Unerwartete Zusatzkosten & Rechtsstreit
Hotel- und Objektvermieter schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 15.02.2026

Die vermietete Liegenschaft umfasst Hotel, Restaurant, Großküche samt Lager, Tankstelle und Supermarkt. Laut Gläubigerschützern belaufen sich die Verbindlichkeiten auf mehr als 6,8 Millionen Euro.

Für die ESK Objektvermietungs GmbH war dieser Freitag, der 13., tatsächlich ein Pechtag. Wie der AKV und der KSV1870 mitteilten, wurde über das Vermögen der Gesellschaft beim Landesgericht für ZRS Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Mit einer zeitnahen Verfahrenseröffnung ist den Gläubigerschützern zufolge zu rechnen.

Die Passiva werden mit rund 6,83 Millionen Euro beziffert, davon sind etwa 1,29 Millionen Euro unbesichert. Den Verbindlichkeiten stehen Aktiva von rund 5,58 Millionen Euro zu Liquidationswerten gegenüber, die überwiegend aus Liegenschaftsvermögen bestehen.

Hotel, Tankstelle & Co.

Das Unternehmen wurde 2018 gegründet – ursprünglich als ESK Hotelbetriebs GmbH – und hat seinen Sitz in Seiersberg-Pirka. Die Gesellschaft entwickelte auf einer Liegenschaft in Pirka-Eggenberg ein umfassendes Immobilienprojekt, das neben Hotel, Restaurant und Großküche samt Lager auch um eine Tankstelle sowie einen Spar-Markt erweitert wurde. Den Angaben zufolge erfolgte die Errichtung überwiegend fremdfinanziert.

Der operative Betrieb der einzelnen Einheiten wird von eigenständigen Betriebsgesellschaften geführt, die die Flächen von der ESK Objektvermietungs GmbH anmieten. Nach Angaben der Schuldnerin verlaufen diese Mietverhältnisse zufriedenstellend. Im Unternehmen selbst ist derzeit ein Dienstnehmer beschäftigt.

Gründe

Als Ursachen der Zahlungsunfähigkeit nennt die Gesellschaft unerwartete Zusatzkosten durch Wasseranschlussgebühren und Kanalisationsbeiträge, die in dieser Form nicht einkalkuliert waren. Zusätzlich habe ein verlorener Rechtsstreit über rund 257.000 Euro die Liquidität entscheidend belastet. Diese Verbindlichkeiten konnten nicht mehr bedient werden, wodurch letztlich Zahlungsunfähigkeit eintrat.

Grundsätzlich wird eine Fortführung des Unternehmens angestrebt. Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan angeboten, der eine Quote von 20 Prozent vorsieht, zahlbar binnen zwei Jahren.

www.akv.at

www.ksv.at

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