Statistik Austria Analyse fürs 2. Quartal 2026
Betriebskosten treiben Österreichs Wohnungsmieten nach oben

| Redaktion 
| 08.09.2026

Die durchschnittlichen Mietpreise sind im zweiten Quartal leicht gestiegen. Zwischen den einzelnen Mietsegmenten zeigen sich deutliche Unterschiede.

Die Mietpreise in Österreich haben sich im zweiten Quartal 2026 gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres nur geringfügig erhöht. Nach Angaben von Statistik Austria lag die durchschnittliche Miete, einschließlich Betriebskosten, bei 10,5 Euro pro Quadratmeter. Das waren 0,4 Prozent mehr als im ersten Quartal. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2025 mussten Mieter:innen im Durchschnitt um 3,3 Prozent mehr bezahlen.

Tabelle 1: Durchschnittliche Wohnkosten von Hauptmietwohnungen in Euro – Quartalsergebnisse © Statistik Austria 

In absoluten Zahlen belief sich die durchschnittliche monatliche Gesamtmiete auf 694,7 Euro je Wohnung. Die Daten beziehen sich hochgerechnet auf rund 1,8 Millionen Hauptmietwohnungen in Österreich.

Höhere Betriebskosten sorgen für Anstieg

Die Entwicklung im Vergleich zum Vorquartal ist vor allem auf gestiegene Betriebskosten zurückzuführen. Ohne diese Kosten lag die durchschnittliche Miete bei 520,8 Euro pro Wohnung beziehungsweise 7,9 Euro je Quadratmeter. Damit blieb die Nettomiete gegenüber dem ersten Quartal unverändert. Anders entwickelten sich die Betriebskosten. Sie erhöhten sich innerhalb eines Quartals um 1,4 Prozent je Quadratmeter und erreichten durchschnittlich 2,7 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 176,5 Euro pro Wohnung. 

"Die Dynamik der Mietpreisentwicklung hat im zweiten Quartal 2026 nachgelassen, obwohl mit Quartalsbeginn die Richtwert- und Kategoriemieten um ein Prozent angehoben wurden", sagte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. Lenk zufolge seien die Nettomieten gegenüber dem Vorquartal unverändert geblieben, während sich die Betriebskosten pro Quadratmeter um 1,4 Prozent erhöht hätten.

Richtwert- und Kategoriemieten um ein Prozent angehoben

Mit 1. April 2026 wurden die Richtwert- und Kategoriemietzinse um ein Prozent erhöht. Bei den Richtwertmieten war es laut Statistik Austria die erste Anpassung seit April 2023. Wie viel für eine Wohnung tatsächlich bezahlt werden muss, unterscheidet sich allerdings deutlich. Entscheidend sind laut Statistik Austria unter anderem das jeweilige Mietsegment, die Region, die Größe der Wohnung und die Dauer des Mietverhältnisses. 

Fast jede zweite Hauptmietwohnung privat vermietet 

Von den rund 1,8 Millionen Hauptmietwohnungen in Österreich entfallen 45,2 Prozent auf privat vermietete Wohnungen. Damit bildet die private Hauptmiete das größte in der Statistik Austria Analyse ausgewiesene Mietsegment.

Tabelle 2: Anzahl der Hauptmietwohnungen und durchschnittliche Mieten exklusive Betriebskosten nach Hauptmietwohnung- Quartalsergebnisse © Statistik Austria

Innerhalb dieses Bereichs zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen älteren und neueren Gebäuden. 316.700 privat vermietete Wohnungen befinden sich in Gebäuden, die vor 1945 errichtet wurden. Zu diesem Segment zählen unter anderem Wohnungen mit Kategorie- und Richtwertmieten.

Bei privaten Altbauwohnungen veränderten sich die Nettomieten gegenüber dem Vorjahr kaum. Im zweiten Quartal 2026 wurden weiterhin durchschnittlich 8,5 Euro pro Quadratmeter bezahlt.

Deutlich stärker fiel die Entwicklung bei privaten Neubauwohnungen aus, die nach 1945 errichtet wurden. Dort stieg die Nettomiete im Jahresvergleich um 3,2 Prozent und erreichte durchschnittlich 10,7 Euro pro Quadratmeter.

Genossenschaftswohnungen bei 6,5 Euro pro Quadratmeter

Das zweitgrößte Segment bilden Genossenschaftswohnungen. Mit 720.600 Wohnungen machen sie knapp 40 Prozent der österreichischen Hauptmietwohnungen aus. Der durchschnittliche Nettomietzins erhöhte sich hier gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent auf 6,5 Euro je Quadratmeter.

Auch bei Gemeindewohnungen ging es im Jahresvergleich nach oben. Sie stellen 15,2 Prozent des Bestands an Hauptmietwohnungen. Im zweiten Quartal lag der durchschnittliche Mietzins ohne Betriebskosten bei 5,7 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal entspricht das einem Anstieg von 3,7 Prozent.

Weitere Informationen finden Sie hier

www.statistik.at

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