Krypto-Barometer
Hälfte der Österreicher würde keinen Cent in Bitcoin & Co. investieren

| Tobias Seifried 
| 18.08.2026

Die Stimmung gegenüber digitalen Währungen hat sich merklich eingetrübt. Laut aktuellem Krypto-Barometer gehen Vertrauen und Investitionsbereitschaft zurück – erstmals sieht eine Mehrheit mehr Nach- als Vorteile.

Nach einem schwierigen ersten Halbjahr 2026 hat sich die Stimmung gegenüber Kryptowährungen in Österreich merklich eingetrübt. Laut dem aktuellen Krypto-Barometer von Marketagent stehe nur noch ein Viertel der Bevölkerung Bitcoin und Co. positiv gegenüber. Auch Vertrauen und Investitionsbereitschaft gehen demnach zurück. Erstmals seit Beginn der Erhebung überwiegen dem Marktforschungsinstitut zufolge für eine absolute Mehrheit die Nachteile digitaler Währungen.

Junge und Männer deutlich Krypto-affiner

Dabei zeigten sich laut Studie deutliche Unterschiede zwischen den Generationen: Unter Angehörigen der Generation Z würden 36 Prozent Bitcoin und Co. positiv beurteilen, bei den Babyboomern seien es 15 Prozent. Auch beim Geschlecht lasse sich ein Unterschied erkennen. Während 33 Prozent der Männer eine positive Einstellung angegeben hätten, seien es bei den Frauen 16 Prozent.

Auch beim Vertrauen zeichne die Erhebung ein zurückhaltendes Bild. Insgesamt würden 33 Prozent Kryptowährungen für sehr oder eher vertrauenswürdig halten. Die Detailauswertung zeige allerdings beträchtliche Unterschiede: Bei Männern liege der entsprechende Anteil bei 41,3 Prozent und bei Frauen bei 24,4 Prozent. In der Generation Z seien es 49 Prozent, unter den Babyboomern hingegen 20,4 Prozent.

Beim eigenen Wissensstand gebe es ebenfalls Luft nach oben: Nur rund ein Drittel schätze die eigenen Kenntnisse über Kryptowährungen als sehr oder eher gut ein. Zwei Drittel fühlten sich der Studie zufolge eher schlecht informiert, sechs von zehn Befragten würden das Thema zudem als komplex und technisch anspruchsvoll empfinden.

Andrea Berger, Research & Communications Manager bei Marketagent, spricht in diesem Zusammenhang von einem "grundsätzlichen Akzeptanzproblem". Trotz jahrelanger medialer Präsenz und wachsender institutioneller Strukturen seien Kryptowährungen für viele Menschen weiterhin schwer verständlich und wenig vertrauenswürdig.

Investitionsbereitschaft geht deutlich zurück

Besonders deutlich falle die Veränderung laut Marketagent bei der Investitionsbereitschaft aus. 39 Prozent der Befragten könnten sich grundsätzlich vorstellen, in Kryptowährungen zu investieren. Im zweiten Halbjahr 2025 seien es noch 44 Prozent gewesen. Für mittlerweile 61 Prozent komme ein solches Investment hingegen eher oder überhaupt nicht infrage.

© Marketagent

Auch hier würden die Ergebnisse auf erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen hindeuten. Jeder zweite befragte Mann könne sich demnach ein Krypto-Investment vorstellen, bei den Frauen seien es 27 Prozent. In der Generation Z liege der entsprechende Anteil bei 52 Prozent.

Im Vergleich mit der Schweiz zeige sich Österreich laut Erhebung ebenfalls zurückhaltender. Bei den Schweizer Befragten könnten sich 49 Prozent ein Investment in Kryptowährungen vorstellen. Auch bei der positiven Einstellung und beim Vertrauen würden die Werte dort höher ausfallen.

Bei einer Million Euro gewinnt das "Betongold"

Wie gering der Stellenwert von Kryptowährungen im direkten Vergleich mit etablierten Anlageformen ist, verdeutlicht ein hypothetisches Szenario aus der Studie. Bei einem Investmentbudget von einer Million Euro würden die Befragten durchschnittlich rund 378.000 Euro in Immobilien stecken. Rund 253.000 Euro würden in Gold und Edelmetalle, 168.000 Euro in Aktien und Wertpapiere sowie 107.000 Euro in Anleihen fließen. Für Kryptowährungen blieben lediglich rund 94.000 Euro beziehungsweise 9,4 Prozent des Budgets.

© Marketagent

Noch deutlicher ist der Median: Während dieser bei Immobilien bei 350.000 Euro liegt, beträgt er bei Gold 200.000 Euro und bei Aktien 100.000 Euro. Bei Kryptowährungen liegt der Median hingegen bei lediglich 20 Euro.

Zudem würde mittlerweile die Hälfte der Befragten überhaupt keinen Euro in Kryptowährungen investieren. Im zweiten Halbjahr 2025 waren es noch 43 Prozent.

Kursschwankungen und Cybercrime sorgen für Bedenken

Als häufigsten Nachteil würden die Befragten laut Studie die starken Kursschwankungen nennen. 67 Prozent sähen Kryptowährungen deshalb als risikoreich an. 64 Prozent würden auf die Anfälligkeit für Betrug und Cyberkriminalität verweisen, 62 Prozent auf Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Verlust von Zugangsdaten.

Positive Eigenschaften erhielten demgegenüber weniger Zustimmung. 41 Prozent würden die größere Unabhängigkeit durch den Verzicht auf Banken als Vorteil betrachten. 36 Prozent sähen Kryptowährungen als rentable Investitionsmöglichkeit und 28 Prozent als möglichen Inflationsschutz. Ein Viertel der Befragten gehe davon aus, dass sich Kryptowährungen langfristig als Zahlungsmethode durchsetzen könnten.

Insgesamt hätten die kritischen Einschätzungen damit einen neuen Höchststand innerhalb des Krypto-Barometers erreicht. Im ersten Halbjahr 2026 gaben 52 Prozent an, dass für sie die Nachteile von Kryptowährungen überwiegen würden. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 47,2 Prozent, im zweiten Halbjahr desselben Jahres 48 Prozent gewesen. Gleichzeitig sei der Anteil jener, die mehr Vor- als Nachteile sehen, von 22,8 Prozent im ersten Halbjahr 2025 auf aktuell 20,9 Prozent zurückgegangen.

Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, sieht darin ein Zeichen dafür, wie fragil die Akzeptanz weiterhin sei. Bei längeren Marktkorrekturen würden grundlegende Vorbehalte schnell wieder in den Vordergrund treten. Kryptowährungen seien daher noch kein selbstverständlicher Bestandteil der privaten Geldanlage, sondern insbesondere ein Thema für jüngere, risikoaffine und finanziell besser gestellte Zielgruppen. Sein Fazit: "Die Entwicklungen der letzten Monate zeigen, wie fragil die Akzeptanz von Kryptowährungen in der breiten Bevölkerung weiterhin ist."

Bitcoin bleibt bekannteste Kryptowährung

Ungeachtet der skeptischeren Einschätzung bleibe Bitcoin laut Erhebung die mit Abstand bekannteste Kryptowährung. 80,1 Prozent der Befragten würden Bitcoin zumindest dem Namen nach kennen.

© Marketagent

Ethereum folgt mit 31,5 Prozent bereits mit großem Abstand. Dahinter rangieren Dogecoin mit 20,7 Prozent, Litecoin mit 19,9 Prozent und Solana mit 18,6 Prozent. Gegenüber den beiden Erhebungswellen 2025 habe sich an der dominierenden Stellung von Bitcoin damit wenig verändert.

www.marketagent.com

Über die Studie

Die Erhebung wurde zwischen 1. Jänner und 30. Juni 2026 durchgeführt und umfasst 1.634 Netto-Interviews. Das Sample wurde laut Marketagent repräsentativ für die österreichische Bevölkerung gewichtet.

Die Ergebnisse des aktuellen Krypto-Barometers zeigen eine zunehmende Distanz: 25 Prozent stehen Kryptowährungen positiv gegenüber, während 44 Prozent eine negative Haltung einnehmen. Rund ein Drittel positioniert sich neutral.

 

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Über die Studie

Die Erhebung wurde zwischen 1. Jänner und 30. Juni 2026 durchgeführt und umfasst 1.634 Netto-Interviews. Das Sample wurde laut Marketagent repräsentativ für die österreichische Bevölkerung gewichtet.

Die Ergebnisse des aktuellen Krypto-Barometers zeigen eine zunehmende Distanz: 25 Prozent stehen Kryptowährungen positiv gegenüber, während 44 Prozent eine negative Haltung einnehmen. Rund ein Drittel positioniert sich neutral.

 

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