Die Münzer Bioindustrie GmbH unterstützt die stärkere Nutzung von B10 und fordert einen abgestimmten Fahrplan für ein breiteres Angebot in Österreich. Bei einer Erhöhung von genau sieben auf genau zehn Volumenprozent Biodiesel steigt dessen Anteil um drei Prozentpunkte. Das entspricht 30 Millilitern zusätzlichem Biodiesel je Liter Kraftstoff. Wenn dieser zusätzliche Anteil ausschließlich fossilen Diesel ersetzt und die übrige Zusammensetzung unverändert bleibt, sinkt der fossile Anteil im selben Volumenumfang. Daraus lässt sich keine gleich hohe Verringerung des Kraftstoffverbrauchs oder der Treibhausgasemissionen je gefahrenem Kilometer ableiten.
Eine Aussage über geringere Treibhausgasemissionen gegenüber B7 erfordert einen Vergleich der konkreten Kraftstoffe über ihren Lebenszyklus. Dabei sind unter anderem Rohstoffherkunft, Sammlung, Verarbeitung, Transport und Nutzung sowie ein einheitlicher Vergleichsmaßstab zu berücksichtigen. Für einen solchen Vergleich liegen dieser Aussendung keine produktspezifischen Berechnungen zugrunde; sie nennt deshalb keine Einsparquote. Auch beim Betrieb mit B10 entstehen Abgasemissionen.
Präsident Macron wendet sich an die EU-Kommission
Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schlägt angesichts der angespannten Kraftstoffmärkte vor, den Einsatz von Biokraftstoffen im europäischen Diesel auszuweiten. Macron wandte sich mit seinen Vorschlägen an die Europäische Kommission. Medienberichten zufolge schlägt er vor, den Biodieselanteil im Dieselkraftstoff kurzfristig zu erhöhen.
"Macrons Vorschlag macht B10 zu einer konkreten Frage der europäischen Dieselversorgung. Österreich sollte prüfen, wie ein höherer Biodieselanteil in dafür freigegebenen Fahrzeugen verfügbar gemacht werden kann. Dafür braucht es klare Rahmenbedingungen und ein entsprechendes Angebot an Tankstellen", erklärt Ewald-Marco Münzer, CEO von Münzer Bioindustrie.
"Wir sammeln Altspeiseöl und verarbeiten es zu Biodiesel. Mit einer höheren Beimischung kann dieser Rohstoff auch in dafür freigegebenen Bestandsfahrzeugen stärker genutzt werden. Dafür brauchen wir klare Rahmenbedingungen, ein entsprechendes Angebot an Tankstellen und verlässliche Informationen für die Fahrzeughalter", so Münzer weiter.
Fahrplan und überprüfbare Lieferketten
Münzer fordert verlässliche Rahmenbedingungen für ein breiteres B10-Angebot, zusätzliche Herstellerfreigaben und eine verständliche Information zur Fahrzeugverträglichkeit. Öffentliche und betriebliche Flotten sollen nach Auffassung des Unternehmens prüfen, welche ihrer Fahrzeuge für B10 freigegeben sind und ob ein geeigneter Kraftstoff verfügbar ist.
Für die von Münzer angestrebte zusätzliche Nutzung von Altspeiseöl sind dessen Herkunft und Abfalleigenschaft entlang der Lieferkette nachzuweisen. Das Unternehmen fordert überprüfbare Warenströme und wirksame Kontrollen.
Europa muss mehr Kraftstoff selbst erzeugen
"Die aktuelle Energiekrise führt uns drastisch vor Augen, wie abhängig Europa bei seiner Kraftstoffversorgung noch immer von Importen und internationalen Krisenregionen ist. Wir müssen mehr Kraftstoffe selbst erzeugen und jene erneuerbaren Alternativen stärker nutzen, die heute schon verfügbar sind“, fordert Johannes Schmuckenschlager, Obmann der Plattform Erneuerbare Kraftstoffe (PEK).
Die PEK fordert eine rasche Erhöhung der erneuerbaren Anteile bei Diesel und Benzin sowie bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau der europäischen Produktion. Die notwendigen Technologien sind vorhanden und können bereits in der bestehenden Fahrzeugflotte eingesetzt werden.
"Was wir in Europa selbst nachhaltig erzeugen können, müssen wir nicht aus zunehmend unsicheren Regionen importieren. Höhere Beimischungen ersetzen fossile Energie, reduzieren CO₂-Emissionen und schaffen zusätzliche Wertschöpfung in Europa. Wir sollten diese Möglichkeiten nutzen, bevor aus Abhängigkeit tatsächliche Versorgungsprobleme werden", so Schmuckenschlager.
Gleichzeitig spricht sich die PEK dafür aus, erneuerbare Kraftstoffanteile steuerlich zu entlasten. Damit könne deren Einsatz beschleunigt und gleichzeitig eine preisdämpfende Wirkung für die Bevölkerung erzielt werden.
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