Fotos des 34. Barrique de Beurse Abends
Wertpapierhändler hoben neuen Börsenwein aus der Taufe

| Janet Teplik 
| 08.09.2026

Die 34. Ausgabe des sogenannten "Barrique de Beurse" vereint Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Insgesamt wurden 3.400 Flaschen der im neuen Holz gereiften Cuvée abgefüllt.

Einmal im Jahr verlassen die Wertpapierhändler:innen ihr gewohntes Terrain und widmen sich statt Aktienkursen den Fassproben eines österreichischen Weinguts. Das Ergebnis dieser Verbindung von Kapitalmarkt und Weinbau trägt seit mehr als drei Jahrzehnten den Namen "Barrique de Beurse". 

Für die 34. Ausgabe führte der Weg in den burgenländischen Seewinkel, wo Christoph und Verena Salzl das Verkostungsteam sowie dessen Gäste auf dem Weingut Salzl Seewinkelhof in Illmitz empfingen. Dort wurde der neue Börsenwein Anfang September präsentiert und anschließend von Dompfarrer Toni Faber gesegnet. 

Drei internationale Rebsorten aus dem Seewinkel

Für die aktuelle Ausgabe stellte das Weingut eine Cuvée aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc zusammen. Die Trauben stammen aus dem Jahrgang 2024, während der Wein unter der Bezeichnung "Barrique de Beurse 2025" geführt und 2026 präsentiert wurde. Nach der traditionellen Maischegärung im Stahltank und dem biologischen Säureabbau reifte die Cuvée zwölf Monate in kleinen Eichenfässern. Dabei kam laut Weingut ausschließlich Holz zum Einsatz. Abgefüllt wurde der Wein im August 2026. 

Der trockene Qualitätswein weist 14 Volumenprozent Alkohol, 5,1 Gramm Säure und 0,9 Gramm Restzucker pro Liter auf. Das Weingut beschreibt dunkle Beeren- und Steinobstnoten, ergänzt durch Schokolade, Vanilleholz, Kräuterwürze und Röstaromen. Insgesamt umfasst die 34. Ausgabe 3.400 Flaschen und entspricht damit jener des Vorjahres. 

Wenn Wein wie eine Aktie gezeichnet wird

Die Idee zum "Barrique de Beurse" entstand bereits im Jahr 1991. Seither wählt das Verkostungsteam aus dem Umfeld der Wiener Wertpapierhändler:innen jährlich ein österreichisches Weingut aus. Gemeinsam mit den Winzer:innen werden mehrere Fassproben beurteilt und zu einer eigenen Rotweincuvée zusammengestellt. Auch bei der Vergabe folgt das Projekt der Sprache des Kapitalmarkts. So wird der Wein traditionell nicht etwa regulär bestellt, sondern "gezeichnet". Das heißt, übersteigt die Nachfrage die limitierte Auflage, werden die verfügbaren Flaschen – ähnlich wie bei einer stark nachgefragten Wertpapierausgabe – unter den Interessent:innen aufgeteilt.

Die Verbindung zur Börse zeigt sich aber auch auf dem Etikett. Je nach Entwicklung des österreichischen Aktienmarkts steht ein Bulle für steigende und ein Bär für fallende Kurse. Die heurige Ausgabe zeigt einen Bullen. 

Toni Faber setzte Tradition der Weinsegnung fort

Dompfarrer Toni Faber segnete den 34. "Barrique de Beurse" im Rahmen der Übergabe auf dem Salzl Seewinkelhof. Die Weinsegnung gehört seit 2009 zum Ablauf der Veranstaltung. Die Gastgeber:innen Christoph und Verena Salzl sowie ihre Familie stellten für den Abend das Weingut in Illmitz zur Verfügung. Nach Angaben des Verkostungsteams entwickelte sich die Übergabe auch zu einem Wiedersehen langjähriger Wegbegleiter:innen des Projekts. 

Vorjahresausgabe entstand in Deutschkreutz

Für die 33. Ausgabe arbeitete das Verkostungsteam mit Lisa und Gerhard Pfneisl in Deutschkreutz zusammen. Die damalige Cuvée bestand zu 80 Prozent aus Blaufränkisch sowie jeweils zehn Prozent aus Merlot und Cabernet Sauvignon. Nach 18 Monaten im Holzfass wurden ebenfalls 3.400 nummerierte Flaschen abgefüllt. Bei der Übergabe im August 2025 kamen zudem zwei frühe Ausgaben des Projekts unter dem Hammer. Versteigert wurden Flaschen aus den Jahren 1991 und 1992. Letztere war die erste Edition, deren Etikett einen Bären als Symbol für ein rückläufiges Börsenjahr zeigte (LEADERSNET berichtete). 

Während also die 33. Ausgabe mit dem Blaufränkisch eine für das Mittelburgenland prägende Rebsorte in den Mittelpunkt rückte, setzt der neue Wein aus dem Seewinkel ausschließlich auf internationale Sorten. Das jährlich wechselnde Weingut verändert damit nicht nur den Schauplatz der Übergabe, sondern auch die stilistische Ausrichtung des Börsenweins. 

Kapitalmarkt trifft Weinbau

Der "Barrique de Beurse" hat sich seit 1991 zu einem wiederkehrenden Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Wertpapierhandel und österreichischem Weinbau entwickelt. Seine Besonderheit liegt weniger in einem einheitlichen Weinstil als im jährlich neuen Zusammenspiel von Verkostungen, Betrieb, Herkunft und Jahrgang. 

Einen Eindruck von der Präsentation des neuen Börsenweins können Sie sich mittels Galerie verschaffen. 

www.wienerborse.at

www.salzl.at

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