besonderen Verbindung zwischen Goodwood und Porsche. Passend zum Jubiläum ergänzte heuer zudem eine imposante Porsche-Skulptur das Festivalgelände. Der Duke selbst gilt als ausgewiesener Auto-Enthusiast und besitzt unter anderem einen 911 GT2 RS.

Porsche Goodwood 2026Die eindrucksvolle Skulptur, die Jahr für Jahr von unterschiedlichen Marken bespielt wird, thront über dem Festivalgelände. © LEADERSNET

Ein Jubiläumsjahr mit zwei Höhepunkten

Im Mittelpunkt des Auftritts stand das 75-jährige Bestehen von Porsche Cars Great Britain. Bereits wenige Wochen zuvor hatte die Marke das Jubiläum mit dem zweitägigen "Sunstede"-Festival auf der traditionsreichen Rennstrecke Silverstone gefeiert. Rund 10.000 Porsche-Enthusiast:innen kamen dort zusammen, um 75 Jahre Porsche in Großbritannien, 75 Jahre Porsche Motorsport und 65 Jahre Porsche Club Great Britain zu feiern. Goodwood bildete nun den nächsten Höhepunkt des Jubiläumsjahres.

1951 wurden die ersten drei Porsche 356 nach Großbritannien importiert und auf der Earls Court Motor Show in London präsentiert – der Beginn einer bis heute außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte. Porsche griff dieses Kapitel in Goodwood mit einer eigens entwickelten Jubiläumsinszenierung auf.

Besonderer Blickfang war der neue 911 GT3 Earls Court 51 Edition, der gemeinsam mit Porsche Exclusive Manufaktur entstand. Das Sondermodell war bereits beim Jubiläumsfestival in Silverstone erstmals öffentlich zu sehen und erinnerte nun auch in Goodwood mit seiner exklusiven Lackierung und zahlreichen Designelementen an jene ersten Fahrzeuge, die vor 75 Jahren in London präsentiert wurden. Daneben war auch ein restaurierter Porsche 356 zu sehen, der als direkte Verbindung zwischen den Anfängen der Marke und der Gegenwart diente. Ebenfalls viel Aufmerksamkeit erhielt der Taycan Turbo S Soho House One, der mit zahlreichen individuellen Designelementen britische Designkultur aufgriff.

Die Bedeutung des britischen Marktes unterstreicht auch ein Blick auf die aktuellen Zahlen. Mit rund 18.400 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025 zählt Großbritannien heute nach den USA, China und Deutschland zum viertgrößten Porsche-Markt weltweit. Rund ein Drittel der Verkäufe entfällt bereits auf vollelektrische Modelle. Bestseller sind der Macan – sowohl als Elektro- als auch als Verbrennerversion –, gefolgt vom Cayenne und der Ikone 911.

Bemerkenswert ist diese Entwicklung auch aus historischer Sicht. Nur wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg fanden die ersten Porsche ihren Weg auf die britische Insel. Heute zählt das Vereinigte Königreich zu den wichtigsten Absatzmärkten der Marke. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt der Motorsport: Den ersten Gesamtsieg von Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans holte mit Richard Attwood ebenfalls ein britischer Rennfahrer – gewonnen hat er übrigens im rot-weißen Porsche Salzburg 917 Kurzheck.

Vergangenheit und Zukunft fahren Seite an Seite

Die Jubiläumsausstellung zeigte eindrucksvoll, wie Porsche seine Geschichte mit aktuellen Entwicklungen verbindet. Neben historischen Fahrzeugen standen die neuesten Modelle der Marke im Mittelpunkt. Der neue 911 GT3 S/C feierte seinen "oben-ohne" Auftritt ebenso wie der neue 911 GT3 Cup, der künftig im Porsche Carrera Cup GB eingesetzt wird. Auch der Taycan Turbo GT mit Manthey Kit sowie das neue Cayenne Turbo Coupé Electric demonstrierten, dass Elektromobilität längst fixer Bestandteil der Hochleistungsstrategie von Porsche ist. Ergänzt wurde der Auftritt durch außergewöhnliche Sonderwunsch-Modelle, darunter drei eigens für Disney und Pixar gestaltete Einzelstücke im Stil der Figuren aus "Toy Story 5".

Das Jubiläum war jedoch nicht auf das Festivalgelände beschränkt. Im West Dean College, der Unterkunft der internationalen Medienvertreter:innen, hatte Porsche unter dem Motto "Camp 75" eine eigene Erlebniswelt geschaffen. Dort konnten historische Fahrzeuge aus dem Porsche Museum ebenso erlebt werden wie aktuelle Modelle. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, die top-gepfelgten Old- & Youngtimer, verschiedene Sportwagen sowie den neuen Cayenne Electric auf ausgewählten Strecken selbst zu fahren. LEADERSNET nutzte die Gelegenheit und war unter anderem mit einem 911L, einem Boxster der ersten Serie und dem Cayenne Electric unterwegs.

Porsche Goodwood 2026Obwohl der 911L einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, zeigte er sich bei der LEADERSNET-Probefahrt fast im Neuzustand. © LEADERSNET

Während der jeweils rund 40 Kilometer langen Testfahrt war nicht zu übersehen, dass gerade das Festival of Speed stattfindet. Mindestens jedes dritte Auto, das uns entgegenkam, war ein (Super-)Sportwagen, den man hierzulande – wenn überhaupt – maximal einmal im Jahr auf öffentlichen Straßen zu sehen bekommt.

Für zusätzliche Höhepunkte sorgten prominente Gäste. Am Freitagabend und Samstagvormittag nahm TV-Star Richard Hammond, bekannt aus Top Gear und The Grand Tour, an den Veranstaltungen im Camp 75 teil und stand den internationalen Journalist:innen für Gespräche zur Verfügung. Bevor er selbst zum Festivalgelände aufbrach, stattete zudem Porsche-CEO Michael Leiters der Jubiläumsausstellung einen kurzen Besuch ab.

Eine Autoshow unter freiem Himmel

Wer erstmals nach Goodwood kommt, erkennt schnell, warum das Festival Jahr für Jahr hunderttausende Besucher:innen anzieht. Kaum eine andere Veranstaltung verbindet automobile Geschichte und Zukunft so unmittelbar. Historische Formel-1-Fahrzeuge, NASCAR-Boliden, Motorräder, Prototypen, Hypercars, Luxusklassiker und Serienfahrzeuge teilen sich dieselbe Bühne.

Besonders beeindruckend ist dabei die Nähe zu den Fahrzeugen. Millionenschwere Klassiker wie ein Lamborghini Miura, Ferrari GTO oder Mercedes-Benz SL stehen teilweise ohne Absperrungen auf den Wiesen des Goodwood Estate. Besucher:innen können die Fahrzeuge aus nächster Nähe betrachten, während auf dem legendären Hillclimb gleichzeitig historische Rennwagen, moderne Hypercars, aktuelle & historische Formel-1-Boliden und vollelektrische Hochleistungsmodelle um Bestzeiten kämpfen.

Auch abseits der Rennstrecke hat sich Goodwood verändert. Neben etablierten europäischen Herstellern nutzen zunehmend chinesische Marken die Veranstaltung für Weltpremieren und Marktauftritte. Damit hat sich das Festival in den vergangenen Jahren zur bedeutendsten automobilen Leistungsschau Großbritanniens entwickelt.

Österreichischer Motorsport-Moment

Auch aus österreichischer Sicht hielt das Festival einen besonderen Höhepunkt bereit. Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger wurde anlässlich des 40. Jahrestages seines ersten Grand-Prix-Sieges geehrt, den er 1986 in Mexiko für Benetton eingefahren hatte. Dafür nahm er mit seinem damaligen Formel-1-Rennwagen den legendären Hillclimb in Angriff und wurde anschließend auf der großen Bühne der Fanzone vom Publikum gefeiert.

Mehr als Motorsport

Was Goodwood letztlich von anderen Veranstaltungen unterscheidet, ist die besondere Atmosphäre. Familien, Sammler:innen, Rennfahrer:innen, Unternehmer:innen und Automobilenthusiast:innen begegnen sich auf Augenhöhe. Motorsportgrößen wie Lando Norris, Valentino Rossi, Gerhard Berger oder Damon Hill sind für Fans greifbar, während aktuelle Formel-1-Teams ebenso selbstverständlich zum Festival gehören wie historische Rennfahrzeuge und Weltpremieren.

Für Porsche bot das Festival damit die ideale Bühne, um 75 Jahre Unternehmensgeschichte in Großbritannien nicht nur zu erzählen, sondern erlebbar zu machen. Zwischen historischen 356-Modellen, den neuesten GT-Fahrzeugen und elektrischen Hochleistungsmodellen wurde deutlich, wie konsequent die Marke ihre Tradition mit der Zukunft verbindet. Goodwood war damit mehr als ein Festivalauftritt – es war die Fortsetzung einer Jubiläumsfeier, die in Silverstone begann und zeigte, wie sich Markenführung, Motorsport und Kundenerlebnis zu einer stimmigen Gesamtinszenierung verbinden lassen.

Fotos vom Porsche-Auftritt beim Goodwood Festival of Speed sehen Sie in den Galerien hier, hier und hier. Eine LEADERSNET-Galerie mit weiteren Eindrücken gibt es hier.

www.porsche.at

www.goodwood.com/festival-of-speed

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