Rund um die Salzburger Festspiele (LEADERSNET berichtete) gibt es immer zahlreiche weitere Veranstaltungen, die die große Aufmerksamkeit, die die Mozartstadt in dieser Zeit genießt, für sich nutzen. Eine besonders bedeutende ist dabei der Salzburg Media Summit, der heuer zum 21. Mal stattfand. Knapp 300 Gäste sorgten bei der hochkarätigen Fachkonferenz für ein volles Haus im Schloss Leopoldskron. Am Programm standen Fachpanels zu Künstlicher Intelligenz, Filmförderung und internationalen Medienentwicklungen – sowie eine Premiere, die symbolisch für Salzburgs neue Rolle in der Kreativindustrie steht.
Salzburg als Filmstandort neu vermessen
Das Vormittagsprogramm unter dem Titel "Europas kreative Zukunft" wurde von Start-Up-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner eröffnet. Am Nachmittag begrüßten Innovation Salzburg-Geschäftsführer Walter Haas und Stefanie Daubek, Vorsitzende der Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft der Wirtschaftskammer Salzburg, die Gäste. Den inhaltlichen Startpunkt markierte eine Studie, die beide Organisationen gemeinsam in Auftrag gegeben hatten – und bisherige Annahmen kräftig korrigiert. Mit über 430 Millionen Euro Wertschöpfung und rund 5.000 Arbeitsplätzen gehört Film längst zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen des Bundeslandes. Das ist etwa doppelt so viel, wie vorhandene Statistiken bisher angenommen hatten.
"Salzburg spielt im Filmbereich jetzt auf Augenhöhe mit Wien", erklärte Studienautor Michael Paul, der gemeinsam mit Jan Wimmel (Unicepta) für eine Begleitstudie auch die touristischen Effekte untersucht hatten: Wie sehr wirken sich TV-Serien durch Medienpräsenz und Klicks auf die Reiselust aus? Das langlaufende Format "Der Bergdoktor" wurde als Best Practice identifiziert – nicht nur wegen der Drehort-Präsenz, sondern wegen siebenstelliger Werbeeffekte für die Region. Beim Film "Alpentod" etwa spielte sich die Filmförderung um das 2,3-Fache über den Werbewert für den Standort wieder ein – ohne dabei die langfristigen Steuerrückflüsse eingerechnet zu haben. "Filmförderungen sind Investitionen in eine starke Branche mit konkreter positiver Wirkung", fasste Haas zusammen.
Diese wirtschaftliche Rechnung wird auf politischer Ebene unterstützt. Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler gab in ihrer Video-Grußbotschaft den Impuls für die folgenden Diskussionen: "Bei der Verwendung von Künstlicher Intelligenz und von Social Media sind unsere in Europa gelebten Werte von großem Vorteil. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir die Chancen, die sich daraus ergeben, optimal nutzen." Damit skizzierte sie einen strategischen Rahmen, in dem Salzburgs Kreativindustrie nicht einfach Konkurrenz kopiert, sondern europäische Eigenständigkeit bewahrt.
Streaming braucht lokales Programm – aber nicht überall
Der Optimismus hatte aber auch realistische Grenzen. Im Hauptpanel mit Produzentin und Schauspielerin Veronica Ferres, WarnerBros-Präsident Gerhard Zeiler und Mediaprint-CEO Richard Grasl – moderiert vom Summit-Initiator Hannes M. Schalle – wurde deutlich, dass globale Streamer zwar lokales Programm benötigen – Österreich im internationalen Wettbewerb aber eher eine Nebenrolle spielt. "Ein globaler Streamer wird nur dann erfolgreich sein, wenn er lokales Programm hat", brachte Zeiler es auf den Punkt. Das FISA+-Förderprogramm sieht er als Standortvorteil – rechnet aber damit, dass Investitionen stärker in deutsche Produktionen fließen werden. Ferres forderte automatische Tax-Incentive-Regelungen für Deutschland, ein Modell, von dem auch Österreich profitieren könnte.
Ein anderer Blick kam von Festspiel-Präsidentin Kristina Hammer im Gespräch mit AI-Vordenker Matthias Röder: Bei der Ansprache jüngerer Generationen braucht es digitale Kanäle – ohne dabei den künstlerischen Anspruch zu senken. "Wir müssen für junges Publikum nicht den Anspruch senken, sondern die Schwellen abbauen", sagte sie. Im Interview mit Schalle zeigte Creative & Executive Producer Rose Marie Vega, die an Erfolgsserien wie "The Cleaning Lady", "Law & Order" und "True Blood" arbeitete, die andere Seite des Business: hochkarätiges Storytelling und internationales Talent, das sich weltweit durchsetzt.
Die Fachpanels wurden moderiert von Doris Priesching (Der Standard) und Ralf Hillebrand (Salzburger Nachrichten). Katrin Prähauser (Servus TV) übernahm die Gesamtmoderation des Events.
Mozart als Symbol der neuen Salzburger Kreativität
Zum Abschluss feierte der Kurzfilm "Mozart – The Sounds of Salzburg" Premiere. Der Streifen über das DomQuartier mit Hauptdarsteller Philipp Hochmair setzt auf eine bewährte Strategie mit neuem Glanz: Kultur als touristischer Magnet. "Der Geist Mozarts ist für mich in diesen Räumen, für die er komponiert hat, konkret geworden", fasste Hochmair zusammen. Vega präsentierte zudem mit ihrer Produktion "Milly – Queen of Merengue" ein weiteres Beispiel für internationale Filmproduktionen, die in Salzburg entstehen.
Unter den Gästen befanden sich Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll, Landesrat Wolfgang Fürweger, der Europa-Abgeordnete Lukas Mandl (ÖVP), Dietmar Otti (Global Head of Media, Red Bull), DomQuartier Salzburg-Geschäftsführerin Andrea Stockhammer, der stv. Wirtschaftsbund-Generalsekretär Rainer Rößlhuber, Harald Kräuter (Technischer Direktor, ORF), Kathrin Zierhut-Kunz (ORF III-Geschäftsführerin) sowie eine Reihe von ORF-Stiftungsrät:innen. Weiters gesehen wurden ÖAG-Generalsekretär Rainer Newald, Jetzt-Gründer Florian Novak, IV Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte, RTR-Geschäftsführer Wolfgang Struber, Austrian Business Agency Geschäftsführer Rene Tritscher, ÖFI-Direktor Roland Teichmann und Werner Wutscher (Startup-Rat).
LEADERSNET war dabei und hat Eindrücke für Sie in der Galerie gesammelt.
www.innovation-salzburg.at
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