Fotos der Pressekonferenz zum Halbjahresergebnis
Palfinger bleibt auf Zukunftskurs

Der Salzburger Kran- und Hebetechnikkonzern sicherte sich in den ersten sechs Monaten Großaufträge im dreistelligen Millionenbereich. Ein konzernweites Effizienzprogramm soll nun die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien hat Palfinger am Dienstag die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 präsentiert. Der Konzern mit Sitz in Bergheim bei Salzburg erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten einen Umsatz von 1.165,6 Millionen Euro, ein EBIT von 84,1 Millionen Euro und ein Konzernergebnis von 48,0 Millionen Euro.

Nach einem starken Jahresauftakt hatte sich das Marktumfeld im zweiten Quartal zwar spürbar eingetrübt, weil der Iran-Krieg die Nachfrage in Nordamerika, im Mittleren Osten und in Asien-Pazifik stärker dämpfte als erwartet und viele Kund:innen ihre Investitionen zurückstellten. Statt abzuwarten, hat der börsennotierte Technologiekonzern gegengesteuert und mit einem gruppenweiten Effizienzprogramm sowie neuen Großaufträgen die Weichen für die kommenden Jahre gestellt.

Effizienzprogramm sichert Wettbewerbsfähigkeit

Herzstück der Reaktion auf das veränderte Umfeld ist ein strukturelles Programm, das über alle Konzerngesellschaften hinweg greift. Vereinfacht werden sollen zunächst die internen Strukturen, parallel dazu nimmt das Unternehmen sein weltweites Produktions- und Beschaffungsnetzwerk unter die Lupe. Zusätzliche Produktivitätsgewinne erwartet Palfinger aus der Automatisierung und aus dem breiteren Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Konkret beziffert der Konzern das Einsparungspotenzial bei den Strukturkosten mit 25 Millionen Euro. Damit soll die Kostenbasis im Jahr 2027 trotz Inflation und trotz weiteren Wachstums stabil bleiben. Die Maßnahmen wirken ab 2027 nachhaltig und sollen die Wettbewerbsfähigkeit unabhängig von der konjunkturellen Erholung absichern.

"Die Marktunsicherheit hat im zweiten Quartal 2026 spürbar zugenommen und Investitionsentscheidungen in wichtigen Märkten verzögert. Gerade in diesem Umfeld setzen wir einen klaren Fokus auf die Umsetzung der Strategie 2030+, Effizienzsteigerungen wie zum Beispiel durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie auf die langfristige Stärkung unserer Marktposition", erklärt Andreas Klauser, CEO der Palfinger AG.

Großaufträge über 100 Millionen Euro

Rückenwind kommt aus dem Auftragsbuch. In den vergangenen Monaten konnte Palfinger Aufträge mit einem Gesamtvolumen von rund 125 Millionen Euro an Land ziehen und damit seine Rolle als strategischer und verlässlicher Partner in einem anspruchsvollen Marktumfeld untermauern.

Weiteres Potenzial ortet der Konzern in der neuen TEC-Hubarbeitsbühnenreihe und im Ausbau des Servicegeschäfts. Als langfristige Wachstumstreiber gelten zudem Infrastrukturinvestitionen, die Elektrifizierung sowie der militärische Bereich, der von steigenden Verteidigungsausgaben profitiert.

Wachstum in Südeuropa und Indien

Getragen wurde das Halbjahr von Südeuropa und Indien. In der Region EMEA blieb die Nachfrage insgesamt robust, wobei sich Nordeuropa schrittweise erholte und die erhofften Impulse aus dem deutschen Infrastrukturpaket noch ausstehen. Indien bestätigte im asiatisch-pazifischen Raum seine Rolle als Wachstumstreiber. Deutlich stärker gebremst haben Russland, wo der Markt weiter schrumpfte, und China, wo nachhaltige Erholungssignale ausblieben. Nordamerika hielt sein Niveau, dort drückten allerdings die US-Zölle auf Nachfrage und Marge. Lateinamerika blieb trotz der volatilen Lage in Argentinien und Brasilien stabil.

Der zweite Stabilitätsanker war das Marine-Geschäft. Offshore-Wind und Kreuzfahrt zogen an und lieferten einen verlässlichen Ergebnisbeitrag, während die Eskalation im Nahen Osten das Servicegeschäft auf See massiv belastete.

Ausblick bis 2030 bleibt aufrecht

Für das laufende Geschäftsjahr strebt Palfinger einen Umsatz und ein operatives Ergebnis über dem Vorjahresniveau an. Grundlage dafür seien – trotz des schwierigen Umfelds – die starke Marktposition, ein breit aufgestelltes Geschäftsmodell und die Flexibilität, rasch auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren. 

Weil sich die Erholung in den Kernmärkten USA und Deutschland verzögert, verschiebt sich die Erreichung der für 2027 gesetzten Finanzziele von 2,7 Milliarden Euro Umsatz, einer EBIT-Marge von zehn Prozent und einem ROCE von über zwölf Prozent.

An den langfristigen Zielen hält der Konzern jedoch unverändert fest. Für 2030 bestätigt Palfinger einen Umsatz von über drei Milliarden Euro, eine EBIT-Marge von zwölf Prozent sowie einen ROCE von 15 Prozent und setzt die Strategie "Reach Higher" konsequent fort.

LEADERSNET war bei der Bilanz-Pressekonferenz dabei. Eindrücke finden Sie in unserer Galerie.

Den gesamten Halbjahresbericht können Sie hier nachlesen.

www.palfinger.com

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