Mit dem Equal Pay Day machen win2day und die Österreichischen Lotterien erneut auf strukturelle Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Sport aufmerksam. Gemeinsam mit der Kreativagentur LWND sowie weiteren Partnern wurde dafür eine österreichweite Kampagne umgesetzt, die auf die weiterhin ungleiche mediale Präsenz von Sportlerinnen hinweist.
Der Hintergrund: Nur rund 21 Prozent der Sportberichterstattung in Österreich widmen sich dem Frauensport. Ab dem 18. März sind Sportlerinnen daher rein rechnerisch in den Medien nicht mehr präsent. Mit der Initiative soll auf diese strukturelle Schieflage aufmerksam gemacht und die Bedeutung medialer Sichtbarkeit für die Entwicklung des Frauensports verdeutlicht werden.
Sichtbarkeit als entscheidender Faktor
Laut den Initiator:innen wirkt sich die geringe Präsenz in den Medien auf viele Bereiche aus. Weniger Berichterstattung bedeutet weniger Aufmerksamkeit, geringeres Publikum und geringere Sponsoringmöglichkeiten. Für viele Athletinnen hat diese Entwicklung direkte Konsequenzen. Sie müssen ihre sportliche Karriere mit einem zusätzlichen Beruf kombinieren oder haben eingeschränkten Zugang zu professioneller Betreuung.
Vor diesem Hintergrund macht win2day seit mehreren Jahren auf diese Situation aufmerksam und verfolgt das Ziel, den Equal Play Day langfristig weiter nach hinten zu verschieben, bis Frauen und Männer in der Sportberichterstattung gleich stark vertreten sind.
"Im Vorjahr war der Equal Play Day am 20. Februar, heuer am 18. März. Das zeigt, dass wir wirklich Fortschritte machen. Aber 79 Prozent der Sportberichterstattung zeigen weiterhin Männer. Solange das so ist, machen wir weiter – bis wir 50:50 erreicht haben", sagt win2day-Managing Director Georg Wawer.
Österreichweite Kampagne mit breiter Ausspielung
Die diesjährige Kampagne wurde von LWND gemeinsam mit Tobias Federsel & The Odd, dentsu sowie der Produktionsfirma PPM Next entwickelt. Sie setzt auf eine plakative Bildsprache mit Sportlerinnen aus unterschiedlichen Disziplinen und wird österreichweit über Out-of-Home-Werbung, Online-Video, Print und Social Media ausgespielt.
Dabei soll nicht nur auf das Problem aufmerksam gemacht werden, sondern auch gezeigt werden, welche positiven Effekte größere Sichtbarkeit haben kann – etwa mehr Fans, mehr Publikum, stärkere mediale Präsenz und zusätzliche Sponsoringmöglichkeiten.
"Ziel der diesjährigen Equal-Play-Day Kampagne ist es nicht nur Awareness für das Problem der geringen Sichtbarkeit von Sportlerinnen zu schaffen, sondern auch positive Veränderung zu bewirken. Die Kampagne zeigt, welche positiven Effekte mehr Sichtbarkeit erzielen kann und dient gleichzeitig als sichtbarer Reminder für alle Beteiligten, mit gutem Beispiel voranzugehen", so Diego del Pozo, Founder & CEO bei LWND.
Athletinnen berichten von ihren Erfahrungen
Mehrere Sportlerinnen schildern in der Kampagne ihre Perspektiven auf die bestehenden Rahmenbedingungen im Leistungssport.
Fußball-Nationalteamspielerin Jasmin Pal beschreibt die Situation so: "Im Frauenfußball kämpfst du nicht nur um Titel, manchmal kämpfst du darum, überhaupt existieren zu dürfen. Professionalität wird von uns erwartet, aber die Rahmenbedingungen sind oft alles andere als professionell. Sichtbarkeit entscheidet darüber, ob wir Perspektiven haben – oder nur Durchhaltevermögen."
Basketball-Nationalteamspielerin Sina Höllerl, die im Herbst in die USA wechseln wird, verweist auf unterschiedliche Bedingungen im Ausland: "Wir haben in den letzten Jahren mehr Erfolge gefeiert als viele Männerteams – und trotzdem spielen wir vor deutlich weniger Publikum. In den USA wird Frauensport ernst genommen. Eigentlich sollte man nicht auswandern müssen, um seinen Traum zu leben."
Auch Beachvolleyball-Europameisterin Lia Berger sieht in der öffentlichen Wahrnehmung einen entscheidenden Faktor: "Wir investieren genauso viel, tragen genauso viel Verantwortung und freuen uns über die mediale Aufmerksamkeit, die wir bekommen. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass unsere Sichtbarkeit weiterwächst, weil sie die Grundlage für bessere Bedingungen, Sponsoren und langfristige Perspektiven ist."
Ihre Teamkollegin Lilli Hohenauer spricht zudem einen konkreten Punkt an: "Bei vielen Turnieren bekommen Frauen die unattraktiveren Spielzeiten – weniger Publikum, weniger TV. Wenn wir gleiche Rahmenbedingungen wollen, müssen wir auch gleich sichtbar sein."
Vorbilder und wirtschaftliche Dimension
Auch im Motorsport spielt Sichtbarkeit laut Fahrerin Emma Felbermayr eine zentrale Rolle: "Rein körperlich gibt es keinen Grund, warum eine Frau nicht Formel-1-Weltmeisterin werden kann. Was fehlt, ist Sichtbarkeit. Wenn junge Mädchen keine Vorbilder sehen, träumen sie auch nicht groß. Initiativen wie Equal Play schaffen genau diese Bühne."
Eishockey-Torhüterin Selma Luggin verweist ebenfalls auf die Diskrepanz zwischen sportlicher Leistung und Rahmenbedingungen: "Wir gehören zu den Top-10-Nationen der Welt – und trotzdem können die meisten von uns nicht vom Sport leben. Wir leisten Profisport unter Amateurbedingungen. Professionalität wird erwartet, aber nicht finanziert. Wenn uns eine Bühne geboten wird, dann liefern wir – aber diese Bühne bekommen wir noch viel zu selten."
Für die Österreichischen Lotterien ist das Engagement Teil einer langfristigen Verantwortung im Sport. Generaldirektor Erwin van Lambaart erklärt: "Seit Jahrzehnten stehen die Österreichischen Lotterien verlässlich an der Seite des Breiten- und Spitzensports in unserem Land. Dieses Engagement ist für uns mehr als Förderung – es ist gesellschaftliche Verantwortung. Wenn wir Frauensport sichtbar machen, stärken wir nicht nur Athletinnen, sondern schaffen Vorbilder für die nächste Generation. Denn Inspiration beginnt dort, wo Leistung gesehen und anerkannt wird."
Auch wirtschaftlich spielt das Thema eine wichtige Rolle, ergänzt Vorstandsdirektor Martin Škopek: "Sichtbarkeit ist im Sport die entscheidende Währung. Sie steuert Investitionen, Sponsoring, Medienrechte und damit die gesamte Wertschöpfungskette. Solange Frauensport strukturell unterrepräsentiert ist, bleibt wirtschaftliches Potenzial ungenutzt – für Vereine, Partner und den Sportstandort Österreich."
www.win2day.at
www.lotterien.at
www.lwnd.com
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