LEADERSNET: Sehr geehrte Frau Cox-Riesenfelder, wie unterscheidet sich Werbung am Flughafen Wien von klassischer Out-of-Home-Werbung im urbanen Raum und worin liegt der besondere Mehrwert dieses Werbeumfelds für Marken?
Beatrice Cox-Riesenfelder: Der wesentliche Unterschied liegt in der Qualität des Kontakts. Während klassische Out-of-Home-Werbung im urbanen Raum häufig in einem Umfeld mit vielen Reizen, kurzen Blickkontakten und hoher Ablenkung stattfindet, begegnen wir unseren Gästen in einer besonderen Situation: Sie befinden sich am Beginn einer Reise, sind aufmerksam, international orientiert und oftmals in positiver Erwartungshaltung. Der Flughafen Wien ist zudem ein Premium-Umfeld mit hoher Aufenthaltsqualität und internationaler Reichweite. Für Marken bedeutet das eine Kombination aus hoher Sichtbarkeit, einer kaufkräftigen Zielgruppe und einer außergewöhnlich starken Markenwirkung. Werbung wird hier nicht nur gesehen, sondern deutlich bewusster wahrgenommen. Deswegen heißt es in unserer neuen Kampagne auch: Werbung am Flughafen: Immer im Blick.
LEADERSNET: Der Flughafen ist ein hochfrequentierter, zugleich aber sehr spezifischer Kommunikationsraum, in dem Passagier:innen vergleichsweise viel Zeit verbringen. Wie wirkt sich diese besondere Verweildauer auf die Aufmerksamkeit, die Werbewirkung und letztlich den Wert eines Werbekontakts aus?
Cox-Riesenfelder: Die sogenannten "dwell-time" also Verweildauer ist einer der größten Vorteile bei Flughäfen. Reisende verbringen abhängig von Reiseziel und Reiseart oft ein bis drei Stunden im Terminal. Manchmal sucht man sich sogar bewusst Hubs aus, um genau an diesem Top-Flughafen Zeit zu verbringen. Dazu gehört auch Wien, insbesondere wenn der neue Terminalbereich nächstes Jahr eröffnet.
Dadurch entstehen wiederholte Sichtkontakte entlang der gesamten Passenger Journey – vom Check-in über die Sicherheitskontrolle bis hin zum Gate. Diese Kontaktintensität führt zu höherer Aufmerksamkeit, stärkerer Erinnerungswirkung und einer deutlich besseren Verankerung der Markenbotschaft. Für Werbekund:innen bedeutet das: Ein Kontakt am Flughafen hat häufig eine höhere Wertigkeit als ein flüchtiger Kontakt im städtischen Raum. Besonders digitale Inszenierungen, großformatige Werbeträger und aufmerksamkeitsstarke Markenwelten profitieren von dieser Situation.
LEADERSNET: Digital Out of Home hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Wie haben sich der Anteil und die strategische Bedeutung digitaler Werbeflächen am Flughafen Wien entwickelt und welchen Stellenwert haben sie heute im Vergleich zu klassischen Werbeträgern?
Cox-Riesenfelder: Digital Out of Home ist heute ein zentraler Wachstumstreiber am österreichischen Medienmarkt. Die Nachfrage nach digitalen Werbeformen steigt kontinuierlich, weil sie flexibel, schnell buchbar und kreativ vielseitig einsetzbar sind. Gleichzeitig ermöglichen unsere digitalen Flächen die Integration von Bewegtbild und Weiterführung von Kampagnen, die in anderen Medien geschaltet werden. Auch wenn klassische Werbeträger weiterhin eine wichtige Rolle spielen, insbesondere für langfristige Branding-Kampagnen, entwickelt sich der Markt klar in Richtung DOOH. Unsere Strategie bei Airport Media ist daher, digitale und analoge Flächen intelligent miteinander zu verbinden, um maximale Reichweite und Wirkung zu erzielen.
LEADERSNET: Welche Potenziale sehen Sie in der weiteren Digitalisierung der Flughafenwerbung, insbesondere durch programmatische Buchungsmodelle, dynamische Inhalte und eine zunehmend datenbasierte Aussteuerung von Kampagnen?
Cox-Riesenfelder: Die Digitalisierung eröffnet enorme Möglichkeiten. Wir sehen die Zukunft in einer intelligenten Verbindung aus Technologie, Daten und Kreativität. Das Ziel für viele – ehemalige Online Only Werbetreibende - ist nicht nur mehr Effizienz, sondern vor allem mehr Relevanz für den:die Passagier:in und damit mehr Wirkung für die Marke.
LEADERSNET: Der Flughafen Wien bringt internationale Reisende, Geschäftsreisende und unterschiedlichste Zielgruppen zusammen. Welche Branchen und Marken profitieren Ihrer Erfahrung nach besonders von diesem Werbeumfeld?
Cox-Riesenfelder: Besonders stark profitieren internationale Premium- und Luxusmarken, Automobilhersteller, Kultur- und Freizeit Angebote, Finanzdienstleister, Unternehmensberater:innen, Tourismusdestinationen und Airlines. Gerade Marken mit einem internationalen Anspruch schätzen die globale Reichweite und das hochwertige Umfeld eines Flughafens. Gleichzeitig beobachten wir, dass immer mehr österreichische Unternehmen den Flughafen Wien nutzen, um sich einer internationalen Zielgruppe zu präsentieren – Schokolade, Gastronomie.
Die Mischung aus Business- und Freizeitreisenden schafft ein sehr attraktives und vielfältiges Zielgruppenspektrum, das in dieser Form kaum ein anderes Medium bieten kann. Und wir bieten auch für kleinere Budgets tolle digitale Möglichkeiten an, so dass die Gäste informiert werden, wo sie hingehen können in Wien und Umgebung.
LEADERSNET: Mit der Süderweiterung des Terminal 3 entsteht nicht nur zusätzliche Infrastruktur, sondern auch ein neuer Kommunikations- und Erlebnisraum. Welche Rolle spielt das Thema Werbung bereits bei der Planung und Gestaltung dieses neuen Terminalbereichs?
Cox-Riesenfelder: Werbung wird bei jedem der zahlreichen Bauprojekte am Flughafen Wien von Anfang an mitgedacht. Der Anspruch aller beteiligten Abteilungen, vom Bau bis zu Operations ist es, Werbeflächen nicht nachträglich zu integrieren, sondern sie als Bestandteil eines hochwertigen Passagiererlebnisses zu entwickeln.
Die Süderweiterung des Terminal 3 mit zusätzlichen 70.000 Quadratmetern Terminalfläche und 10.000 Quadratmetern Shopping- und Gastronomieflächen bietet uns die einmalige Chance, neue Kommunikationsräume zu schaffen, die sich architektonisch und gestalterisch nahtlos in das Umfeld einfügen. Dabei geht es um weit mehr als klassische Werbeträger. Es entstehen Orte, an denen Marken Teil des Gesamterlebnisses werden – und man auch gleich shoppen oder Kulinarik genießen kann. Im Flughafen Areal oder in der Zieldestination.
LEADERSNET: Welche neuen digitalen und analogen Werbeflächen beziehungsweise Formate sind im Zuge der Terminal-3-Süderweiterung vorgesehen, und wird es Inszenierungsmöglichkeiten geben, die es am Flughafen Wien bislang noch nicht gab?
Cox-Riesenfelder: Ja, definitiv. Mit der Süderweiterung schaffen wir eine völlig neue Generation an Werbeformaten. Dazu zählen großformatige digitale Installationen wie die LongWall, CornerWall, ShoppingWall, die entlang zentraler Passagierströme positioniert sind. Ein besonderes Highlight wird TheCoud sein – eine spektakuläre, digitale Großinstallation in Cube-Form mit 3,5 m LED-Screens, die völlig neue Möglichkeiten für immersive Markeninszenierungen, 3D-Content und spektakuläre visuelle Effekte eröffnet. Unser Ziel war es, Formate zu entwickeln, die nicht nur Werbeflächen sind, sondern echte Landmarks im Terminal darstellen. Ähnlich wie die weltweit einzigartige "Skybridge" in der Eingangsstraße zum Flughafen.
LEADERSNET: Wenn Sie die Entwicklung über die kommenden Jahre betrachten, wie wird sich das Verhältnis zwischen klassischen Werbeflächen, Digital Out of Home und integrierten Markenerlebnissen am Flughafen Wien verändern und wie sieht für Sie die Airport-Werbung der Zukunft aus?
Cox-Riesenfelder: Die Zukunft sehen wir rosig, denn wir sehen, dass auch bei allen Krisen Fliegen für viele Menschen unabdingbar ist. Der Flughafen Wien wächst ständig. Werbetechnisch gesehen wird alles deutlich interaktiver und erlebnisorientierter sein. Klassische Werbeflächen werden ihre Berechtigung haben, vor allem für langfristige Markenpräsenz und starke visuelle Dominanz. Gleichzeitig wird Digital Out of Home weiter wachsen und zunehmend mit Daten, Automatisierung und kreativen Inszenierungen verschmelzen. Der größte Wandel wird jedoch bei integrierten Markenerlebnissen stattfinden. Marken werden nicht mehr nur sichtbar sein wollen, sondern erlebbar.
Die Airport-Werbung der Zukunft verbindet Architektur, Technologie, Content und Emotion zu einer ganzheitlichen Markenwelt. Genau darin liegt die große Chance von Flughäfen: Sie sind längst nicht mehr nur Verkehrsknotenpunkte, sondern inspirierende Erlebnisräume mit 100-prozentiger Aufmerksamkeit der Zielgruppen. Darauf freuen mein Team und ich uns jeden Tag aufs Neue.
LEADERSNET: Vielen Dank!
www.airport-media.at
www.viennaairport.com
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