Fotos & Video vom Aion-Auftaktevent
GAC startet mit von Magna gefertigten E-Autos am heimischen Markt

Mit zwei Fahrzeugen, die in Graz vom Band rollen, geht der chinesische Hersteller offiziell in Österreich an den Start. LEADERSNET.tv war beim Auftaktevent und fragte bei den Verantwortlichen nach, warum der heimische Markt für den Konzern eine Schlüsselrolle spielt, womit sich Aion vom Wettbewerb abheben will und welche Bedeutung der Produktionsstandort dabei hat.

Wenige Wochen nach der Ankündigung des Markteintritts (LEADERSNET berichtete) ist es nun so weit: Der chinesische Automobilhersteller GAC hat den offiziellen Verkaufsstart seiner Elektromarke Aion in Österreich gefeiert. Zum Marktstart stehen mit dem SUV Aion V sowie der kompakten Schräghecklimousine Aion UT zwei vollelektrische Modelle zur Verfügung. Als offizieller Importeur zeichnet Colmobil mit Sitz in Wien verantwortlich, die parallel den Aufbau eines Händler- und Servicenetzes vorantreibt. 

Rund 100 geladene Gäste aus Wirtschaft, Medien und Automobilbranche wohnten der Österreich-Premiere im Hotel Marriott Vienna Prater bei. Lars Pauly, CEO der Colmobil GmbH, betonte, mit dem Verkaufsstart sei GAC nun offiziell am österreichischen Markt angekommen. Mit dem Aion V und dem Aion UT starte das Unternehmen bewusst mit zwei unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten, die eine starke Grundlage für den weiteren Markenaufbau bilden sollen. Gleichzeitig verwies Pauly gegenüber LEADERSNET.tv darauf, dass derzeit viele chinesische Automarken den Schritt nach Europa wagen würden. Nach dem erfolgreichen Marktaufbau von Omoda und Jaecoo (LEADERSNET berichtete) wolle Colmobil diese Erfahrung jetzt auch für GAC nutzen. Das Unternehmen habe bereits bewiesen, dass es neue Marken erfolgreich etablieren könne, und sehe darin die Chance, attraktive Hersteller beim Eintritt in den österreichischen Markt zu begleiten.

Österreich als Schlüsselmarkt für Europa

Für Deniz Mei, General Manager GAC International, nimmt Österreich innerhalb der europäischen Expansionsstrategie eine besondere Rolle ein. GAC verfüge in China über jahrzehntelange Erfahrung und habe sich unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Toyota, Honda und Mitsubishi einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Nun sei das Unternehmen bereit für den europäischen Markt. Österreich sei dabei einer der wichtigsten Standorte, da hier die Endfertigung der Fahrzeuge erfolge. Ziel sei es, Kund:innen mit hochwertigen Produkten, einem starken Servicenetz und langfristigem Engagement von der Marke zu überzeugen.

Dass Europa für GAC weit mehr als ein Absatzmarkt sein soll, unterstreicht auch die Unternehmensstrategie. Neben einem Designzentrum in Mailand setzt der Konzern auf die Endfertigung beider Modelle bei Magna in Graz sowie auf ein eigenes europäisches Ersatzteillager in Rotterdam. Damit will GAC Entwicklung, Produktion und Service möglichst nah an den europäischen Kund:innen organisieren.

Zwei Modelle zum Marktstart

GAC Aion VDer Aion V wildert im beliebten Segment der Kompakt-SUVs © Colmobil GmbH 

Den größeren Part übernimmt der vollelektrische Aion V, ein 4,61 Meter langer SUV der Mittelklasse. Sein Elektromotor leistet 150 kW (204 PS), gespeist von einer 75,3-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Damit soll eine WLTP-Reichweite von bis zu 510 Kilometern möglich sein. An DC-Schnellladestationen lädt das Fahrzeug mit bis zu 180 kW und soll den Akku in rund 24 Minuten von zehn auf 80 Prozent bringen. Neben einem Kofferraumvolumen von bis zu 978 Litern gehören bereits in der Basisversion zahlreiche Komfort- und Sicherheitsmerkmale wie eine 360-Grad-Kamera, umfangreiche Fahrerassistenzsysteme, Apple CarPlay und Android Auto sowie ein Panorama-Glasdach zur Serienausstattung. Der Aion V wurde zudem mit fünf Sternen im Euro-NCAP-Crashtest bewertet. GAC verkauft das E-SUV ab 35.990 Euro.

GAC Aion UTBeim 4,27 m langen Aion UT handelt es sich um einen Vertreter der Kompaktklasse © Colmobil GmbH 

Ergänzt wird das Angebot durch den Aion UT, eine kompakte Schräghecklimousine des C-Segments – LEADERSNET berichtete bereits beim Start in anderen europäischen Märkten über das Modell (hier geht es zum Artikel). Trotz seiner kompakten Außenmaße verfügt der Stromer über einen sehr langen Radstand und soll damit ein großzügiges Raumangebot bieten. Wie der größere SUV leistet auch der UT 150 kW (204 PS), verfügt jedoch über eine 60-kWh-Batterie und erreicht eine Reichweite von bis zu 430 Kilometern nach WLTP. Der Sprint auf Tempo 100 gelingt in 7,3 Sekunden, an DC-Schnellladesäulen sind Ladeleistungen von bis zu 87 kW möglich. Auch hier gehören moderne Fahrerassistenzsysteme, ein 14,6-Zoll-Touchscreen, Apple CarPlay und Android Auto sowie zahlreiche Komfortfunktionen bereits zur Serienausstattung. Beim UT geht es ab 26.990 Euro los.

Preis-Leistung und Österreich-Bezug als Argumente

Für Wolfgang Kugler, General Manager Eastern Europe GAC, soll sich Aion vor allem über das Preis-Leistungs-Verhältnis vom Wettbewerb abheben. Gleichzeitig verweist er auf die Endfertigung der Fahrzeuge bei Magna in Graz. Dieser Österreich-Bezug sei ein wichtiges Argument, das auch heimische Arbeitsplätze sichere. Die Modelle würden genau jene Kombination aus moderner Technologie, umfangreicher Serienausstattung und attraktivem Preisniveau bieten, die viele Kund:innen derzeit suchten.

Auch Emile Hendriksen, European Fleet Sales Manager GAC, sieht in den beiden Fahrzeugen großes Potenzial. Sowohl der kompakte Aion UT als auch der SUV Aion V würden ein überzeugendes Gesamtpaket aus Qualität, Ausstattung und Preis bieten. Er sei überzeugt, dass beide Modelle schon in den kommenden Monaten verstärkt auf Österreichs Straßen zu sehen sein werden.

Zusammenarbeit stärkt den Standort

Positiv bewertet auch Wolfgang Pappler, Produzent von "Österreich hat Geschmack", die Kooperation zwischen dem chinesischen Hersteller und dem österreichischen Automobilstandort. Die Verbindung von chinesischer Technologie und österreichischem Know-how sei gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein wichtiger Faktor. Gleichzeitig sichere die Fertigung in Graz Arbeitsplätze und stärke den heimischen Industriestandort.

Video-Interviews

Was Lars Pauly, Deniz Mei, Wolfgang Kugler, Emile Hendriksen und Wolfgang Pappler über den Österreich-Start von GAC, die neue Elektromarke Aion und die Bedeutung des heimischen Marktes noch zu sagen hatten, sehen Sie im LEADERSNET.tv-Video.

Fotos vom Auftaktevent sehen Sie in der Galerie.

www.colmobil.at

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