Fotos der Verleihung des Kulturplakatpreises
Salzburgs beste Kunst- und Kulturplakate wurden prämiert

Bei der Verleihung des Kulturplakatpreises wurden insgesamt fünf Kampagnen ausgezeichnet. Zum runden Geburtstag blickt der Wettbewerb außerdem mit einem Buch und einer Ausstellung auf zwei Jahrzehnte Plakatgestaltung zurück.

Seit 2007 zeichnen Stadt und Land Salzburg, ORF Salzburg und Progress Werbung gemeinsam die besten Kunst- und Kulturplakate im öffentlichen Raum aus. Bei der 20. Ausgabe des Salzburger Kulturplakatpreises, die am Mittwoch im Publikumsstudio des ORF Landesstudios Salzburg über die Bühne ging, wurden insgesamt fünf Auszeichnungen vergeben: drei für die besten Einzelplakate sowie je eine für die beste Serie und das beste Sonderformat. Bewertet wurden Kampagnen, die zwischen August 2025 und Juli 2026 in Salzburg zu sehen waren, wobei die Auswahl einer unabhängigen Jury aus Kunst, Kultur und Wirtschaft sowie aus Werbe- und Marketingfachleuten oblag.

Die Sieger:innen

Den ersten Platz holte sich das Toihaus Theater Salzburg mit dem Sujet "Rauschen" von Nicola Lieser. Es bewirbt eine performative Installation, bei der Performer:innen Bänder aus der Rhythmischen Sportgymnastik zu elektronischer Musik in Schwingung versetzen. Die Jury sieht darin ein Zitat der Op-Art und ihrer bekanntesten Vertreterin Bridget Riley: Die übereinanderliegenden Linien lassen die gesamte Fläche vibrieren, und auch der Titelschriftzug scheint durch die Verpixelung seines unteren Teils in Bewegung zu geraten. Für den Sieg erhält das Toihaus Theater neben einem Pokal 4.000 Euro sowie eine 14-tägige Affiche auf 400 Plakaten.

Platz zwei ging an das Theater der Mitte, dessen "Woyzeck"-Sujet Benjamin Blaikner (Foto, Design) und Julia Fink (Schriftzug) gestalteten. Die Jury beschreibt die skurrile Bildsprache als außergewöhnlich starken Blickfang, der zugleich unmissverständlich ankündigt, was das Publikum bei der grellen Büchner-Adaption erwartet. Dotiert ist der zweite Platz mit einem Pokal, 3.000 Euro und 300 Plakaten für 14 Tage.

Rätselhafter präsentiert sich das drittplatzierte Plakat des Salzburger Kunstvereins zur Ausstellung "all keys, all times" von Linda Lach, gestaltet von der Berliner Grafikerin Karolina Pietrzyk. Erst auf den zweiten Blick werden Knöpfe und Stoff erkennbar, die in eine durchsichtige, von Luftblasen durchzogene Masse eingegossen sind. Die Jury hob neben der fein abgestimmten Farbigkeit vor allem hervor, wie das Sujet einen flüchtigen Moment festhält. Der Kunstverein darf sich über einen Pokal, 2.000 Euro und eine 14-tägige Affiche auf 200 Plakaten freuen.

Beste Serie und bestes Sonderformat

Die Auszeichnung für die beste Serie ging an die Camerata Salzburg. Die Arbeit von Christian Salić ist in zwei Farbwelten aufgebaut. Teaser-Plakate mit dem Satz "The more you listen, the more you understand" eröffnen die Kampagne, den Abschluss bildet das Motto "Listen more – hate less", mit dem das Orchester in seinem Jubiläumsjahr für mehr gegenseitiges Zuhören in der Gesellschaft wirbt. Das Jubiläumslogo ist dabei bewusst zurückhaltend platziert. Als Preis erhält die Camerata eine 14-tägige Affiche auf 300 Plakaten.

Als bestes Sonderformat wurde eine Litfaßsäule des Salzburg Museum prämiert, die für dessen Ausstellung über den Architekten Gerhard Garstenauer zu seinem 100. Geburtstag warb. Das Sujet "Garstenauer Einhundert", entworfen von Leon Beu (Harte Gestaltung), gewährt einen Blick in die 1967/68 errichtete Felsentherme Bad Gastein und greift mit Silber, Grau und Schwarz die Materialien Stahl, Glas und Beton auf, auf die Garstenauer bevorzugt setzte. Das Museum wird dafür nun 28 Tage lang auf sechs Ganzsäulen affichiert.

Zwei Jahrzehnte Plakatgeschichte

Ein Blick zurück auf zwei Jahrzehnte prämierter Sujets zeigt, dass der Preis auch Themen und Gestaltungstrends abbildet. Ausgezeichnet wurden Plakate, die für Toleranz, Offenheit und Kommunikation warben, ebenso wie Arbeiten an der Schnittstelle von Kunst, Musik und kulturellem Erbe. Hinzu kamen immer wieder humorvolle und experimentelle Ansätze. Mit den Kategorien für Serien und Sonderformate wuchs schließlich auch der Spielraum, das Plakat über die klassische Einzelfläche hinaus zu denken. "Der Salzburger Kulturplakatpreis ist eine Erfolgsgeschichte, weil hier ernsthaft betreute kulturelle Inhalte, gestalterische Exzellenz und verlässliche Kontinuität zusammenkommen. Ein gutes Plakat im öffentlichen Raum ist heute keine Nostalgie, sondern eine Bereicherung der Kulturöffentlichkeit", erklärt der Juryvorsitzende und frühere ORF-Salzburg-Landesdirektor Siegbert Stronegger.

"Kultur lebt von Vielfalt, Kreativität und dem Mut, neue Wege zu gehen. Genau hier setzt der Salzburger Kulturplakatpreis seit mittlerweile zwei Jahrzehnten an. Er würdigt Arbeiten, die das breite Spektrum des kulturellen Lebens sichtbar machen und Menschen im öffentlichen Raum unmittelbar erreichen", so die Salzburger Landesrätin Daniela Gutschi. Und Bernhard Auinger, Bürgermeister der Stadt Salzburg, ergänzt: "Plakate prägen das Stadtbild und machen die Salzburger Kulturszene lebendig, vielfältig und kraftvoll sichtbar. Gerade in einer Zeit, in der digitale Reize allgegenwärtig sind, bleibt das Plakat ein unverwechselbares Medium, das Aufmerksamkeit im besten Sinne fordert und bündelt."

Ausstellung und Buch zum Jubiläum

Im Anschluss an die Verleihung wurde im ORF Landesstudio Salzburg die Ausstellung "Kultur trifft Plakat" eröffnet, die im Foyer sämtliche Siegerplakate der Jahre 2007 bis 2026 zeigt. "Im Bruchteil einer Sekunde entscheidet sich, ob ein Plakat wirkt. Nach zwanzig Jahren Kulturplakatpreis ist es spannend zu sehen, wie sich Ästhetik und Zeitgeist verändert haben", sagt Waltraud Langer, Landesdirektorin des ORF Salzburg und Gastgeberin des Abends.

Darüber hinaus wurde das neue Buch "Kultur trifft Plakat – 20 Jahre Salzburger Kulturplakatpreis" vorgestellt, das alle bisherigen Gewinner:innen und zentrale Entwicklungen der vergangenen zwei Jahrzehnte dokumentiert. "Der Salzburger Kulturplakatpreis ist für uns längst mehr als eine Auszeichnung, er ist Teil unserer Identität. Kultur gehört zu unserer DNA", so Progress-Geschäftsführer Dominik Sobota. Und gemeinsam mit Prokurist David Nowotny ergänzt er: "Die prämierten Sujets müssen zusätzlich dorthin, wo sie ihre Wirkung perfekt entfalten: in die Stadt. Alle Ausgezeichneten der letzten zwanzig Jahre sind im Anschluss an die Eröffnung der Ausstellung im ORF Landesstudio Salzburg in ganz Salzburg auf A-Ständern zu sehen."

Den inhaltlichen Rahmen des Abends setzte überdies Martin Hochleitner, Direktor des Salzburg Museum, mit seiner Keynote. Für ihn reicht die Bedeutung des Kulturplakats weit über die Ankündigung einzelner Veranstaltungen hinaus. Vielmehr schaffe es Orientierung in der Stadt und trage langfristig zur Vermittlung von Kunst bei. Zugleich zeige es, wie sich die Kulturhäuser selbst verstehen.

Alle Gewinner-Kampagnen sehen Sie in der Infobox.

LEADERSNET war bei der Verleihung und hat Eindrücke für Sie in der Galerie gesammelt.

www.progress-werbung.at

Preisträger:innen Salzburger Kulturplakatpreis 2026

1. Platz: Toihaus Theater Salzburg
Sujet: "Rauschen"
Grafikdesign: Nicola Lieser

SUJET Platz 1

 

2. Platz: Theater der Mitte
Sujet: "Woyzeck"
Foto und Design: Benjamin Blaikner; Schriftzug: Julia Fink

SUJET Platz 2

 

3. Platz: Salzburger Kunstverein
Sujet: "Linda Lach – all keys, all times"
Grafikdesign: Karolina Pietrzyk

SUJET Platz 3

 

Beste Serie: Camerata Salzburg
Sujet: "Listen more – hate less"
Grafikdesign: Christian Salić

SUJETS Beste Serie

 

Bestes Sonderformat: Salzburg Museum
Sujet: "Garstenauer Einhundert"
Grafikdesign: Leon Beu, Harte Gestaltung

LITFASSSÄULE Beste Sonderform

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Preisträger:innen Salzburger Kulturplakatpreis 2026

1. Platz: Toihaus Theater Salzburg
Sujet: "Rauschen"
Grafikdesign: Nicola Lieser

SUJET Platz 1

 

2. Platz: Theater der Mitte
Sujet: "Woyzeck"
Foto und Design: Benjamin Blaikner; Schriftzug: Julia Fink

SUJET Platz 2

 

3. Platz: Salzburger Kunstverein
Sujet: "Linda Lach – all keys, all times"
Grafikdesign: Karolina Pietrzyk

SUJET Platz 3

 

Beste Serie: Camerata Salzburg
Sujet: "Listen more – hate less"
Grafikdesign: Christian Salić

SUJETS Beste Serie

 

Bestes Sonderformat: Salzburg Museum
Sujet: "Garstenauer Einhundert"
Grafikdesign: Leon Beu, Harte Gestaltung

LITFASSSÄULE Beste Sonderform

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