Wie können Unternehmen Robotik einsetzen, um produktiver zu werden, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und gleichzeitig die Beschäftigten mitzunehmen? Darüber diskutierten Expert:innen und Unternehmensvertreter:innen beim Expertentalk "Robotik zwischen Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit" von Leitbetriebe Austria und Kärcher.
Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria, verwies zum Auftakt auf die wachsende Bedeutung automatisierter Lösungen für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Kärcher-Geschäftsführer und Gastgeber Michael Rochel rückte vor allem die wirtschaftliche Seite in den Mittelpunkt: Entscheidend sei, wo sich Robotik sinnvoll in bestehende Abläufe integrieren lasse und ein entsprechender Business Case gegeben sei. Potenzial sieht er insbesondere angesichts des Fachkräftemangels.
"Nicht mehr der Mensch gegen die Maschine"
Welche Aufgaben Roboter künftig übernehmen können, zeigte Frank Fuchs, Senior Director Competence Center Robotics bei Kärcher, anhand aktueller Entwicklungen. Zu den wesentlichen Treibern zählt er neben dem Fachkräftemangel auch Effizienz, Qualität und Arbeitssicherheit.
"Es ist nicht mehr der Mensch gegen die Maschine", sagte Fuchs. Repetitive und planbare Tätigkeiten könnten zunehmend von Robotern erledigt werden, während Mitarbeiter:innen dort gefragt seien, wo Flexibilität und Problemlösungskompetenz benötigt würden. Robotik sei damit als Ergänzung und nicht als Konkurrenz menschlicher Arbeit zu verstehen.
Mit der Technik müssen sich auch die Prozesse verändern
Am Beispiel professioneller Reinigungsrobotik wurde deutlich, dass die Anschaffung eines Roboters allein nicht ausreicht. Bedienung, Wartung und digitales Fehlermanagement schaffen neue Anforderungen und verändern bestehende Aufgaben. "Die Prozesse müssen neu gedacht werden", betonte Fuchs.
Ähnliche Erfahrungen schilderten Vertreter:innen von Flughafen Wien, Novomatic, Der Mann und Markas. Insbesondere zu Beginn gebe es bei Mitarbeiter:innen häufig Vorbehalte hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf den eigenen Arbeitsplatz.
Entsprechend wichtig seien transparente Kommunikation, Schulungen und eine frühzeitige Einbindung der Beschäftigten. Ann-Christin Döding, Innovation Team Leader bei Markas, brachte es auf den Punkt: "Das Wichtigste ist, die Mitarbeiter zu schulen und ihnen nicht einfach einen Roboter hinzustellen."
Sicherheit und Gebäudetechnik als praktische Hürden
Neben Akzeptanz und Wirtschaftlichkeit spielen auch Sicherheit, Datenschutz und technische Schnittstellen eine wesentliche Rolle. In der Praxis können bereits unterschiedliche Gebäudesysteme Herausforderungen verursachen. So lassen sich Aufzüge nicht automatisch von jedem Robotersystem nutzen, während Alarmanlagen teilweise eigens angepasst werden müssen, damit autonome Geräte nachts arbeiten können.
Weitere Entwicklungsschritte erwartet Fuchs durch künstliche Intelligenz. Dazu zählen Sprachsteuerung, lernende Systeme, Predictive Maintenance sowie eine stärkere Vernetzung mit Gebäudeleit- und Facility-Management-Systemen.
Als zentrale Erkenntnis des Expertentalks kristallisierte sich damit heraus: Der erfolgreiche Einsatz von Robotik hängt nicht allein von der Leistungsfähigkeit der Maschinen ab. Wirtschaftlichen Nutzen kann die Technologie vor allem dann entfalten, wenn Unternehmen gleichzeitig Prozesse anpassen, Beschäftigte einbinden und die notwendigen technischen Rahmenbedingungen schaffen.
LEADERSNET war beim Expertentalk. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.
www.leitbetriebe.at
www.karcher.com
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