Beim nationalen Presse-Elektrofahrtag standen die aktuellen Stromer des Herstellers im Mittelpunkt. LEADERSNET Automotive testete den neuen ID. Polo und sprach mit Markenverantwortlichen über die kommenden Neuheiten, den E-Automarkt und die weitere Elektrifizierungsstrategie. Für eine Überraschung sorgte zudem ein noch getarnter ID. Tiguan.
Beim nationalen Pressefahrtag von Volkswagen Österreich in Donnerskirchen rückte die Marke ihre aktuelle und kommende Elektroflotte in den Mittelpunkt. Für Testfahrten standen der neue ID. Polo, der ID.3 Neo, der ID.4 und der ID.7 Tourer bereit. Der ID. Cross, das elektrische Pendant zum T-Cross, wurde statisch präsentiert. Darüber hinaus gab es noch eine echte Überraschung. LEADERSNET Automotive nutzte die Gelegenheit unter anderem für eine erste Ausfahrt mit dem ID. Polo und sprach mit Gudrun Zeilinger, Markenleiterin Volkswagen Pkw, sowie Richard Gollatsch, Markentrainer Volkswagen Pkw, über die Modelloffensive und die Entwicklung der Elektromobilität.
Im Zentrum stand dabei vor allem der neue ID. Polo. Volkswagen überträgt mit ihm einen seiner bekanntesten Modellnamen in die Elektromobilität. Das Modell ist in Österreich seit Kurzem bestellbar und wird in drei Ausstattungsversionen, drei Leistungsstufen mit 116, 135 und 211 PS sowie mit zwei Batteriegrößen angeboten. Je nach Variante sind bis zu 454 Kilometer Reichweite nach WLTP möglich. Dass VW mit dem Newcomer ins Schwarze getroffen zu haben scheint, zeigt allein die Tatsache, dass es europaweit mittlerweile mehr als 40.000 Vorbestellungen gibt.
ID. Polo soll breite Zielgruppe ansprechen
Eine Besonderheit des neuen Modells ist die Raumausnutzung. So fasst der Kofferraum 441 Liter und fällt damit um mehr als 25 Prozent größer aus als beim weiterhin angebotenen Polo mit Verbrennungsmotor. Bei umgelegter Rücksitzlehne stehen bis zu 1.240 Liter zur Verfügung. Hinzu kommen unter anderem One-Pedal-Driving, eine optionale teilautomatisierte Fahrfunktion und eine Retro-Anzeige, die sich optisch an den Instrumenten eines späten Golf I orientiert.
Für Richard Gollatsch soll der ID. Polo vor allem mit Alltagstauglichkeit punkten. "Das Fahrzeug fährt sich ausgezeichnet, bietet für seine Klasse viel Platz und ist konsequent auf die Anforderungen des Alltags ausgelegt", sagt er gegenüber LEADERSNET Automotive. Eine eng definierte Zielgruppe sieht Gollatsch dabei nicht. Ähnlich wie beim klassischen Polo reiche diese von jungen Führerscheinneulingen bis zu älteren Fahrer:innen. "Der ID. Polo ist nicht nur ein Fahrzeug, sondern auch ein Gefühl. Er ist ein echter Volkswagen und passt damit zu sehr unterschiedlichen Kund:innen."
Volkswagen bietet für den ID. Polo laut Gollatsch fünf Jahre Garantie. Die Wartungsintervalle liegen bei zwei Jahren ohne Kilometerbegrenzung. Auch niedrige laufende Kosten sollen für das kompakte Elektroauto sprechen.
ID.3 Neo wurde umfassend überarbeitet
Einen weiteren Schwerpunkt des Fahrtags bildete der ID.3 Neo. Die stark modifizierte Version des ID.3, die 2027 auch als GTI startet (LEADERSNET berichtete), wurde unter anderem bei Design, Innenraum, Bedienung und Antriebstechnik überarbeitet. Zur Wahl stehen drei Batteriegrößen mit 50, 58 und 79 kWh sowie Leistungsstufen mit 170, 190 und 231 PS. Die maximale WLTP-Reichweite beträgt laut Volkswagen bis zu 630 Kilometer.
Im Innenraum setzt der Stromer - ähnlich wie der ID. Polo - wieder stärker auf physische Tasten. Hinzu kommen unter anderem One-Pedal-Driving, Travel Assist mit Ampelerkennung und die Möglichkeit, externe Geräte über das Fahrzeug mit Strom zu versorgen.
Gudrun Zeilinger zufolge sollen die neuen E-Modelle vor allem Effizienz und Alltagstauglichkeit miteinander verbinden. "Die Fahrzeuge sind noch effizienter und konsequent auf die elektrische Zukunft ausgerichtet. Gleichzeitig bieten sie einen hochwertigen Innenraum, viel Platz und hohe Alltagstauglichkeit – also Eigenschaften, die typisch für Volkswagen sind."
Jeder zweite Auftrag im August elektrisch
Zeilinger sieht Volkswagen beim Hochlauf der Elektromobilität auf Kurs. Im August habe der Elektroanteil bei den Auftragseingängen der Marke bereits 50 Prozent betragen. Am österreichischen Gesamtmarkt liegt der aktuelle Anteil rein elektrischer Fahrzeuge heuer bei rund 25 Prozent - im August waren es bereits 29 Prozent (LEADERSNET berichtete). Am anhaltend regen Zulauf dürften auch die hohen Spritpreise schuld sein.
"Im vergangenen Jahr war etwa jedes fünfte Fahrzeug elektrisch, mittlerweile ist es jedes vierte. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, und Volkswagen wird sie mit zahlreichen Markteinführungen weiter vorantreiben", sagte Zeilinger zu LEADERSNET Automotive.
Fokus auf bedarfsgerechter Beratung
Auch bei der Beratung im Handel soll sich der stärkere Elektro-Fokus widerspiegeln. Statt Kund:innen primär mit technischen Daten zu konfrontieren, gehe es laut Gollatsch darum, den konkreten Nutzen von Batteriegrößen, Reichweiten und niedrigen Verbräuchen verständlich zu vermitteln. Dafür würden die Verkäufer:innen entsprechend geschult und laufend auf dem aktuellen Stand gehalten.
Zeilinger verweist zudem auf das österreichweite Händler- und Servicenetz der Marke. Dieses spiele nicht nur beim Fahrzeugkauf, sondern auch bei der laufenden Betreuung der Kund:innen eine wesentliche Rolle.
Getarnter ID. Tiguan gab Ausblick auf 2027
Für eine besondere Vorschau sorgte in Donnerskirchen ein noch mit Camouflage-Folie getarnter ID. Tiguan. Das vollelektrische SUV kommt Anfang 2027 auf den Markt und übernimmt innerhalb der Elektroflotte die Rolle von ID.4 und ID.5.
Damit setzt Volkswagen seine neue Namensstrategie fort: Nach ID. Polo und ID. Cross wird mit dem Tiguan ein weiterer etablierter Modellname auf ein Elektrofahrzeug übertragen. Der klassische Tiguan bleibt parallel dazu mit Verbrennungs- und Hybridantrieben im Programm. Seine Weltpremiere soll der neue ID. Tiguan bereits in wenigen Tagen feiern.
Video-Interviews
LEADERSNET Automotive sprach beim nationalen Presse-Elektrofahrtag mit Gudrun Zeilinger, und Richard Gollatsch noch über weitere Themen. Wie Volkswagen seine Elektro-Modellpalette weiterentwickelt, welche Rolle ID. Polo und Co. dabei spielen, wie sich die Nachfrage nach Elektroautos verändert und worauf die Marke bei Beratung und Kundenbindung setzt, erfahren Sie im LEADERSNET.tv-Video.
Fotos vom Pressefahrtag in Donnerskirchen sehen Sie in der Galerie.
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