Rund 55 Millionen Euro wurden in den Standort in der Tiroler Zugspitz Arena investiert. Erhaltene Teile der historischen Ausstattung erinnern an die Vergangenheit des einstigen Prominentenhotels.
Der Berwanger Hof in Tirol hat seine Wiedereröffnung am 25. September mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Bis Urlaubsgäste in der neuen Residence übernachten können, dauert es allerdings noch einige Wochen. Der Start ist für Dezember 2026 vorgesehen. Das Jagdhaus, ein weiterer Teil des Ensembles, ist hingegen bereits seit Juli 2025 in Betrieb. Damit nimmt die Erneuerung eines Standorts Gestalt an, der die touristische Entwicklung Berwangs über Jahrzehnte mitgeprägt hat.
Hinter dem Projekt stehen Almdorfbau als Projektentwickler und Bauträger sowie Alps Resorts als touristischer Begleiter. Almdorfbau übernahm das lange brachliegende Ensemble 2022. Laut den Verantwortlichen wurden nach aktuellem Stand rund 55 Millionen Euro in die Revitalisierung investiert. Das frühere Stammhaus konnte aufgrund seines baulichen Zustands nicht erhalten werden. An seiner Stelle entstand eine neue Residence.
Aus dem Hotel wird ein Resort mit drei Häusern
Mit der baulichen Erneuerung verändert sich auch das Unterkunftskonzept. Der Berwanger Hof setzt künftig auf Apartments und Suiten, die eigene Küchen sowie Wohn- und Essbereiche mit den gemeinschaftlichen Angeboten eines Resorts verbinden. Je nach Kategorie verfügen die Unterkünfte über bis zu vier Schlafzimmer. Zur Ausstattung gehören außerdem private Wellnessangebote mit finnischen Saunen sowie Hot Tubs auf Balkon und Terrasse.
Das bereits eröffnete Jagdhaus umfasst 13 Apartments, die Rezeption und einen eigenen Wellnessbereich mit Pool. Die neue Residence bildet das Haupthaus und steuert 37 Apartments und Suiten bei. Hier sind zudem ein Wellnessbereich mit Infinity-Pool, ein Fitnessraum und ein kleines gastronomisches Angebot vorgesehen.
Als drittes Gebäude soll die Alpenspitze das Ensemble spätestens ab Frühjahr 2027 um weitere 30 Einheiten ergänzen. Nach Fertigstellung verfügt der Berwanger Hof damit über insgesamt 80 Apartments und Suiten. Zum gastronomischen Angebot gehört außerdem das Restaurant Alps Kitchen, das auch Besucher:innen aus der Region offensteht.
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Historische Elemente erinnern an die Hotelgeschichte
Während die Unterkünfte auf ein neues Betriebskonzept ausgerichtet sind, bleiben Teile der früheren Ausstattung erhalten. Sie verweisen auf die Geschichte des Hauses, dessen Grundstein 1962 gelegt wurde. Mit ehemals 295 Betten im Stamm- und Jagdhaus zählte der Berwanger Hof nach Unternehmensangaben über Jahrzehnte zu den Leitbetrieben der Region.
In den 1970er- und 1980er-Jahren gingen hier auch bekannte Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen ein und aus. Eng verbunden ist die Vergangenheit des Hotels mit der österreichischen Tänzerin und Sängerin Margot Werner, an die heute unter anderem ein eigener "Raum der Stars" erinnert. Historische Originalelemente, Fotografien und Texte dokumentieren dort die gesellschaftliche Geschichte des Hauses. Bei der Erneuerung wurden außerdem Bleiglasfenster, charakteristische Möbelstücke und Schmiedearbeiten gesichert und restauriert. Auch die laut Betrieb mehr als 200 Jahre alte Sternzeichenbar wurde in das neue Ensemble integriert.
"Der Berwanger Hof ist für viele Menschen mit persönlichen Erinnerungen verbunden. Uns war deshalb wichtig, hier nicht einfach etwas Neues hinzustellen, sondern möglichst viel von der Geschichte und Identität dieses besonderen Ortes in die Zukunft mitzunehmen. Dass sich am 25. September die Türen wieder öffnen, ist für uns deshalb ein besonderer Moment", erklärte Johannes Arneth, Geschäftsführer von Almdorfbau, im Vorfeld der Wiedereröffnung.
Ganzjahresbetrieb soll die Auslastung sichern
An die frühere touristische Bedeutung des Hauses will auch Alps Resorts anknüpfen. Der Betreiber setzt auf einen ganzjährigen Betrieb und verweist dafür auf die direkte Lage am Skigebiet, die Sommerangebote der Tiroler Zugspitz Arena sowie die Nähe zu wichtigen Herkunftsmärkten. "Der Berwanger Hof ist weit mehr als ein klassisches Hotelprojekt. Dieses Haus ist tief in der touristischen DNA von Berwang verwurzelt. Unsere Aufgabe ist es, hier einen langfristig erfolgreichen Betrieb zu etablieren, der auch den Ort und die Region nachhaltig stärkt", sagt Gerhard Brix, Gründer und Eigentümer von Alps Resorts.
Entscheidend für den wirtschaftlichen Beitrag sei dabei die Auslastung, betont Geschäftsführer Thomas Payr. "Zusätzliche Betten allein erzeugen noch keine Wertschöpfung. Entscheidend ist eine hohe und gleichmäßige Auslastung über möglichst viele Monate hinweg. Genau hier setzen wir an und bringen unsere umfassende Expertise in Vertrieb, Marketing und E-Commerce gezielt ein."
Bis zum geplanten Gästestart der Residence im Dezember wird der neue Berwanger Hof auf den laufenden Betrieb vorbereitet. Laut Alps Resorts werden dafür Mitarbeitende eingearbeitet und geschult sowie die Abläufe in den unterschiedlichen Bereichen erprobt. Mit dem Beginn der Wintersaison soll die neue Residence schließlich auch für Urlaubsgäste öffnen.
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