Bekämpfung von Sozialbetrug in der Baubranche
Tieto und BUAK erhalten "eAward 2026" für die BauID

| Redaktion 
| 15.09.2026

Mit einem digitalen Identitätsmanagement sollen Beschäftigungsverhältnisse auf österreichischen Baustellen transparenter und leichter kontrollierbar werden. Das gemeinsam entwickelte System setze auf fälschungssichere Karten und Echtzeitüberprüfung.

Nach der kürzlich erreichten Microsoft-Copilot-Spezialisierung (LEADERSNET berichtete) und dem Erhalt des "Microsoft Frontier Partner Badge" (LEADERSNET berichtete) gibt es Neuigkeiten von Tieto.

Das Software- und Technologieberatungsunternehmen und die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) haben für ihre gemeinsame Initiative "BauID: Identitätsmanagement für das Baugewerbe" eine Auszeichnung erhalten. Das Projekt wurde am 10. September mit dem IT-Wirtschaftspreis "eAward 2026" in der Kategorie "Zukunftstechnologien" prämiert.

Ziel der BauID sei es, mehr Transparenz bei Beschäftigungsverhältnissen in der österreichischen Baubranche zu schaffen und damit gegen Lohndumping und Sozialbetrug vorzugehen.

Beschäftigungsdaten direkt auf der Baustelle überprüfen

Kern des Systems sei eine fälschungssichere BauID-Karte, die jede beschäftigte Person erhält. Wird diese auf einer Baustelle gescannt, lässt sich in Echtzeit feststellen, ob die jeweilige Beschäftigung ordnungsgemäß gemeldet wurde. Dadurch sollen insbesondere korrekt angemeldete und versicherte Arbeitnehmer:innen geschützt und faire Rahmenbedingungen unterstützt werden. 

Auch auf gesetzlicher Ebene wurde die Rolle laut den Verantwortlichen der BauID zuletzt gestärkt. Die Neustrukturierung des Systems ist im Juli 2026 von Nationalrat einstimmig beschlossen worden. Über eine Novelle des Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetzes (BUAG) ist die BauID mittlerweile zudem als Instrument gegen Lohn- und Sozialdumping gesetzlich verankert.

Robert Kaup, Geschäftsführer von Tieto Austria und Head of Tieto Tech Consulting Central Europe, sieht in der Auszeichnung auch eine Bestätigung für Digitalisierungsprojekte mit konkretem Nutzen: "Das spornt uns an, vor allem jene Digitalisierung in Österreich voranzutreiben, die einen nachhaltigen Mehrwert bringt – im Falle der BauID mehr Fairness und Transparenz auf der Baustelle und weniger Sozialbetrug und Lohndumping."

Digitale Antwort auf eine langjährige Herausforderung 

Die Problematik, die hinter dem Projekt steht, reicht weit zurück. Saisonale Beschäftigung, häufige Wechsel zwischen Baustellen und unterschiedliche Arbeitgeber:innen führten bereits in der Vergangenheit dazu, dass Bauarbeiter:innen Ansprüche verloren. Vor diesem Hintergrund wurde 1946 die BUAK gegründet. 

Acht Jahrzehnte später seien die grundlegenden Herausforderungen zwar weiterhin vorhanden, die Rahmenbedingungen jedoch deutlich komplexer geworden. Auf Baustellen treffen heute viele Unternehmen und internationale Teams aufeinander, gleichzeitig sorgen umfangreiche Vorschriften für einen hohen Kontrollaufwand. Die BauID soll hier eine zeitgemäße digitale Lösung bieten und zu fairen Wettbewerbsbedingungen beitragen. 

Dritte eAward-Auszeichnung für Tieto

Vergeben wird der eAward vom Report Verlag. Die Jury betonte bei ihrer Entscheidung die Bedeutung des Projekts für Beschäftigte und die Branche. Die BauID sei "für Beschäftigte unfassbar wichtig" und sorge "für faire Wettbewerbsbedingungen in der Branche".

Für Tieto ist es bereits die dritte Auszeichnung bei diesem IT-Wirtschaftspreis. Das Unternehmen war bereits 2022 und 2023 für Projekte aus den Bereichen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz prämiert worden.

Weitere Informationen finden Sie hier

www.tieto.com

www.buak.at

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