Fotos vom MCÖ-Talk
Was KI-Agenten im Marketing schon heute leisten

Beim Digital Marketing Experts Talk des Marketing Club Österreich diskutierten Branchenexpert:innen, wie Künstliche Intelligenz Marketingteams im Alltag entlasten kann und welche Voraussetzungen es dafür im Unternehmen braucht.

Den Einsatz generativer KI kennen viele Marketingabteilungen inzwischen aus dem Alltag. Doch zunehmend rücken auch KI-Agenten und automatisierte Workflows in den Fokus, die ganze Arbeitsschritte eigenständig übernehmen. Mit dieser Entwicklung beschäftigte sich der jüngste Digital Marketing Experts Talk des Marketing Club Österreich (MCÖ), der am 30. September gemeinsam mit otago stattfand. Unter dem Titel "KI-Agenten für Marketer:innen: Vom Prompt zum Prozess" berichteten Alexander Schurr (Gründer der KI Company) und Marion Orliczek (Marketingleiterin des oberösterreichischen Telekommunikationsanbieters Liwest) aus konkreten Projekten und zeigten, was davon im Arbeitsalltag bereits verlässlich funktioniert. Außerdem wurden an diesem Abend die Marketing Rookies der Werbe Akademie geehrt.

Vom Prompt bis zum Agenten

Schurr widmete sich zunächst der Frage, welche Art von KI-Unterstützung zu welcher Aufgabe passt. Für manche Anforderungen genügt ein einzelner, gut formulierter Prompt, bei anderen zahlt sich ein automatisierter Workflow aus, und nur ein Teil der Aufgaben eignet sich tatsächlich dafür, sie einem Agenten zur eigenständigen Erledigung zu übertragen. Wie breit das Spektrum schon heute ist, veranschaulichte er mit Beispielen vom automatisierten Landingpage Builder über Zielgruppenanalysen bis zu SEO und GEO, also der Optimierung für klassische Suchmaschinen ebenso wie für KI-gestützte Antwortsysteme. Auch als strategisches Gegenüber bei der Marketing- und Kampagnenplanung lasse sich KI bereits sinnvoll einsetzen.

Automatisierung ist dabei kein Selbstzweck, das zog sich als roter Faden durch den Abend. Nicht jeder Prozess lässt sich sinnvoll automatisieren, und ein KI-Projekt schafft nicht schon deshalb Mehrwert, weil es umgesetzt wird. Am Anfang sollte daher immer die Frage stehen, welches Problem gelöst werden soll und an welcher Stelle KI dabei konkret helfen kann. Wo das gelingt, können Marketingteams wiederkehrende Aufgaben abgeben und mit ihren bestehenden Ressourcen mehr erreichen, ohne bei Qualität und Kontrolle Kompromisse einzugehen. "Aus dem Hype um KI-Agenten ist Realität geworden. Die entscheidende Frage ist jetzt: Haben Unternehmen die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen und den Mut, diesen Schritt zu gehen?", warf Schurr eine entscheidende Frage in den Raum.

Praxiseinblick bei Liwest

Wie es aussieht, wenn ein Unternehmen diesen Schritt bereits gewagt hat, zeigte anschließend Orliczek. Gemeinsam mit Schurr zeichnete sie nach, wie sich der Einsatz von KI im Marketing von Liwest bisher entwickelt hat. Dabei ging es ausdrücklich nicht nur um Erfolgsgeschichten. Die beiden sprachen auch offen über Projekte, die nicht wie erhofft liefen, und darüber, welche Lehren das Team daraus gezogen hat.

Die technische Seite ist dabei nur ein Teil der Aufgabe. Ob eine neue Anwendung den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtert, hängt maßgeblich davon ab, wie sie im Team eingeführt wird. "Führung im KI-Zeitalter heißt für mich, Orientierung zu geben, Verbindlichkeit zu schaffen und gleichzeitig Raum zum Ausprobieren zu lassen. Genau diese Balance entscheidet darüber, ob KI im Team wirklich angenommen und genutzt wird", so Orliczek.

Auszeichnung für zwei Marketing Rookies

Zum Abschluss des offiziellen Programms rückte der MCÖ den Nachwuchs in den Mittelpunkt. Leah Schullerer und Markus Barta wurden als Marketing Rookies des berufsbegleitenden Marketing-Lehrgangs der Werbe Akademie ausgezeichnet, der vom MCÖ unterstützt wird. Die Ehrung nahm Harald Rametsteiner vor, der dem MCÖ-Vorstand angehört und den Lehrgang an der Werbe Akademie leitet. "Es freut mich besonders, wenn Teilnehmer:innen im Laufe des Lehrgangs zeigen, wie viel Potenzial in ihnen steckt. Leah Schullerer und Markus Barta haben mit ihren Leistungen überzeugt und sich die Auszeichnung absolut verdient", erklärt Rametsteiner.

Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmer:innen mit Schurr und Orliczek über ihre eigenen Erfahrungen mit KI im Marketing aus, bevor der Abend beim gemütlichen Networking ausklang.

LEADERSNET war vor Ort und hat Eindrücke für Sie in der Galerie gesammelt.

www.marketingclub.at

www.otago.at

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