Hohe Kosten erhöhen Druck
Unternehmen reagieren auf Unsicherheit mit Job- und Investitionsstopps

| Redaktion 
| 06.10.2026

57 Prozent der befragten Firmen erleben derzeit die unsicherste Phase, an die sie sich erinnern können. Viele reagieren bereits mit korrigierten Wachstumsplänen und Sparprogrammen.

Die wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit schlägt laut der aktuellen Studie "Banking on Banks 2026" von Crif (siehe Infobox) zunehmend auf konkrete Unternehmensentscheidungen durch. 57 Prozent der befragten Entscheider:innen bezeichnen die aktuelle Phase als die unsicherste Zeit, an die sie sich erinnern können.

Wachstumspläne werden zurückgeschraubt

Die Unsicherheit bleibe nicht ohne Folgen: 40 Prozent rechnen der Befragung zufolge in den kommenden zwölf Monaten mit einem deutlichen Anstieg ihrer Betriebskosten. Mehr als jedes dritte Unternehmen – 36 Prozent – hat seine Wachstumspläne bereits überarbeitet.

27 Prozent haben Einstellungen pausiert, 22 Prozent Expansionspläne verschoben oder gestrichen und 20 Prozent Leistungen ausgelagert, um Kosten zu reduzieren. 15 Prozent der Unternehmen haben bereits Personal abgebaut. Auch andere Vorhaben werden demnach zurückgestellt: Zwölf Prozent haben Maßnahmen in den Bereichen Diversity, Equity & Inclusion (DEI) pausiert, zehn Prozent ESG-Projekte.

"Unternehmen setzen sich sehr bewusst mit ihrer Situation auseinander und treffen gezielte Entscheidungen, statt in Aktionismus zu verfallen", sagt Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von Crif Österreich.

Inflation bereitet die größten Sorgen

Als größten externen Risikofaktor nennen 39 Prozent die anhaltend hohe Inflation. Dahinter folgen die Instabilität im Nahen Osten mit 37 Prozent, eine wirtschaftliche Abschwächung im eigenen Land mit 36 Prozent und eine schwächere europäische Konjunktur mit 33 Prozent. 32 Prozent sehen zudem die angespannten Beziehungen zwischen Europa und den USA als Risiko.

Laut den Studienautor:innen mache sich die fehlende Planbarkeit im Unternehmensalltag bemerkbar. 73 Prozent geben an, dass hohe Kosten und Inflation die Führung ihres Unternehmens zunehmend erschweren. Für 70 Prozent erschwere das globale Umfeld die langfristige Planung.

Finanzierung wird für viele schwieriger

Gleichzeitig geraten die Finanzierungsmöglichkeiten stärker unter Druck. 46 Prozent empfinden den Zugang zu Finanzierung als zunehmend schwierig, während 55 Prozent steigende Fremdkapitalkosten als Belastung für ihre Wachstumspläne betrachten.

Dennoch beurteilen viele Unternehmen ihre Finanzpartner positiv. 62 Prozent sehen in den praktischen Angeboten ihrer Bank oder Versicherung eine Unterstützung beim Umgang mit Cashflow-Risiken. 63 Prozent schreiben Versicherern eine wichtige Rolle beim Schutz vor wirtschaftlichen Abschwüngen zu.

Verbesserungspotenzial gibt es laut Befragung vor allem bei den Prozessen: 57 Prozent sind der Ansicht, dass Finanzdienstleistungen für Privatkund:innen schneller und unkomplizierter funktionieren als für Unternehmen. 43 Prozent geben zudem an, dass Bankfilialschließungen den Zugang zu benötigter Unterstützung erschwert hätten.

"Wer hier ansetzt, etwa mit einfacheren Prozessen und passgenaueren Lösungen für Unternehmen, schafft echten Mehrwert und stärkt das Vertrauen zusätzlich", so Eisner-Schwarz abschließend.

www.crif.at

Über die Studie

  • Studie: "Banking on Banks 2026 – Financial services in an age of uncertainty"
  • Auftraggeber: Crif
  • Durchführung: Opinium Research
  • Befragte: 500 Unternehmensentscheider:innen
  • Länder: Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien und Polen
  • Erhebungszeitraum: 20. März bis 9. April 2026

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Über die Studie

  • Studie: "Banking on Banks 2026 – Financial services in an age of uncertainty"
  • Auftraggeber: Crif
  • Durchführung: Opinium Research
  • Befragte: 500 Unternehmensentscheider:innen
  • Länder: Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien und Polen
  • Erhebungszeitraum: 20. März bis 9. April 2026

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