Die Bedeutung von Stablecoins für den traditionellen Finanzsektor nimmt zu. Während die digitalen Vermögenswerte ursprünglich vor allem im Kryptobereich eingesetzt wurden, beschäftigen sich mittlerweile auch Banken, Zahlungsdienstleister und Technologieunternehmen mit ihren Anwendungsmöglichkeiten. Insbesondere bei der Abwicklung von Zahlungen und Finanztransaktionen gewinnen sie an Relevanz. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Transparenz und Regulierung.
Mit diesen Entwicklungen beschäftigt sich die Bluechip26 – The Crypto Safety Conference, die am 10. und 11. November 2026 in den Räumlichkeiten der Raiffeisen Bank International (RBI) in Wien stattfindet. Nach ihrer erstmaligen Austragung im vergangenen Jahr bringt die Veranstaltung erneut internationale Fachleute und Entscheidungsträger:innen aus der Finanz- und Kryptobranche zusammen.
Zu den Partnern der Konferenz zählen die RBI als Presenting Partner, Mastercard als Strategic Partner sowie BearingPoint als Awards Partner.
Internationale Expert:innen diskutieren über digitale Finanzmärkte
Das Konferenzprogramm umfasst Beiträge von Vertreter:innen aus Banken, Wirtschaft, Wissenschaft und Regulierung. Zu den angekündigten Redner:innen gehören RBI-CEO Michael Höllerer, Peter Kerstens, Berater der Europäischen Kommission, Bitpanda-Co-CEO Christian Trummer sowie Garett Jones, Professor an der George Mason University und Chefökonom von Bluechip.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Bewertung von Stablecoins und den Voraussetzungen für deren institutionelle Nutzung. Benjamin Levit, Gründer und CEO der Rating-Agentur Bluechip, verweist dabei auf die wachsende Bedeutung des Finanzstandorts Wien für regulierte Kryptoanbieter.
"Wien ist in kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Standorte für regulierte Krypto-Anbieter in Europa geworden. Was jetzt zählt, ist die Qualität dahinter", sagt Levit.
Sein Unternehmen bewerte Stablecoins anhand von Kriterien, die auch am Anleihemarkt zur Anwendung kämen. Dabei würden sich erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern zeigen. Diese seien insbesondere für institutionelle Investoren von Bedeutung. Levit spricht sich deshalb für einen intensiveren Austausch zwischen Banken, Aufsichtsbehörden und Unternehmen aus der Kryptobranche aus.
RBI beteiligt sich an europäischer Stablecoin-Initiative
Auch innerhalb des europäischen Bankensektors schreitet die Entwicklung digitaler Zahlungsmittel voran. Die Raiffeisen Bank International gehört zu den Gründungsmitgliedern von Qivalis (LEADERSNET berichtete), einem Zusammenschluss von inzwischen 37 Finanzinstituten aus 15 Ländern.
Das Konsortium erhielt am 14. Oktober 2026 von der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB) die Zulassung als E-Geld-Institut. Damit wurde eine zentrale regulatorische Voraussetzung geschaffen, um einen Euro-basierten E-Geld-Token entsprechend der europäischen MiCA-Verordnung herauszugeben. Der Start der Ausgabe ist für die kommenden Monate vorgesehen.
RBI-CEO Michael Höllerer erwartet, dass die Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten in absehbarer Zeit deutlich steigen werde. Die Bank sehe sich mit ihrem Angebot, das von der Tokenisierung von Vermögenswerten bis zu Euro-Stablecoins reiche, entsprechend positioniert. Neben den eigenen Kompetenzen setze die RBI dabei auch auf Kooperationen mit Technologieunternehmen.
"Wir haben die Ambition, stets optimale Lösungen für unsere Kund:innen zu entwickeln. Dazu konzentrieren wir uns auf unsere Stärken, sind aber offen für Partner, die mit ihren innovativen Technologien eine sinnvolle Ergänzung darstellen", so Höllerer.
Mastercard sieht Potenzial im internationalen Zahlungsverkehr
Neben Banken beschäftigen sich auch internationale Zahlungsdienstleister verstärkt mit Stablecoin-basierten Lösungen. Mastercard sieht insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen Möglichkeiten, bestehende Abläufe effizienter zu gestalten.
"Stablecoins haben die Testphase verlassen. Im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr lösen sie heute Probleme, mit denen Unternehmen seit Jahrzehnten leben: Überweisungen dauern Tage, Settlement ist teuer", erklärt Michael Brönner, Country Manager von Mastercard Österreich.
Durch die Übernahme des Stablecoin-Infrastrukturanbieters BVNK habe Mastercard sein weltweites Zahlungsnetzwerk mit Blockchain-basierten Zahlungswegen verbunden. Dadurch könnten Partnerbanken entsprechende Transaktionen über eine bereits etablierte Infrastruktur abwickeln.
Brönner betont zugleich, dass die weitere Entwicklung von verlässlichen Sicherheitsvorgaben und klaren Governance-Strukturen abhänge. Diese Anforderungen würden daher auch bei der Bluechip26 eine zentrale Rolle spielen.
Bluechip Awards werden erstmals vergeben
Eine Neuerung der diesjährigen Konferenz ist die erstmalige Verleihung der Bluechip Awards. Die Auszeichnungen werden gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen BearingPoint vergeben und sollen Personen würdigen, die zur Entwicklung von Standards und zur Vertrauensbildung im Bereich digitaler Vermögenswerte beitragen.
Die Ehrungen erfolgen in vier Kategorien: Media & Information, Security & Risk Management, Governance & Transparency sowie Leadership & Accountability.
Christian Knedelstorfer, Partner bei BearingPoint, verweist auf die Bedeutung verlässlicher Akteur:innen für die weitere Entwicklung der Branche. "Hinter jeder guten Antwort darauf stehen Menschen, die Standards setzen, statt auf sie zu warten", sagt Knedelstorfer mit Blick auf die Frage, wem Unternehmen im Bereich digitaler Assets vertrauen könnten.
Mit den Auszeichnungen wolle man Persönlichkeiten sichtbar machen, die in einem noch jungen Markt Verantwortung übernehmen und Orientierung bieten.
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www.bluechip.org
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